In MV galten bereits vor dem Gipfel von Bund und Ländern vergleichsweise strenge Corona-Regeln. Nun ziehen viele Regionen
In MV galten bereits vor dem Gipfel von Bund und Ländern vergleichsweise strenge Corona-Regeln. Nun ziehen viele Regionen nach. Bernd Wüstneck
Eine Art Lockdown

Neue Corona-Regeln – Was soll sich in MV ändern?

Viele Bundesländer verschärfen nach dem Corona-Gipfel in Berlin ihre Regeln. In MV wird es aber kaum Neuerungen geben. Manuela Schwesig sieht sich von den Beschlüssen bestätigt.
Schwerin

Strenge Regeln, aber weiter steigende Zahlen bei den Corona-Infektionen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) stand in den vergangenen Wochen für einen strengen Kurs in der Krise. Nach dem Gipfel in Berlin ziehen nun viele Länder nach und nähern sich den Verordnungen an, die im Nordosten schon längst gelten. Schwesig gab sich am Donnerstag entsprechend zufrieden und kündigte nur wenige Verschärfungen an. Was soll jetzt noch kommen?

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Lockdown für Ungeimpfte

Die Länderchefs einigten sich am Donnerstag unter anderem auf eine Ausweitung der 2G+-Regel. Anders als beispielsweise in NRW gelten diese Bestimmungen in MV allerdings schon für die Gastronomie und viele andere Freizeit-Bereiche. Weihnachtsmärkte auf denen die Regelungen nicht kontrollierbar sind, wurden teilweise abgesagt und auch im privaten Bereich gelten bereits Kontaktbeschränkungen.

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In einigen Bereichen bleiben die Regeln der rot-roten Regierung auch weiterhin strenger als im Rest der Republik. Zum Beispiel gilt das für die Obergrenze bei Sportveranstaltungen von 15 000 Besuchern. „Ich halte das wie viele meiner Kollegen für viel zu viel”, betonte Schwesig. Die von ihr geführte Landesregierung hatte die Besucherzahl auf 1000 begrenzt, dafür aber massive Kritik erhalten. Auch eine Ausweitung der Schulferien wurde in Mv bereits angekündigt.

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Regeln für Private Treffen

Schwesig kündigte an, dass in der kommenden Woche die Corona-Landesverordnung an die Bund-Länder-Beschlüsse angepasst werde. Dabei geht es unter anderem um die Präzisierung der Kontaktbeschränkungen und Vorgaben für Feiern zu Silvester. Nach den jüngsten Beschlüssen würden private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum, an denen nicht geimpfte und nicht genesene Personen teilnehmen, auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushaltes beschränkt. Kinder bis zum Ende des 14. Lebensjahres sind hiervon ausgenommen. In Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 350 gilt bei privaten Feiern und Zusammenkünften eine Teilnehmergrenze von 50 Personen (Geimpfte und Genesene) in Innenräumen und 200 Personen (Geimpfte und Genesene) im Außenbereich. In den Schulen gilt generell eine Maskenpflicht für alle Klassenstufen.

Mit Blick auf die Feiertage hatten sich die Regierungsvertreter am Donnerstag auf ein Böllerverbot zu Silvester geeinigt. Das hatte schon beim Jahreswechsel 2020 zu 2021 gegolten. Offiziell hieß es damals, das Verbot solle die Zahl der stationären Aufnahmen rund um die Feiertage reduzieren. Feuerwerkshersteller warnen vor einem "Todesstoß für die Branche".

Landtag kommt bereits am Freitag zusammen

Bereits am Freitag wird sich der Landtag in Schwerin in einer weiteren Dringlichkeitssitzung mit der Corona-Lage im Land befassen und über mögliche Zusatzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten. Schwesig äußerte Verständnis für den Unmut vieler Geimpfter, die nun erneut auch Einschränkungen hinnehmen müssten: „Diesen Frust verstehe ich, aber die Lage ist sehr schwierig.”

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