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Nachfrage in China beschleunigt Produktion von E-Auto-Heizungen

Die Hochvoltheizungen sind begehrt: Webasto liefert bis Ende dieses Jahres 50  000 aus.
Die Hochvoltheizungen sind begehrt: Webasto liefert bis Ende dieses Jahres 50  000 aus.
Stefan Sauer

In China werden immer häufiger Autos mit Verbrennungsmotoren gestoppt. Das sichert Arbeitsplätze bei Webasto in Neubrandenburg.

Die Nachfrage nach Elektroautos in China treibt die Produktion von Hochvoltheizungen beim Automobilzulieferer Webasto in Neubrandenburg an. „Wir werden in diesem Jahr schon 50 000 solcher Heizungen bauen“, sagte der Geschäftsführer der Webasto Neubrandenburg GmbH, Andreas Dikow, am Montag bei einem Besuch von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Das seien doppelt so viele wie geplant. Neun von zehn dieser selbst entwickelten Teile gehen nach China. Das liege an der zunehmenden Zahl von Elektroautos dort. Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren dürfen in Chinas großen Städten wegen Smogs oft nur eingeschränkt fahren.

Webasto fertigt in Neubrandenburg im Jahr rund eine Million Standheizungen mit fossilen Brennstoffen für rund 150 Fahrzeughersteller. Das betreffe unter anderem Autos, Baumaschinen, Boote und Lastwagen. Die Hochvoltheizung wurde über mehrere Jahre entwickelt und deren Produktion erst 2015 gestartet. Man rechne bis 2020 mit einer Produktion von 500  000 Hochvoltheizungen im Jahr, so Dikow.

Neubrandenburger Werk ist größter Hersteller des Unternehmens

2015 wurden in China 189  000 neue Elektroautos zugelassen, dreimal so viele wie 2014. In Europa seien im Vorjahr 104  000 neue E-Autos hinzugekommen, in den USA 115  000. Die Lage in Deutschland sei noch sehr abwartend.

Das Werk in Neubrandenburg ist mit 650 Mitarbeitern der größte Standheizungshersteller der Webasto-Gruppe, deren Hauptsitz in Stockdorf bei München ist und zu der 12  000 Mitarbeiter weltweit gehören. Der Jahresumsatz war zuletzt mit 2,9 Milliarden Euro angegeben worden. Nach Angaben von Wirtschaftsminister Glawe hat das Land die Firma bei der Forschung für die technische Umsetzung der Hochvoltheizungsproduktion mit rund 100 000 Euro unterstützt.

Glawe stellte weitere Förderung in Aussicht. So rechnet Dikow damit, dass die jetzt angewandte Technologie, die man nicht näher erläutern will, nicht mehr lange geheim bleibt. Deshalb sei weitere Forschung nötig. „Noch haben wir ein bis zwei Jahre Technologievorsprung.“