122 SPORTWAGEN GESTOPPT

Nächste "Eurorally" führt nicht mehr durch Deutschland

Nachdem die Polizei auf der A20 eine Europa-Rundfahrt von 150 Autofans unterbrochen hatte, haben die Veranstalter vorerst genug von Deutschland. Das kann sich aber wieder ändern.
Simon Voigt Simon Voigt
Wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen auf der A20 werden Dutzende Autos von der Polizei kontrolliert.
Wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen auf der A20 werden Dutzende Autos von der Polizei kontrolliert. Bernd Wüstneck/dpa
Am 2. Mai hatte die Polizei die Teilnehmer der „Eurorallye” wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen auf der Ostseeautobahn A20 aus dem Verkehr gezogen.
Am 2. Mai hatte die Polizei die Teilnehmer der „Eurorallye” wegen des Verdachts auf ein illegales Autorennen auf der Ostseeautobahn A20 aus dem Verkehr gezogen. Bernd Wüstneck
Insgesamt wurden 122 Autos auf den Rastplatz „Fuchsberg” bei Wismar umgeleitet und kontrolliert.
Insgesamt wurden 122 Autos auf den Rastplatz „Fuchsberg” bei Wismar umgeleitet und kontrolliert. Bernd Wüstneck
Die Teilnehmer sollen mit Geschwindigkeiten von um die 250 Kilometer pro Stunde über die A20 gerast sein.
Die Teilnehmer sollen mit Geschwindigkeiten von um die 250 Kilometer pro Stunde über die A20 gerast sein. Bernd Wüstneck
Oslo.

Die Veranstalter der „Eurorally” haben vorerst genug von Deutschland. Die Rundfahrt quer durch Europa war vor gut zwei Wochen auf einem A20-Rastplatz von der Polizei unterbrochen worden. „Für diejeneigen, die Fragen haben, können wir klarstellen, dass der Trip im nächsten Jahr nicht durch Deutschland gehen wird”, erklärten die Veranstalter auf ihrer offiziellen Facebook-Seite. Die deutsche Polizei hat offenbar nachhaltig Eindruck hinterlassen.

Die Rally 2019 mit rund 150 Teilnehmern begann Anfang Mai in Oslo. Ursprünglich wollten die Teilnehmer von dort über Göteborg, mit der Fähre nach Kiel und dann weiter durch Mecklenburg-Vorpommern nach Szczecin, Legnica (Polen) bis nach Prag fahren. Auf der Autobahn 20 unterbrachen deutsche Polizisten den Roadtrip quer durch Europa. Einige Teilnehmer sollen auf der Autobahn mit Geschwindigkeiten von bis zu 250  Stundenkilometer gefahren sein, so dass sich andere Verkehrsteilnehmer gefährdet sahen und die Polizei riefen. Die Beamten stoppten einen Großteil der beteiligten Autos, darunter viele Sportwagen.

122 Sportwagen auf einem Rastplatz

Insgesamt wurden 122 Autos auf den A20-Rastplatz Fuchsberg bei Wismar umgeleitet. Bilder der vielen Sportwagen aus ganz Europa auf dem Rastplatz in Mecklenburg-Vorpommern gingen anschließend um die Welt, viele internationale Medien berichteten darüber. Erst am Folgetag duften die Teilnehmer den Parkplatz wieder verlassen. Viele übernachteten dort oder in der Umgebung.

Gegen die Fahrer wird laut Polizei wegen des Vorwurfs eines verbotenen Autorennens und Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Ein Fahrer soll andere Verkehrsteilnehmer auf dem Standstreifen überholt haben. Der Veranstalter wollte sich seinerzeit nach einer Nordkurier-Anfrage nicht zu dem Vorfall äußern. Erst, wenn der gesamte Fall in Deutschland abgeschlossen sei, wäre man zu einem Kommentar bereit, hieß es. Sie beteuerten auf ihren Kanälen in sozialen Netzwerken stets, dass es sich bei der „Eurorally” um kein Rennen handele, sondern um eine Veranstaltung für „Auto-Enthusiasten”.

Der Fall liegt inzwischen bei der Staatsanwaltschaft Schwerin, die mit der rechtlichen Bewertung aber noch nicht fertig ist, wie eine Sprecherin auf Anfrage erklärte.

Irgendwann kommt die Rallye vielleicht doch zurück

Rallye-Fans in Deutschland müssen die Hoffnung aber nicht grundsätzlich aufgeben. An anderer Stelle auf der Facebook-Seite heißt es, dass Deutschland durchaus in den kommenden Jahren wieder ein Ziel der Rallye werden könnte.

Die „Eurorally 2020” soll aber im Mai 2020 von Karlstad in Schweden über Stockholm in die drei baltischen Hauptstädte Tallinn, Riga, Vilnius gehen. Das Ziel ist dann die polnische Hauptstadt Warschau. Die Teilnehmer können sich ab dem ersten August registrieren, wobei knapp 600 Euro pro Person fällig werden. Laut Veranstalter müssen zudem immer mindestens zwei Personen in einem Fahrzeug sitzen.

Unter den vielen Autos bei der „Eurorally 2019” hatten die Teilnehmer übrigens auch ihren Liebling gewählt. Den Titel „Most impressive car” hat in diesem Jahr dieser aufgemotzte Lada des Teams Turbolada gewonnen.

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Kommentare (6)

Jetzt wird es umso mehr Zeit die längst überfälligen Geschwindigkeitsbegrenzungen von 130 kmh auf Deutschlands Autobahnen einzuführen!!!
Denn nur aufgrund dieser Begrenzungsfreien Zonen kommen diese skandinavischen Ralleyefahrer hierher.
Wenn sie rasen wollen, sollen sie sich eine Rennstrecke mieten!

ich etwas anders sofern die bab frei ist und ich keinen gefährde gern mal vollgas.....aber ein rennen auf der bab würde ich auch unterbinden

Okay, wenn man jünger ist ( nehme ich an) fährt man halt sportlich, wenn's möglich ist, ich bin älteres Semester und hab Zeit.

da liegen sie falsch auch schon älter und zeit habe ich auch .....aber auch mal gern das gaspedal durchtreten und jenseits der 200 SOFERN die bahn frei ist

Gut ,jeder nach seiner Fasson. Ich denke sie geben mir Recht , wenn ich sage , schnell fahren , oder rasen, sind zwei grundverschiedene Sachen.

richtig schnelles fahren hat nichts mit rasen gemeinsam