SPARPROGRAMM

NDR setzt Rotstift an – nie wieder Sommertour

Obwohl er den Bürgern im Norden jährlich rund eine Milliarde abknöpft, wirtschaftet der NDR offenbar über seine Verhältnisse. Nun setzt der neue Intendant den Rotstift an.
So wie hier auf dem Markt in Anklam verpulverte der NDR bei seiner alljährlichen „Sommertour” munter das Geld der Gebührenzahler.
So wie hier auf dem Markt in Anklam verpulverte der NDR bei seiner alljährlichen „Sommertour” munter das Geld der Gebührenzahler. Veronika Müller / Archiv
Hamburg ·

Im Schweriner NDR-Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern galt die alljährliche NDR-Sommertour als heilige Kuh – doch damit ist nun offenbar Schluss. Die Veranstaltungsreihe mit Gratis-Konzerten im ganzen Land, fällt dem in dieser Woche vorgestellten rigiden Sparprogramm des neuen NDR-Intendanten Joachim Knuth zum Opfer.

Es entfallen 200 Stellen – und Unterhaltungs-Sendungen

Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) muss demnach in den kommenden vier Jahren rund 300 Millionen Euro einsparen und damit 60 Millionen Euro mehr als bislang geplant. Über die Einzelheiten des Sparprogramms habe Intendant Joachim Knuth am Freitag den Verwaltungsrat informiert, teilte der öffentlich-rechtliche Sender in Hamburg mit. Es sei vorgesehen, die Ausgaben für Personal, Produktion, Verwaltung und Programm zu senken. Unter anderem würden 200 Planstellen nicht nachbesetzt und so die Personalkosten um zehn Prozent zurückgeführt.

Im Fernsehen seien Einschnitte im Bereich Unterhaltung zu erwarten, auch bei den Zulieferungen des Senders für die ARD, heißt es in der Mitteilung. Zukünftig werde es weniger „Tatorte“, Unterhaltungsshows und Fernsehspiele vom NDR geben. Einige Sendungen wie „Inselreportagen“ und „Lieb und teuer“ werden gestrichen. „Zapp“ und das „Kulturjournal“ verlagern ihre Inhalte zunehmend in Online-Angebote und digitale Verbreitung. Das Engagement des NDR für die Gemeinschaftseinrichtung ARD-aktuell in Hamburg („Tagesschau“, „Tagesthemen“) behalte höchste Priorität.

Nur noch eine Großveranstaltung pro Bundesland und Jahr

Gestrichen werden auch die Sommertouren der Landesfunkhäuser in Hamburg, Hannover, Schwerin und Kiel. Künftig plane der NDR in jedem seiner vier Länder pro Jahr nur noch eine Großveranstaltung als Gastgeber. Bei den Musikensembles werden Personalkosten reduziert und Strukturen verändert. Veranstaltungen wie das NDR Klassik Open Air fallen weg.

Der NDR verfügt jährlich über Einnahmen von rund einer Milliarde Euro (2018), konnte aber bislang aus Rücklagen höhere Ausgaben finanzieren. Diese Rücklagen sind aufgebraucht, so dass auch eine mögliche Erhöhung des Rundfunkbeitrags von gegenwärtig 17,50 Euro auf 18,36 Euro pro Monat keine grundlegende finanzielle Entlastung bedeuten würde.

„Herausfordernde Finanzlage” – trotz Millionen von Gebührenzahlern

Knuth hatte deshalb schon im Januar ein Sparprogramm angekündigt. „Angesichts der herausfordernden Finanzlage müssen wir Prioritäten setzen“, sagte der Intendant. „Wir werden unseren starken Journalismus, die Information, die regionale Kompetenz bewahren, müssen aber dafür an anderer Stelle auf Gewohntes verzichten.“ Die Folgen der Corona-Krise hätten die Einsparnotwendigkeit für die nächsten Jahre noch einmal deutlich erhöht.

Zudem belastet ein Neubau für den Sendebetrieb des NDR-Fernsehens das Budget. Das alte Bürogebäude kann wegen Asbest-Belastung nicht mehr genutzt werden. Um Kosten zu sparen, wird der Abriss des Gebäudes um zunächst vier Jahre verschoben.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Hamburg

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Kommentare (15)

wenn die Pensionsbelastungen steigen und man dem Zwangszahler nicht erheblich mehr auspressen kann.
Man gut, dass man wenigstens nicht auch noch seinen Wünschen entgegenkommen muss. Oder wie war das mit dem Wunsch der älteren Bevölkerung, mit mehr deutschem Schlager im Hauptprogramm NDR 1 MV?
Ein Heimatsender pro Bundesland reicht! Denn Rest machen die Privaten.

Vllt kann man in Hamburg ja noch etwas einsparen wenn man dieses in den Hintern kriechen beim HSV einstellt. Stolpern in Liga 2 von einer Verlegenheit in die nächste, erfahren vom NDR aber eine mediale Beachtung, da werden Werder Bremen und Wolfsburg rot vor Wut.

Bremen nein. Bremen hat mit NDR nichts zu tun.

Warum berichtet denn der NDR von den Spielen von Werder Bremen, wenn die doch mit dem NDR nix zu tun haben?

NDR Info und NJOY braucht auch kein Mensch! Ein Regionalradio und NDR2. Tschiller Tatort absetzen. Wer bezahlt eigentlich den Polizeiruf aus HRO? Kann auch abgesetzt werden. Panorama einstellen, Frau Reschke in den Vorruhestand.

NJoy brauche ich nicht, ich bin mir aber sicher, dass es eine große Zielgruppe hat.
NDR Info ist mein Autofahrprogramm, dafür würde ich gerne auf den Regionalsender verzichten.
Man kann es nicht Allen Recht machen.

hatte ich auch mal eine Zeit lang auf der Fahrt zur Arbeit gehört.
Mag sein, daß es immer zur selben Zeit war. Presseschau und Interviews mit abgehalfterten Gesprächspartnern von der Sorte Elmar Brok oder Asselborn. EU-Propaganda und übertriebenes Gendergeschwätz. So die Preisklasse.

Wen hättens denn gern? Xavier Naidoo, Ken Jebsen, den Compact-Elsässer, den Kubitschek oder gleich die AfD-Wochenschau?

genau das Programm was dir so richtig auf den Sack geht...

...Hass gegen Andersdenkende löst anscheinend Denkblockaden aus...muss das ein beschissenes Leben sein, wenn man als einziges Gegenargument immer gleich die Nazileule auspacken muss...

... kommt der NDR in die richtige Spur, wirtschaften zu lernen.

...diese treuherzigen Lippenbekenntnisse vom "Einsparen" gehören doch längst zum Ritual einer bevorstehenden Gebührenerhöhung dazu.
Wenn sie jetzt so laut trommeln scheint es also beschlossene Sache zu sein sich einen besonders großen Schluck zu genehmigen.
Und die Landesfürsten machen bei dem verlogenen Spiel gerne mit, der Herr gibts den Seinen eben im Schlaf...

Viele wissen einfach nicht zu schätzen, daß wir das beste, umfangreichste öffentlich finanzierte Radio und Fernsehprogramm der Welt haben.
Und das geht nur über Gebühren.
Freier gibt es nicht....
Schaut euch die anderen Länder an. Nur England, mit der BBC ist ebenbürtig.
Wer an den Sendeanstalten sparen will, fördert Volksverdummung.

sind mir aber zu groß.
Wir gucken oft BR, BR alpha, rbb.
NDR ist irgendwie blass, farblos, alt. Da hilft auch der schleichende Austausch der Moderatoren beim Nordmagazin nichts.

...in Ihrer Aufzählung haben Sie leider etwas geflissentlich übersehen:
Auch das teuerste System haben wir !

Und Daily soaps, Fußballübertragungen etc, das ist ja nun wirklich Volksverdummung.

...wer es sehen will, kann für Zahlen und wer nicht muss nicht etwas finanzieren was er nicht nutzt...vermutlich würde dann nur noch ein Radio&TV Sender über bleiben und die ganzen restlichen „Journalisten“ müssten es mal mit richtiger Arbeit versuchen, statt sich von Zwangsabgaben das Leben versüßen zu lassen....