VERBRAUCHERSCHÜTZER AUS MV

Neue Corona-Reiseregeln verunsichern Urlauber

Das Auswärtige Amt will seinen Corona-Warnungen für verschiedene Länder umgestalten. Das machte es Urlaubern aber nur schwerer, ein Ziel zu finden.
Wohin geht die Urlaubsreise? Das hängt von den Corona-Meldungen aus verschiedenen Ländern ab.
Wohin geht die Urlaubsreise? Das hängt von den Corona-Meldungen aus verschiedenen Ländern ab. Clara Margais
Neubrandenburg.

Es klingt unbürokratisch und sorgt doch für mehr Verwirrung: Ab dem kommenden Monat will das Auswärtige Amt keine pauschalen Reisewarnungen wegen des Coronavirus mehr herausgeben. „Dann wird es für Urlauber viel schwieriger, sich zu entscheiden”, sagt Wiebke Cornelius, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Schon jetzt steige in den Beratungsstellen die Zahl der Nachfragen, welche Stornierungsregeln in welchem Fall gültig sind, wieder an.

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Keine klare Rechtslage bei Stornierungen

Einen Vorgeschmack liefere bereits die jetzt ausgeübte Praxis des Auswärtigen Amtes, beinahe täglich neue Reise- und Sicherheitshinweise auszugeben. Weil für Europa keine allgemeine Reisewarnung mehr gilt, werden nicht für ganze Länder sondern nur für Gebiete mit hohen Coronazahlen Hinweise beschlossen. „Es ist jetzt viel aufwändiger, hier auf dem Laufenden zu bleiben”, sagt sie und rechnet mit einer Zunahme der Streitfälle. Noch immer seien nicht durch alle Reiseanbieter die vorab gezahlten Reisebeträge erstattet worden. „Manche Anbieter antworten gar nicht mehr auf Aufforderungen.”

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Bei den Möglichkeiten für eine kostenlose Stornierung gebuchter Pauschalreisen gebe es keine klare Rechtslage. Entscheidend sei vielmehr die Rechtsprechung durch Gerichte, erklärte die Verbraucherschützerin. So galt in der Zeit allgemeiner Reisewarnungen für ganze Länder die anerkannte Lesart, dass die Reise ohne Zusatzkosten abgesagt werden kann – wegen außergewöhlicher Umstände.

Urteil gibt Kunden bei Erstattungen Recht

Auf Verbraucherfragen zu Reisen in Risikogebiete verwiesen die Berater auf ein neues Urteil des Amtsgerichts Frankfurt/Main. Demnach kann ein Reiseveranstalter zur Rückzahlung des kompletten Reisepreises verpflichtet werden, wenn ein Kunde die gebuchte Reise vor Reiseantritt storniert und zu diesem Zeitpunkt bereits eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Corona-Virus im Reisegebiet bestand. Az.: 32 C 2136/20 (18). Laut Mitteilung des Amtsgerichts ist das Urteil rechtkräftig. Konkret sei es um eine Reise nach Italien gegangen, die vier Wochen vor dem Starttermin Mitte April storniert wurde, als noch keine Reisewarnung galt.

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Doch auch für Reisebüros verschärft die Neuregelung der Reisewarnungen die wirtschaftliche Notlage. Faktisch ändere sich für die Kunden und die Reisewirtschaft leider nur wenig. „Es bleibt die Ungewissheit, wann wieder gereist werden kann und wann Unternehmer und Beschäftigte wieder etwas für ihren Lebensunterhalt verdienen können“, sagte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes.

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Kommentare (2)

Es war Altmeier der die Gesetzte rückwirkend zum Schaden der Kunden ändern wollte. Und es war auch die Regierung die für die Türkei zum Nachteil der Deutschen mit Erdowahn eine Sonderregel vereinbart hat. Ich währe gerne jetzt nach Ägypten geflogen, Corona fälle fast 0, Zahlen beim Auswärtigen Amt von Juni, doch nicht möglich. Jeder macht in diesem Land, was am Besten zu seiner politischen Zukunft passt, klare und sinnvolle Regeln kann man da nicht erwarten. Es wird hoste Zeit, dass der Bürger das ändert.

Ihre Regierung Sie davor bewahrt hat, im Juni nach Ägypten zu reisen. Da lag die Quote bei zeitweise 1500 Neuinfektionen pro Tag. Wenn Sie jetzt nach Ägypten möchten, wo liegt das Problem? Sie müssen lediglich einen Test bei der Einreise am Flughafen machen (30€) und bis zum Ergebnis (max.48h) im Hotelzimmer bleiben. Danach - schönen Urlaub!