Passenten in der Innenstadt von Rostock
Passenten in der Innenstadt von Rostock Bernd Wüstneck
Baumärkte, Friseure, Ausgangssperre

Neue Corona-Maßnahmen in MV – Antworten auf wichtige Fragen

Am Samstag tritt das umstrittene Bundesinfektionsschutzgesetz in Kraft. Damit verändern sich einige Regelungen in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Überblick.
dpa
Schwerin

Was ist konkret neu?

Mit dem Bundesinfektionsschutzgesetz werden die bereits in einigen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns verhängten Ausgangsbeschränkungen kürzer sein. Diese beginnen von Samstag an erst um 22 Uhr statt 21 Uhr und enden eine Stunde früher – um 5 Uhr. Zwischen 22 Uhr und Mitternacht sind Spaziergänge oder Joggen alleine weiter möglich. Die Ausgangsbeschränkungen sollen in Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100 greifen.

Bis auf die Hansestadt Rostock – weil dort der 7-Tage-Inzidenzwert unter 100 liegt – müssen die Baumärkte im Bundesland grundsätzlich schließen. In Regionen, in denen dieser Wert zwischen 100 und 150 liegt, soll Einkaufen im Baumarkt nach vorheriger Terminvergabe möglich sein. Von Samstag an muss im Nahverkehr und beim Friseur eine Maske auf FFP2-Niveau getragen werden, eine OP-Maske reicht dort dann nicht mehr aus.

Kinder und Jugendsport ist künftig wieder für bis zu fünf Menschen erlaubt, die nicht älter als 14 Jahre sein dürfen. Ein Trainer darf hinzukommen, benötigt jedoch einen negativen Corona-Test. Zu Bestattungen dürfen sich bis zu 30 Menschen versammeln, bislang waren es 20 im Bundesland.

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Welche Regelungen bleiben gleich?

An den Kontaktbeschränkungen ändert sich nichts. Weiterhin soll sich ein Haushalt nur noch mit einem weiteren Menschen treffen dürfen; Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammen wohnen, zählen dennoch als ein Haushalt. Die landesweit grundsätzliche Schließung von Kitas und Schulen bleibt ebenfalls, wie auch die Schließung vieler Geschäfte.

Wofür brauche ich einen negativen Corona-Test?

Dieser ist etwa notwendig für den Friseurbesuch, dies ist landesweit der Fall. In Regionen mit einem 7-Tage-Inzidenzwert zwischen 100 und 150 ist ein negativer Test ebenfalls notwendig, um im Baumarkt einkaufen zu können. Ist dieser Wert über 100, ist ein Test auch für den Besuch in Zoos, Tierparks und Botanischen Gärten notwendig. Bei allen darf das Testergebnis maximal 24 Stunden alt sein. Laut Landesregierung ist ein Corona-Schnelltest landesweit in rund 330 Einrichtungen möglich. Das sind etwa Schnelltestzentren oder Apotheken.

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Was sieht die Landesregierung kritisch an dem Bundesgesetz?

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) befürchtet beispielsweise regelmäßige Pendelbewegungen, etwa bei den Ausgangsbeschränkungen und dadurch enorme Unsicherheit in der Bevölkerung, was gerade wo gilt und was nicht. Wenn eine Region drei Tage einen Inzidenzwert von mehr als 100 hat, greifen etwa die Ausgangsbeschränkungen, ist dieser Wert wieder fünf Tage unter 100, gibt es keine Ausgangsbeschränkungen mehr.

Welche Bereiche haben weiterhin geöffnet?

Das sind einige. Etwa sämtliche Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Buchhandlungen, Optiker, Blumenläden und Gartenmärkte, die Post und Banken.

Wann sind Lockerungen absehbar?

Lockerungen bei Schulen, Kitas und vielen Geschäften sind vorgesehen, wenn die landesweite 7-Tage-Inzidenz bei unter 100 liegt. Nach jüngsten Zahlen lag dieser Wert bei 141,2. Regelungen für Schulen und Kitas sollen dann schrittweise gelockert werden. Wie viele Tage dieser Wert unter 100 liegen muss, ist nicht ganz klar. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sagte am Donnerstag, dass dies für den Schulbereich sieben Tage seien, eine konkrete Anzahl an Tagen nannte Schwesig zunächst nicht für die anderen Bereiche.

Ministerpräsidentin Schwesig hat auf Twitter diese Überblicksgrafik für die Regeln in MV veröffentlicht.

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