Diskussion um Landeslied
Nächste Runde im Zoff um neue Landeshymne

Harald Wandel hat sich am Wettbewerb um die Landeshymne beteiligt, schaffte es allerdings nicht ins Finale.
Harald Wandel hat sich am Wettbewerb um die Landeshymne beteiligt, schaffte es allerdings nicht ins Finale.
Matthias Bruck

Die Suche nach einem neuen Lied für Mecklenburg und Vorpommern steht unter keinem guten Stern. Nach Gerd Brummund kritisiert ein weiterer Musiker das Prozedere der Ausschreibung.

Kein gutes Haar am Wettbewerb zur Suche nach einer neuen Hymne für das Land Mecklenburg-Vorpommern hat der Neubrandenburger Liedermacher Harald Wandel gelassen. Auch die Lieder der vier Finalisten, die durch eine Jury aus knapp 150 Vorschlägen ausgewählt wurden, sieht der Musiker aus der Viertorestadt kritisch. Wandel, der es mit seinem Lied nicht in die Auswahlrunde geschafft hat, moniert insbesondere, dass der Auslober, also der Heimatverband MV „die Spielregeln zweimal im laufenden Vorgang verändert” hat.

Er habe selbst seinen Beitrag nach der ersten Veränderung zurückgezogen und ihn später zum neuen Termin wieder eingereicht, erklärt Wandel. So war er immer davon ausgegangen, dass – wie in der ersten Ausschreibung festgelegt – elf Titel in die Vorauswahl sind kommen. Dass es nun nur vier Titel, sind, verwundere ihn sehr.

In einem weiteren Punkt habe sich der Heimatverband selbst nicht an seine bisherigen Ausschreibungen gehalten. In allen Versionen „wurde eine HYMNE gefordert”. Nun spreche die Vorsitzende des Heimatverbandes, Cornelia Nenz, plötzlich davon, dass es keine Hymne sein soll, sondern nur ein Lied. „Ich zähle mich der Schreiber-Kaste zu und bin darüber entsetzt. An eine Hymne gehe ich ganz anders ran als an ein Lied”, verdeutlichte Wandel. In seinem Repertoire fänden sich etliche Lieder über Land und Leute. Mit der Forderung, eine Hymne zu schreiben, habe er sich jedoch zu „einer verbindlichen Feierlichkeit bereitgefunden.

Musiker: Das Hauptkriterium für die Auswahl war offenbar die Orchestrierbarkeit für das Polizeiorchester

Die vier jetzt ausgewählten Titel würden in der Öffentlichkeit recht kritisch bewertet, so Wandels Eindruck über die Lieder der vier Kontrahenten, die es in die Finalrunde geschafft haben. „Meistenteils seichte Schwulsthudelei mit Ortsangaben und Allgemeinplätzen über die Mentalität der Landsleute – leicht verwechselbar in Ort und Zeit und ebenso leicht auf andere Landstriche umzuarbeiten”, so Wandels Urteil. Das Hauptkriterium für die Auswahl sei offenbar die Orchestrierbarkeit für das Polizeiorchester gewesen. „Da spielen Textaussagen wohl nur eine Nebenrolle. Aber das spekuliere ich nur”, so Wandel.

Hier können Sie sich den Beitrag von Harald Wandel anhören:

In die Endrunde haben es folgende Musiker geschafft: Kally Darm, Gerald Uhlendorf und Ditte Clemens, Gerd Brummund sowie Wolfgang Bernstein. Vor Wandel hatte bereits Brummund das Prozedere kritisiert. Der Liedermacher aus Woggersin bei Neubrandenburg hatte sich der Einspielung seines Liedes durch das Landespolizeiorchester (LPO) nach aus seiner Sicht mehreren misslungenen Versuchen widersetzt.

Erst nachdem Brummund einen Anwalt eingeschaltet hatte, läuft sein Lied nun in der von ihm eingereichten Demo-Version. Auch Brummund hatte die mehrfache Änderung der Ausschreibungskriterien kritisiert. Hierzu gehörte auch die geforderte Einspielung der Finaltitel durch das LPO.

Indes hat Heimatbund-Geschäftsführerin Anna-Konstanze Schröder wie schon ihre Vorsitzende Cornelia Lenz das seit knapp zwei Jahren laufende Verfahren verteidigt. „Ich bedaure es sehr, dass nun auf diese Weise der Wettbewerb in ein schlechtes Licht gerückt wird”, sagte sie. Das Schweriner Kulturministerium, das den Wettbewerb mit rund 40000 Euro finanziert, hat sich bislang nicht zu der Diskussion um den Wettbewerb geäußert.

Kommentare (2)

Wir haben schon zwei schöne alte Landeshymnen. Zwei nicht eine! Aus Pommern werden keine Mecklenburger. Und aus Mecklenburgern keine Pommern.

Ein Lied das keiner braucht.