AKTIONSBÜNDNIS

Naturschützer wollen B96-Ausbau stoppen

Für viele in der Region kann der B96-Ausbau nicht schnell genug kommen. Ein neues Aktionsbündnis aus Naturschützern will die Pläne allerdings ausbremsen.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Mit dem B96-Ausbau soll es in Richtung Süden schneller voran gehen als bisher.
Mit dem B96-Ausbau soll es in Richtung Süden schneller voran gehen als bisher. Thomas Beigang
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Viele Firmen in der Region fordern den Ausbau der B96. Foto: NK-Archiv
Viele Firmen in der Region fordern den Ausbau der B96. Foto: NK-Archiv NK-Archiv
Bernhard Hoffmann aus Fürstenberg, Annett Beitz und Katarina Waschitzek vom BUND, Gunter Panner vom Nabu und Grünen-Kreissprecherin Jutta Wegner (von links) gehören zu den Initiatoren des Aktionsbündnisses. Foto: Susanne Schulz
Bernhard Hoffmann aus Fürstenberg, Annett Beitz und Katarina Waschitzek vom BUND, Gunter Panner vom Nabu und Grünen-Kreissprecherin Jutta Wegner (von links) gehören zu den Initiatoren des Aktionsbündnisses. Foto: Susanne Schulz Susanne Schulz
Der Forderung "Ausbau beginnen!" setzt das Bündnis eine "So nicht!" entgegen. Foto: Susanne Schulz
Der Forderung „Ausbau beginnen!” setzt das Bündnis eine „So nicht!” entgegen. Foto: Susanne Schulz Susanne Schulz
Der Forderung "Ausbau beginnen!" setzt das Bündnis eine "So nicht!" entgegen. Foto: Susanne Schulz
Der Forderung „Ausbau beginnen!” setzt das Bündnis eine „So nicht!” entgegen. Foto: Susanne Schulz Susanne Schulz
Neubrandenburg.

Dass der gebieterische Schriftzug „So nicht!“ sehr an das Logo erinnert, mit dem in Neubrandenburg und Umgebung vielfach „B 96-Ausbau beginnen!“ gefordert wird, ist kein Zufall: Ein neues Aktionsbündnis will „überdimensionierten Straßenbauplänen“ entgegentreten, mit denen die Verkehrsader zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz auf 20 Kilometern erheblich ausgebaut werden soll, inklusiver zweier Ortsumgehungen für Usadel und Weisdin. Viele Unternehmer der Region sähen die Erweiterung lieber heute als morgen umgesetzt und wissen bei ihrer „Jetzt beginnen“-Kampagne auch weite Teile der regionalen Politik hinter sich.

Ganz anders sehen das die Initiatoren des „So nicht“-Bündnisses, in dem sich die Umweltverbände BUND und Nabu mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Arbeitskreis „Lebendiges Fürstenberg“ und dem Kreisverband der Grünen zusammengefunden haben. Das Bauvorhaben diene vorwiegend den Speditionen, findet etwa Grünen-Kreissprecherin Jutta Wegner. „Lkw-Verkehr, der auf die Autobahn gehört, wird damit weiterhin auf die Bundesstraße verlagert.“ Zudem warnen die Akteure, wie die Neubrandenburger BUND-Geschäftsführerin Annett Beitz zusammenfasst, vor immensen Kosten bei immensen Belastungen für Natur und Anwohner.

Für rund 100 Millionen Euro sollen zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz gut 20 Kilometer Bundesstraße nicht nur aus-, sondern teilweise neben der vorhandenen Trasse neu gebaut werden. Dem Bundesverkehrswegeplan zufolge geht es um eine „Verbindungsstraße höchster Priorität“, wo eine Fahrgeschwindigkeit von 80 bis 90 Stundenkilometern ermöglicht werden müsse – was in der bisherigen Form, noch dazu mit zwei Ortsdurchfahrten, nicht der Fall ist.

Zwölf Kilometer mit Überholstreifen geplant

Daher sollen zwölf  Kilometer der Strecke mit Überholstreifen versehen werden, wechselweise in nördlicher und südlicher Richtung. Auswirkungen hätte die Streckenführung auch für den öffentlichen Nahverkehr und den Rettungsdienst. „Und das alles für drei Minuten Zeitgewinn“, stellt Annett Beitz lakonisch fest.

Zudem sei die Untersuchung naturschützerischer Belange, besonders im sensiblen Bereich des Nonnenbachtals, dem Neubrandenburger Nabu-Vorsitzenden Gunter Panner zufolge „miserabel“ erfolgt.

Völlig überzogen seien die Planungen obendrein für eine Straße, die keineswegs als Stau-Schwerpunkt gelten müsse, wie Anwohnerin, Pendlerin und BUND-Mitglied Katarina Waschitzek findet. Für flüssigen und sicheren Verkehr genüge die Erweiterung Ausweich- und Überholspuren sowie in den Ortschaften ein Tempo-Limit von 30 km/h. Druck aus der Bevölkerung, so hoffen die Initiatoren des Aktionsbündnisses, solle die Planer zum Umdenken bewegen.

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Kommentare (3)

Hier scheinen Bürger die B96 nicht zu kennen. Der LKW-Verkehr auf der B96 beschränkt sich auf lokale Verbindungen. Hier auf die Autobahn zu verweisen, ist entweder schlecht recherchiert oder gewollt falsch zu informieren. Nur weil Waren/M. derzeit immer noch darauf besteht, den Transitverkehr durch die Innenstadt zu führen, um genügend Schadstoffe Einheimischen und Gästen aufzuerlegen und Lärm zu haben, müssen andere Ortschaften dies nicht auch gut finden.

Das Problem ist der lokale LKW Verkehr und nichts weiter. 30 km/h in Ortschaften braucht man auch nicht! Baut genug Ausweichstellen, wo LKW gesetzlich verpflichtet sind anzuhalten wenn sich dahinter schneller fahrende Fahrzeuge anstauen. So was gabs schon mal und war geeignet um den Verkehr flüssig zu halten. Alles andere ist Quatsch und kostet nur Geld was für sinnvollere Dinge ausgegeben werde soll. Der NABU soll sich bei Allem mal zurückhalten, wenn es nach denen geht würden wir immer noch in den Höhlen sitzen und mit den Fingern essen!

Stimmt genau. Nächster Vorschlag die Geschwindigkeit der LKWs auf Bundesstraßen, von 60 kmh auf 80 kmh erhöhen. Es hält sich jetzt schon niemand daran, höchstens Deutsche LKW Fahrer. Dann würde der Verkehr auch schon flüssiger werden.