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Neue Missbrauchsvorwürfe in Schweriner Jugendverein

Der Jugendklub „Power for Kids“ ist geschlossen. Ein Anrufer erhebt neue Missbrauchsvorwürfe.
Der Jugendklub „Power for Kids“ ist geschlossen. Ein Anrufer erhebt neue Missbrauchsvorwürfe.
Jens Büttner

Ein Opfer, das offenbar weder dem Jugendamt noch dem Jugendhilfeausschuss vertraut, hat sich beim Untersuchungsausschuss der Stadtvertretung gemeldet. Der junge Mann will von weiteren Übergriffen wissen und einen weiteren Verdächtigen kennen.

Kindesmissbrauch im Verein „Power for Kids“ – und kein Ende in Sicht. Stattdessen ein neues Opfer mit schweren Vorwürfen. Seine Aussagen bringen neben dem Jugendamt nun auch den Jugendhilfeausschuss in Misskredit und werfen erneut die Frage auf, wie die vielfachen sexuellen Übergriffe über Jahre unentdeckt bleiben konnten. Am Mittwochvormittag trat der Sonderausschuss, der die Versäumnisse der Verwaltung aufarbeitet, überraschend zu einer Sondersitzung zusammen. Anlass: ein Hilferuf an den Ausschussvorsitzenden Sven Klinger von der CDU-Fraktion.

Bei ihm hatte sich telefonisch ein junger Mann gemeldet, der vor Jahren Stammgast bei „Power for Kids“ war. Der Anrufer erklärte, dass er weder dem Jugendamt noch dem Jugendhilfeausschuss vertraue und sich darum direkt an die Sonderermittler wende. Er will von weiteren Missbrauchstaten des bereits verurteilten Vereinsgründers Peter B. wissen und diese Vorwürfe sogar mit Fotos belegen können. Zudem nannte das mutmaßliche Opfer einen weiteren Verdächtigen – eine Neuigkeit, die in Schwerin einschlug wie eine Bombe.

Vorwürfe auch gegen das Jugendamt

Der junge Mann gab an, seinerzeit das Jugendamt über die Missbrauchsfälle informiert zu haben. Ihm sei dort nicht geglaubt worden. Wie Ausschuss-Chef Sven Klinger betonte, seien die Vorwürfe bislang noch nicht überprüft. In nichtöffentlicher Sitzung informierte er den Ausschuss über das Telefonat. Seine Bitte an den Anrufer: Er möge sich Rechtsanwältin Christine Habetha offenbaren, um juristische Schritte einzuleiten. Sie hatte im Gerichtsverfahren gegen Peter B. zwölf der betroffenen Jungen vertreten.

Anfang Februar war der Gründer von „Power for Kids“ zu einer Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt worden. Der 42-Jährige hatte gestanden, sich über Jahre an Kindern vergangen zu haben.

Aktualisierung

Die Vorwürfe haben sich haltlos erwiesen. Lesen Sie hier warum.