AUSBEUTUNG

Nähwerkstatt protestiert vor H&M-Filiale in Greifswald

In Greifswald hat eine offene Nähwerkstatt vor der H&M-Filiale protestiert. Als Näherinnen verkleidete Protestler jagten dabei den „H&M-Boss”.
Philipp Schulz Philipp Schulz
Mitmach-Theater als Protest: Welche Näherin bekommt den existenzsichernden Lohn?
Mitmach-Theater als Protest: Welche Näherin bekommt den existenzsichernden Lohn? Philipp Schulz
Als Näherinnen verkleidete Protestler jagten den "H&M-Boss".
Als Näherinnen verkleidete Protestler jagten den „H&M-Boss”. Philipp Schulz
Die deutschlandweite Aktion fand in mehreren Städten statt, unter anderem auch Berlin und Dresden.
Die deutschlandweite Aktion fand in mehreren Städten statt, unter anderem auch Berlin und Dresden. Philipp Schulz
Greifswald.

Ungewohnte Szenen in der Greifswalder Einkaufszeile. Am Samstag gegen 14 Uhr bauten sieben Menschen einen Stand direkt gegenüber der H&M-Filiale auf. Mit Megafon klärten sie über ihre Aktion auf: „Wir wollen niemanden verurteilen, der bei H&M einkauft, wir wollen nur darauf hinweisen, dass H&M keine existenzsichernden Löhne zahlt.” Die Protestler gehören zu dem Kabutze e.V., einer offene Nähwerkstatt in Greifswald.

Die Aktion ist kreativ angelegt. In einem kleinen Mitmach-Theaterstück, bei dem fünf, als Näherinnen verkleidete Protestler den „H&M-Boss” jagen. Dieser hat die Existenzlöhne auf den Rücken geklebt. Schaut er hin und sieht, dass sich eine Näherin um die gerechten Löhne bemüht, muss sie wieder hinter die Linie und von vorne anfangen. Die Greifswalder wurden angehalten mitzumachen.

Deutschlandweite Aktion

Nebenbei werden die Passanten informiert, dass das durchschnittliche Nettoeinkommen bei einem H&M-Zulieferer im EU-Mitgliedsland Bulgarien bei umgerechnet 98 Euro pro Monat liege. Das sei nicht einmal die Hälfte des gesetzlichen Mindestlohnes. Dieser liegt bei 204 Euro. Sie beziehen ihre Informationen von „Turn around H&M”, einer Kampagne der Organisation clean clothes campaign (CCC).

Die Proteste fanden in mehreren deutschen Städten statt, unter anderem auch Berlin und Dresden. Mit den Aktionen, soll die weltweit zweitgrößte Mode-Kette an eine Ankündigung vom November 2013 erinnert werden. Nach der Rana-Plaza-Katastrophe in Bangladesch mit 1134 Toten stellte das schwedische Unternehmen eine „Roadmap hin zu fairen Existenzlöhnen in der Textilindustrie“ vor. Rund 850.000 Textilarbeiter sollten Existenzlöhne erhalten.

Laut der CCC ist davon fünf Jahre später ist davon keine Rede mehr: Die „Roadmap“ findet sich mittlerweile nicht mehr auf den Internetseiten von H&M.

In der nächsten Woche sollen weitere Aktionen in Greifswald zu dem Thema folgen. Unter anderem ein Kinoabend im Koeppenhaus.

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Kommentare (3)

Wenn die Globalisierung in D so richtig einschlaegt - wer ist H&M - indische Naeher sind qualitatv flexibler und chin. kreativer und schneller

Denkt ihr denn das diese Aktion die Zielgruppe erreicht???
Besser wäre es wenn man in Berlin für gleiche Löhne in Ost und West sich eingesetzt hätten. Beschäftigte hier sind doch menschen 2. Klasse bei den Westbossen und in den Bäckereifilialien, egal wie sie heißen wird auf Soziales und Familie keine Rücksicht genommen. Warum muss eine Bäckereifiliale bis 20 Uhr geöffnet haben???? Brot ist haltbar und da kann man sich rechtzeitig bevorraten.....Also doch nur zur Gewinnmaximierung einer kleinen Gruppe - Ausbeuter!!!

...um Aufmerksamkeit zu schaffen. Man träumt vom guten, Echten, Wahren, kauft dann aber billig im H&M. Nachhaltig produzierte Kleidung aus Deutschland wäre vermutlich sehr teuer und müsste lange halten. Zum Billigbäcker gibts übrigens eine Greifswalder Alternative: Mal zu Grätsch in die Wolgaster fahren.