RECHTSEXTREMISMUS

Neonazi-Werbung in Polizei-Heft

In einem Polizei-Malheft zur Verkehrsprävention hat ein Rechtsextremist eine Werbeanzeige geschaltet. Innenminister Caffier reagiert empört.
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Innenminister Caffier tadelt die Polizeigewerkschaft MV, nachdem die ein Heft mit der Werbung eines Rechtsextremisten ver&ouml
Innenminister Caffier tadelt die Polizeigewerkschaft MV, nachdem die ein Heft mit der Werbung eines Rechtsextremisten veröffentlicht hatte. Frank Molter/dpa
Schwerin.

Mit scharfer Kritik hat Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am 1. November auf eine Werbeanzeige reagiert, die in einem Malheft zur Verkehrsprävention von der Deutschen Polizeigewerkschaft Mecklenburg-Vorpommern (DPolG M-V) geschaltet wurde. Dort konnte ein bekannter Rechtsextremist für seine Abrissfirma im Raum Nordwest-Mecklenburg werben.

Verlag war der politische Hintergrund nicht bekannt

„Es ist nicht nur peinlich, sondern auch völlig inakzeptabel für eine Polizeigewerkschaft einem ausgewiesenen und bekannten Rechtsextremisten eine derartige Werbung zu ermöglichen und bedarf der lückenlosen Aufklärung”, so Caffier wütend in einer Pressemitteilung.

Der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft, Ronald Müller, bedauerte den Vorfall. Dem Partnerverlag, mit dem die Polizeigewerkschaft das Malheft zur Verkehrsprävention seit nunmehr schon etwa fünf Jahren herausgebe und der sich um die Finanzierung durch örtliche Werbekunden kümmere, sei der politische Hintergrund des Unternehmers nicht bekannt gewesen.

Auflage wird vernichtet

Sofort nach Bekanntwerden des Falls sei die etwa 600 Hefte umfassende Auflage eingezogen worden. Sie werde vernichtet, versicherte Müller.

In den vergangenen Monaten hagelte es immer wieder Kritik für die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern.

 

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Kommentare (1)

HaT er rechtsradikale Werbung geschaltet? Wenn dort nur Werbung für eine Baufirma ist, wäre die Vernichtung auf SteuerzahlerKosten eine weitere Überschreitung der Neutralität. Mal abgesehen davon ist Werbung in einer "staatlichen" Broschüre eher peinlich.