ATOMARE ZWISCHENFÄLLE

Neue Stasi-Enthüllungen zum Kernkraftwerk Lubmin

Welche Rolle spielte die Stasi im streng abgeschirmten Kernkraftwerk Lubmin? In einem neuen Buch geht es um Industriespionage, atomare Zwischenfälle und permanente Materialprobleme.
Buchcover: „Strom für die Republik“ von Sebastian Stude, Vandenhoeck & Ruprecht-Verlag (ISBN: 978-3-525-31060-1), 267 Seiten, 25,00 Euro.
Buchcover: „Strom für die Republik“ von Sebastian Stude, Vandenhoeck & Ruprecht-Verlag (ISBN: 978-3-525-31060-1), 267 Seiten, 25,00 Euro. Repro: Ralph Sommer
Lubmin.

Das Buch “Strom für die Republik“ dokumentiert die Sonderrolle der Stasi, die in Lubmin bei Greifwald sogar eine eigene Dienststelle betrieben und sowohl das Kernkraftwerk (KKW), als auch die Großbaustelle nebenan zu überwachen hatte. Bis zu 238 Inoffizielle Mitarbeiter waren im Einsatz.

Neben der Kontrolle der technischen Anlagen sowie der Arbeiter und Angestellten habe die Stasi auch die Wirtschaftsbeziehungen des Betriebes sowie dessen Westkontakte überwacht und sich an Industriespionage beteiligt, sagt Autor Stude.

Darüber hinaus habe sie das nukleare Risiko gegenüber der Bevölkerung geheim gehalten und politische Querdenker, Oppositionelle und Ausreiseantragsteller verfolgt.

Atomare Zwischenfälle in Lubmin

Das für 25 Euro erhältliche Buch geht zum Beispiel ausführlich auf Details zu brisanten Zwischenfällen in Lubmin ein wie den Brand im hochgefährlichen Maschinenhaus im Dezember 1975. Beschrieben wird auch, wie die DDR intern auf die Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe 1986 reagiert hatte.

Zugleich erfährt der Leser seinerzeit geheim gehaltene Hintergründe, etwa die damaligen Lieferproblemen der Sowjetunion, die zahlreichen Improvisationen beim KKW-Bau sowie die permanenten Materialmängel und -probleme.

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