NPD-AFFÄRE

Neue Beweise für braune Vergangenheit von AfD-Chef Augustin

Am Freitag berät der AfD-Landesvorstand über einen Parteiausschluss seines Co-Vorsitzenden Dennis Augustin. Dem Nordkurier liegen inzwischen weitere Beweise für Augustins Aktivitäten im Jung-Kader der NPD vor. Und die Aussage eines Ex-Kameraden.
Dennis Augustin wurde im NPD-Parteiorgan „Deutsche Stimme” sowohl als Ansprechpartner für den JN-Kreisverband Stormarn als auch als Mitglied der Redaktion der „Jungen Deutschen Stimme” genannt.
Dennis Augustin wurde im NPD-Parteiorgan „Deutsche Stimme” sowohl als Ansprechpartner für den JN-Kreisverband Stormarn als auch als Mitglied der Redaktion der „Jungen Deutschen Stimme” genannt. Büttner/Deutsche Stimme/NK-Repro
Neubrandenburg.

Die NPD-Affäre um den Co-Chef der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, spitzt sich weiter zu. Augustin schwieg bisher auf die Frage, ob er Mitglied der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD war. Jetzt meldet sich ein ehemaliger Weggefährte Augustins zu Wort. Sönke P. war von 1988 bis 1989 stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Nationalisten (JN) in Schleswig-Holstein, außerdem führte er viele Jahre den JN-Kreisverband Rendsburg/Eckernförde an.

Dem Nordkurier sagt er: „Dennis Augustin war definitiv Mitglied der JN”. Er sei damals in einer Clique gewesen, zu der auch Augustins Bruder und der heute ebenfalls in der AfD Mecklenburg-Vorpommern organisierte Ingo C. gehörten. „Die waren eher bürgerlich drauf, weicher als viele andere von uns”, so P. Deswegen seien sie unter vielen jugendlichen Rechtsextremisten der JN oft als „Softie-Gang” verspottet worden. Augustin sei Mitglied im Kreisverband Stormarn gewesen, dessen Vorsitzender Ingo C. war.

„Radikalisierung und Verblödung wurden immer heftiger”

Sönke P. ist heute 49 Jahre alt. Sein Name taucht genau wie der Augustins in der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ (DS) auf. Im Impressum einer Ausgabe der „Jungen Deutschen Stimme“, einer Beilage der DS, ist Dennis Augustin als Mitglied der Redaktionsgemeinschaft aufgeführt. Auch sein heutiger und damaliger Parteifreund Ingo C. wird an mehreren Stellen als Kreischef der JN Stormarn genannt, einen Artikel mit dem Titel „Jugend für NPD” verfasste C. selbst. In einem weiteren Ausschnitt werden sowohl C. als auch Augustin als Ansprechpartner des JN-Kreisverbandes Stormarn gelistet. „Damals hatte die NPD eine Hochphase und auch die JN war sehr stark”, berichtet P. Jeder Kreisverband habe rund 15 bis 20 Mitglieder gehabt. „Wir waren alle Nazis und wir standen weit rechts von den Republikanern”, so P. weiter.

Die Augustin-Brüder und Ingo C. hätten die rechtsextreme Vereinigung irgendwann Anfang der 1990er Jahre verlassen, heute sind sie alle Mitglieder in der AfD. Sönke P. blieb noch einige Jahre länger, trat erst 1997 aus. „Die Radikalisierung und die geistige Verblödung wurde mit den Jahren immer heftiger.” Irgendwann, so P., habe er „diesen ganzen Müll” nicht mehr ertragen können. Während eines Gefängnisaufenthalts – P. musste wegen fahrlässiger Tötung für knapp drei Jahre in den Knast – fand er die nötige Distanz. Danach gab er seine Posten ab und trat aus der Partei aus. Seitdem engagiert sich P. unter anderem in der Flüchtlingshilfe.

Dennis Augustin wollte sich im Nordkurier nicht zu den Aussagen äußern. „Wenn ich nicht weiß, wer etwas sagt, nehme ich dazu keine Stellung. Wer aus der Anonymität heraus handelt, denunziert”, sagte Augustin am Mittwoch. Zu seiner Nennung im Impressum der Jungen Deutschen Stimme sagte Augustin: „Das ist ja grotesk. Das habe ich noch nie gesehen und war ganz sicher nie in einer Redaktionsgemeinschaft dieser Zeitung. Ich kenne nicht eine einzige der im Impressum genannten Personen.”

Freitag wird über Augustins Zukunft entschieden

Auch Augustins Freund und ehemaliger JN-Kreischef Ingo C. sprach mit dem Nordkurier. Er könne weder bestätigen noch dementieren, dass Augustin in der JN war. „Das ist alles schon so lange her, ich kann mich nicht mehr erinnern”. Nach mehrmaligem Nachfragen sagte C., dass er Augustin aus „Burschenschaftskreisen”, nicht aus der JN kenne. Heute hätten die beiden nur noch „sporadischen Kontakt” zueinander.

Dennis Augustin steht innerparteilich unter Druck, seit der Nordkurier vorige Woche Fotos von ihm veröffentlichte, die seine Teilnahme an NPD-Ausbildungslehrgängen belegen. AfD-Bundeschef Alexander Gauland hatte daraufhin die Forderung erhoben, ihn aus der Partei auszuschließen. Am Freitag befasst sich der Landesvorstand der AfD-MV mit der Personalie.

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Kommentare (11)

ist heute noch die Jugendorganisation der NPD. Die NPD-Partei-Doppelspitze Udo Voigt und Udo Pastörs dürften das bei Nachfrage bestätigen. Es ist durchaus möglich, zunächst Mitglied einer Jugendorganisation einer politischen Partei zu sein, ohne gleichzeitig der Mutter-Partei beizutreten. Meist erfolgt das dann zu einem späteren Zeitpunkt. Ich selbst war von 2002 bis ca. zum Jahr 2007 aber beides, FDP-Mitglied im damaligen Kreisverband Mecklenburg-Strelitz (Neubrandenburg) und zugleich Mitglied bei den Jungliberalen (JuLis) Mecklenburg-Vorpommern und habe auch am Landtags-Wahlkampf im Frühherbst 2002 teilgenommen. War auch Bundestagswahl gleichzeitig, wo FDP-Parteichef Möllemann mit dem Fallschirm abgestürzt ist 1 Tag bevor er nach Neubrandenburg kommen sollte. Möllemann stand damals heftig in der Medien-Schelte, weil er es gewagt hatte, in einer TV-Talkrunde Israels Siedlungspolitik im Westjordanland zu kritisieren. Auch die Steuerfahnder vom Finanzamt waren mit einem Mal hinter Möllemann her. Die berechtigte Frage lautet daher bis heute: War der sich nicht öffnende Fallschirm ein inszenierter Selbstmord (öffentliche Darstellung), ein Unfall durchtechnischer Defekt (wie es äußerst selten passiert) oder eine koordinierte Geheimdienst-Aktion. Guido Westerwelle sein 18%-Projekt war nach dem Fallschirm-Tod jedenfalls erledigt (ca. 8% wurdens bundesweit, in Umfragen Wochen zuvor bei 14%) und auch die MV-Landes-FDP scheiterte mit 4,9% äußerst knapp an der 5%-Hürde (im Jahr 1998 zuvor nur 1,6%). Der seit 1998 amtierende Kanzler Gerhard Schröder (SPD) gewann vor Gegenkandidat Edmund Stoiber (CSU & CDU). Die Magnetschwebebahn wurde dann in China statt in München gebaut und der Problem-Bär trotzdem zur Strecke gebracht. *leicht grins*

Apropos Israel. Alles, was die AfD zum Thema Asyl, Nationalitätenverständnis und Migration fordert, und wahrscheinlich noch mehr, ist in Israel längst etablierte politische Praxis und Staatsdoktrin.
Der „ethnische-kulturelle Volksbegriff“, welcher der AfD vom Bundesamt für Verfassungsschutz seinem Gutachten zum Vorwurf gemacht wird, bildet das Fundament für Israels Einwanderungsrecht und Staatsbürgerschaftsrecht und ist seit Kurzem auch in der israelischen Verfassung verankert. Legale Einwanderung und Einbürgerung sind auf „Juden“, definiert nach einem auf Abstammung beruhenden Volksverständnis, beschränkt.

Asylbewerber oder Flüchtlinge nimmt Israel erst gar nicht auf. In Israel gibt es auch kein Asylrecht mehr. Illegale Migranten, etwa aus Afrika, die es trotzdem auf israelisches Gebiet schaffen, werden vom offizieller Seite als „Infiltratoren“ bezeichnet und auch entsprechend behandelt.

Schaut euch doch mal die linksextremistische Vergangenheit eines Joschka Fischers oder von Frau Claudia Roth an. So viel Scheinheiligkeit...Ich könnte kotzen!

"Whataboutism" an.

Nun gibt es ja durchaus Aussagen, die Joschka Fischers Jugendjahre nicht besonders glorreich erscheinen lassen. Aber linksEXTREMISTISCH? Dafür gibt es keinerlei Belege. Bei Frau Roth gibt es schon gar nichts, dass mit LinksEXTREMISMUS benannt werden kann.
Vielleicht haben Sie einfach nur Probleme mit den Begriffen "Links", "Linksextrem" und "Linksradikal" ?

Der Nordkurier greift hier direkt in einen innerparteilichen Machtkampf ein. Der Nordkurier agiert hier defakto als ein Verkündigungsorgan für den "gemäßigten" Flügel der AfD rund um Leif-Eric Holm, indem er ständig neue "Munition" gegen Dennis Augustin liefert. Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Nordkurier Dennis Augustin unbedingt fallen sehen will, vielleicht weil er eine möglichst angepasste, "zahnlose" AfD bevorzugt. Vielleicht befürchtet er, dass eine radikale AfD, die mehr Klartext spricht, erfolgreicher sein könnte.

Der Nordkurier greift hier direkt in einen innerparteilichen Machtkampf ein. Der Nordkurier agiert hier defakto als ein Verkündigungsorgan für den "gemäßigten" Flügel der AfD rund um Leif-Eric Holm, indem er ständig neue "Munition" gegen Dennis Augustin liefert. Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Nordkurier Dennis Augustin unbedingt fallen sehen will, vielleicht weil er eine möglichst angepasste, "zahnlose" AfD bevorzugt. Vielleicht befürchtet er, dass eine radikale AfD, die mehr Klartext spricht, erfolgreicher sein könnte.

Die Causa Augustin zeigt zumindest deutlich, welche veheerende Wirkung die "Unvereibarkeitsliste" für die AfD hat. Die ganze Artikelserie des Nordkuriers bezüglich der Vergangenheit des Herrn Augustins hätte es wohl nicht gegebeb, wenn es diese Unvereinbarkeitsliste der AfD nicht gäbe. Die AfD hat sich damit selbst ein "Stöckchen" geschaffen, welches ihnen ihre Gegner nun immer wieder vorhalten können. Derartige Unvereinbarkeitslisten gibt es bei den etablierten Parteien nicht. Eine eventuelle Vergangenheit bei der NPD oder ihrer Jugendorganisation wäre für eine Mitgliedsschaft bei der CDU oder der SPD kein Problem.

Ach kommen sie mir nicht mit Propagandatechniken. Jeder Argumentator benutzt sie auf die eine oder andere Weise. Lesen sie mal Edward Bernays "Propaganda", dann werden Sie erkennen, dass sogar im Gespräch zwischen Mutter und Kind sogenannte Propaganda benutzt wird. Was Sie mit den Begriff "whataboutism" machen, ist die Forderung nach "Gleiches Recht für Alle" unterminieren.

Zum Thema Linksextremismus und Joschka Fischer:
Hier ist der Link zu ein Bild, auf dem Joschka Fischer auf ein Polizist einschlägt:
https://danielcharell.files.wordpress.com/2010/10/fischer-prugelnd.jpg
Hier ein Artikel dazu: https://www.tagesspiegel.de/politik/joschka-fischer-der-aussenminister-bekennt-wir-haben-steine-geworfen/190976.html
Hier ein Bild auf den Claudia Roth hinter ein "Nie wieder Deutschland" - Banner posiert.
https://commons.wikimannia.org/images/Antideutsche_Partei.jpg

Einfach noch einmal über die Begriffe "Links", "LinksEXTREMISMUS" (https://de.wikipedia.org/wiki/Linksextremismus) und vielleicht noch "militant" informieren. Herrn Fischer mag und mochte ich auch nicht besonders, aber das darum, weil er "Kriegsminister" wurde. Aber im Gegensatz zu Herrn Augustin steht Fischer zu seiner Vergangenheit und ist kein Rassist.
Was an Claudia Roth linksextrem sein sollte (Die Teilnahme an einer Demo gegen die Einverleibung der DDR, gegen Nationalismus unter dem Motto "Nie wieder Deutschland!" ist es nicht, an solchen Demos habe ich auch teilgenommen...) konnten Sie immer noch nicht belegen!
Der "Nordkurier" kommt aber seinen journalistischen Aufgaben nach, wenn er die Herkunft einiger AKTUELLEN "Führungskader" der AfD darlegt. Ich hoffe, dass die Wähler dieser Partei auch ein Interesse an deren Vergangenheit und derzeitigen Aussagen haben?