VERKEHRSMINISTER PEGEL

Neubau der A20 bei Tribsees gerettet

Es ist vollbracht, die letzte Hürde genommen: Die vor zwei Jahren im Moor versackte A20 bei Tribsees darf neu gebaut werden. Das Projekt stand wegen eines kleinen Reptils auf der Kippe.
Andreas Becker Andreas Becker
Der Instandsetzung der A20 bei Tribsees steht nun formell nichts mehr im Wege.
Der Instandsetzung der A20 bei Tribsees steht nun formell nichts mehr im Wege. Bernd Wüstneck
Vor zwei Jahren versackte die A20 bei Tribsees im Moor.
Vor zwei Jahren versackte die A20 bei Tribsees im Moor. Stefan Sauer
Die Zauneidechsen sollen ein neues Zuhause bekommen.
Die Zauneidechsen sollen ein neues Zuhause bekommen. NK-Archiv
Tribsees.

Der Instandsetzung der A20 bei Tribsees steht nun formell nichts mehr im Wege – nachdem in der Nähe des Bunkers Eichenthal ein Ausweichhabitat für Zauneidechsen fertiggestellt worden ist. Diese Maßnahme war Auflage für die naturschutzrechtlichn Genehmigung des Neubaus der A20 zwischen den Anschlussstellen Tribsees und Bad Sülze.

„Das Trebeltal ist ein Flora-Fauna-Habitat und damit Heimat vieler Arten – insbesondere auch der Zauneidechse, die europaweit unter strengem Artenschutz steht. Die Errichtung eines Ausweichhabitats für die Reptilien musste deshalb zwingend vor Beginn der anstehenden Instandsetzung der A20 vollzogen werden”, erklärte Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) am Mittwoch.

„Oberste Priorität hat für uns weiterhin der Faktor Zeit bei der Wiederherstellung der A20 bei Tribsees – ich bin deshalb sehr dankbar, dass diese für einen Baubeginn in den kommenden Wochen vorab umzusetzende Maßnahme so zügig abgeschlossen werden konnte und wir damit schnell loslegen können“, so Pegel.

Neues Zauneidechsen-Heim kostet 500.000 Euro

Die neue Heimat der Zauneidechsen liegt jetzt auf dem Gebiet der ehemaligen Siloanlage neben der A20. Die Siloanlage wurde vollständig geräumt, bereinigt und für das Reptil entsprechend hergerichtet. „Wir haben alle Elemente berücksichtigt, die die Zauneidechse zum Leben braucht. „Es gibt ausreichend Versteckmöglichkeiten durch unverfugte Stein- und Holzhaufen, offene, gut besonnte Flächen zum Sonnenbaden und Ausbrüten der Eier sowie schattige Plätze. Außerdem haben wir lockere Sand- und Kiesaufschüttungen eingerichtet, um den Tieren Überwinterungsmöglichkeiten zu schaffen”, sagte Pegel..

Die Kosten für das neue Zuhause der Zauneidechse belaufen sich nach Angaben aus dem Landesverkehrsministerium auf rund 500.000 Euro und werden vom Bund getragen. „Es freut mich, dass wir damit auch einen Beitrag zum Rückbau dieser nicht mehr genutzten Anlagen leisten und einen unansehnlichen Punkt beseitigen konnten“, betonte der Pegel.

Die A20 war im Herbst 2017 aus bis heute noch nicht gänzlich geklärten Ursachen zusammengestürzt und zum größten Teil im Moor versunken. Anschließend musste der Autobahnverkehr ein gutes Jahr über umliegende Dörfer geführt werden. Seit Dezember vergangenen Jahres rollt der Verkehr mit stark reduzierter Geschwindigkeit über eine Behelfsbrücke. Es dürfte noch Jahre dauern, bis die A20 bei Tribsees wieder komplett befahrbar sein wird.

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