Angesichts des zunehmenden Artensterbens und dem damit einhergehenden Verlust der biologischen Vielfalt hat die Umweltschutzor
Angesichts des zunehmenden Artensterbens und dem damit einhergehenden Verlust der biologischen Vielfalt hat die Umweltschutzorganisation BUND den verstärkten Ausbau des Ökolandbaus gefordert. Jens Büttner
Für Artenschutz

Naturschützer fordern mehr Ökolandbau

Das Bundesamt für Naturschutz hatte im Dezember 2020 ein sehr düsteres Bild des Zustandes der Pflanzenvielfalt in Deutschland gezeichnet. Für Umweltexperten ist Biolandbau ein Teil der Lösung.
dpa
Güstrow

Angesichts des zunehmenden Artensterbens und dem damit einhergehenden Verlust der biologischen Vielfalt hat die Umweltschutzorganisation BUND den verstärkten Ausbau des Ökolandbaus gefordert.

Kleinere Felder, robuste Nutztierrassen

Felder müssten verkleinert, Hecken, Feldgehölze oder Streuobstwiesen angelegt werden, sagte der BUND-Agrar-Experte Burkhard Roloff vor einer Fachtagung des Agrarbündnisses MV in Güstrow. Dazu gehöre auch das Anlegen von Blühstreifen und -flächen. Auf den Feldern müsste artenreiches Grünland gepflegt, Felder wildtierschonend bewirtschaftet oder Bienen gehalten werden. Auf den Höfen sollte die Kompostwirtschaft intensiviert oder robuste Nutztierrassen gehalten werden.

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Der ökologische Landbau als weltweit erprobtes Anbausystem fördere insgesamt die biologische Vielfalt, betonte Roloff. Wissenschaftliche Untersuchungen belegten, dass Öko-Flächen eine deutlich höhere Artenvielfalt und -dichte aufweisen als konventionell bewirtschaftete Flächen. „Bodenorganismen, Wildkräuter, Insekten und Feldvögel werden begünstigt von einer vielfältigen Fruchtfolge und der Bewirtschaftung ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel.”

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Roloff verwies auf Untersuchungen des Bundesamts für Naturschutz (BfN). Es hatte bei mehr als 70 Prozent von mehr als 2000 untersuchten Arten in den vergangenen 60 Jahren deutschlandweit Rückgänge beobachtet. Vor allem große Teile der Ackerbegleitflora, wie die Saat-Wucherblume und der Echte Frauenspiegel, sind betroffen. Bei der Tagung des Agrarbündnisses soll der Zusammenhang zwischen der ökologischen Wirtschaftsweise und dem möglichen Artenschutz im landwirtschaftlichen Bio-Betrieb dargestellt werden. Vier erfolgreiche Bio-Betriebe aus Norddeutschland werden präsentieren, wie sie durch ihre Betriebskonzepte und täglich durch artenschonende Landbewirtschaftung zum Arten- und Biotopschutz beitragen.

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