Tanken in Polen

Neue Tankstelle auf Usedom – Tipps für Spritsparer

Angesichts hoher Spritpreise boomt der Tanktourismus. Lohnt das und was muss man dabei beachten? Einheimische und Urlauber auf der Insel Usedom haben nun eine Option mehr.
Die neue Tankstelle auf der Insel Usedom.
Die neue Tankstelle auf der Insel Usedom. ZVG
Swinemünde

Eine gute Nachricht für alle, die es angesichts immer weiter steigender Spritpreise ins Nachbarland Polen treibt: Die neue Shell-Tankstelle auf der Insel Usedom in unmittelbarer Nähe zur Grenze in Swinemünde ist seit Mittwoch geöffnet.

Jeden Dienstag und Donnerstag gibt es dort die Shell V-Power Kraftstoffe zum Preis der normalen Basiskraftstoffe. „In Kürze werden wir auch Stationen zum Schnellladen von Elektroautos installieren”, sagt Tomasz Klimas, der dortige Stationsleiter. Die Tankstelle befindet sich an der ul.Wojska Polskiego kurz hinter dem Grenzübergang Ahlbeck/Swinemünde auf der linken Seite.

Preise für Sprit steigen

Zwar steigen die Preise für Sprit derzeit nicht mehr so schnell wie Mitte Oktober, als zum Beispiel beim Diesel für 1,555 Euro pro Liter ein fast zehn Jahre altes Allzeithoch übertroffen wurde, aber sie steigen. So wurden Diesel sowie Super der Sorte E10 in der vergangenen Woche je 0,4 Cent teurer, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte.

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Diesel stieg von dem Allzeithoch weiter und kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Donnerstag 1,566 Euro je Liter. Super E10 lag am Donnerstag bei 1,678 Euro pro Liter. Die 1,675 Euro pro Liter, die es noch am Dienstag gekostet hatte, waren der höchste Wert seit mehr als neun Jahren. Zum Rekordhoch aus dem Jahr 2012 fehlten gerade mal noch noch 3,4 Cent.

Nachdem sich der Anstieg der Spritpreise zuletzt deutlich beschleunigt hatte und teilweise mehrere Cent pro Woche betrug, scheint es nun eine leichte Beruhigung zu geben. Treiber waren insbesondere die Ölpreise. Gründe für den Anstieg sind eine hohe Nachfrage und ein knappes Angebot. Zudem sorgen hohe Gas- und Kohlepreise dafür, dass Erdöl als alternative Energiequelle genutzt wird.

Lohnt der Tanktourismus?

Angesichts des hohen Preisniveaus sollten die Autofahrer darauf achten, vor dem Tanken möglichst preiswerte Tankstellen zu finden. Untersuchungen des ADAC zeigen, dass Benzin und Diesel in der Regel zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten sind. (Mehr dazu im Infokasten ganz unten.)

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Die hohen Spritpreise treiben immer mehr Menschen zum Tanken über die Grenze. Der Tanktourismus nehme in jüngster Zeit wieder deutlich zu, bestätigte der Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG). Und immer mehr Kunden nähmen auch längere Fahrten auf sich.

„Je größer die Preisunterschiede für Sprit, desto mehr leiden die Kollegen in Deutschland”, sagte auch Hans-Joachim Rühlemann, Vorsitzender des Verbandes des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost. Zu den Autofahrern, die schon immer nach Polen zum Tanken fuhren, seien nun weitere hinzugekommen.

Schnäppchenjäger müssen rechnen

Doch man sollte den Verlockungen des in Polen klar günstigeren Kraftstoffs nicht blauäugig erliegen, sondern genau rechnen. Denn nicht immer lohnt der Tanktourismus – auch weil die Fahrt über die Grenze Zeitaufwand bedeutet und durch die hohen Spritpreise teurer werde. Zudem müsse man andere Kosten wie die Abnutzung bedenken, die die Ersparnis an der Zapfsäule schnell auffressen.

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Wenn die Preisunterschiede hoch und die Entfernungen kurz sind, kann es dennoch Sinn machen, dem Nachbarland einen Besuch abzustatten. Wer ohnehin etwa zur Arbeit über die Grenze fahren müsse, für den lohne sich laut ADAC bereits ein kleinerer Preisunterschied. Doch Vorsicht, wenn es über eine Tankfüllung des Wagens hinausgehen soll. Maximal 20 Liter darf man aus Polen in Benzinkanistern mitnehmen. Wer das ignoriert, müsse mit „empfindlichen Bußgeldern” rechnen.

Aus Sicherheitsgründen rät der ADAC ohnehin, nicht mehr als zehn Liter als Reserve im Auto zu haben. Um von der Fracht so wenig Gefahr wie möglich ausgehen zu lassen, platziert man Kanister bei einem Transport so weit wie möglich weg von den Insassen – also am besten im Kofferraum. Dort sollten sie so gut wie möglich gesichert werden, damit sie nicht beim Bremsen oder Ausweichen im Kofferraum umherfliegen.

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So lässt sich Sprit sparen

Tipp 1: Ausmisten und dann starten

Unnötiger Ballast treibt die Tankrechnung nach oben. 100 Kilogramm Zusatzgewicht im Auto können bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer bedeuten, hat der ADAC errechnet. Das wirke sich vor allem in der Stadt aus, wo man oft anfahren und beschleunigen muss.

Getränkekisten, Inlineskates, Kleinkram und Co. wollen dann jedes Mal aufs Neue in Schwung gebracht werden – also: raus damit. Auch Dachträger, Dachboxen und Träger für Fahrräder sind Spritfresser. Sobald sie nicht mehr gebraucht werden, montiert man sie besser ab. Ansonsten kann sich zum Beispiel eine Dachbox mit ein bis zwei Litern Mehrverbrauch auf 100 Kilometer bemerkbar machen, so der Tüv Süd.

Tipp 2: Fahrten clever planen

Speziell bei kurzen Strecken kann das Fahrrad eine Alternative sein. Oder man legt sich mehrere Einzelfahrten zu einer längeren Tour zusammen, rät der ADAC. Denn beim Kaltstart verbraucht der Motor viel Sprit – zumindest ein Ottomotor brauche in der Warmlaufphase ein fetteres Gemisch mit mehr Kraftstoff als bei optimaler Temperatur.

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Tipp 3: Sofort losfahren

Ein Warmlaufenlassen des Motors im Stand ist verboten, da es die Umwelt schädigt. Daher: entweder Fahren oder Motor aus. Im Stand verbraucht die Maschine pro Stunde etwa 0,5 bis 1 Liter Sprit. Auch unterwegs rät der ADAC daher ab einer voraussichtlichen Leerlaufzeit von 20 Sekunden zum Abschalten.

Moderne Autos haben dazu eine Start-Stopp-Automatik. Wenn diese fehlt: einfach selbst den Schlüssel drehen. Gerade bei einem warmen Motor sei die daraus resultierende zusätzliche Belastung für Anlasser und Batterie zu vernachlässigen.

Tipp 4: Richtig Gas geben

Nach den Start gilt es zwar flott zu beschleunigen, aber auch rechtzeitig hochzuschalten. Der ADAC rät, dies etwa bei einer Drehzahl von rund 2000 U/min zu tun. Das gewählte Tempo sollte dann mit niedrigen Drehzahlen beibehalten werden. Man sollte erst dann wieder zurückschalten, wenn der Motor ruckelt oder brummt. Manche modernen Autos zeigen auch Eco-Schaltempfehlungen im Tachodisplay an.

Tipp 5: Rollen lassen

Wer vorausschauend fährt, kann – statt die Bremse zu treten – auch so lange wie möglich die Motorbremswirkung nutzen. Bei den meisten Autos wird die Zufuhr des Kraftstoffs im Schubbetrieb abgeschaltet. Daher gilt es den Gang nicht herauszunehmen, wenn man etwa an eine rote Ampel heranrollt oder vor einer Ortschaft frühzeitig vom Gas geht.

Wer generell mit möglichst konstantem Tempo und am besten nicht zu schnell fährt, hält den Verbrauch gering, erläutert der ACE. Hat das Auto einen Tempomat, kann er auf Autobahnen oder ebenen Straßen zum gleichmäßigen Fahren beitragen. Grundsätzlich gilt: Lieber langsamer fahren, als dem Motor das letzte Quäntchen an Leistung abzuverlangen.

Tipp 6: Aus die Maus

Wer nur die nötigsten elektrischen Geräte im Fahrzeug einschaltet, kann Sprit sparen. Komfortextras wie die Sitzheizung sollten nur so lange wie nötig im Betrieb bleiben. An sicherheitsrelevanten Dingen wie Beleuchtung, Scheibenwischer oder Scheibenheizung zu sparen, wäre allerdings falsch und gefährlich.

Tipp 7: Druck machen

Wer zu wenig Luft in den Reifen hat, riskiert ein schlechteres Fahrverhalten und längere Bremswege, er treibt aber auch den Kraftstoffbedarf in die Höhe. Bereits 0,5 bar weniger Druck im Reifen als vom Hersteller empfohlen lassen den Verbrauch laut ACE um rund fünf Prozent steigen. Daher sollte man besser bei jedem zweiten Tankstopp und mindestens einmal im Monat den Reifendruck prüfen. Der Tüv Süd rät, sich dabei stets an die Herstellerangaben zu halten.

Tipp 8: Richtig investieren

Es gibt spezielle Spritsparreifen zu kaufen, bei denen der ADAC eine Ersparnis von bis zu 0,5 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer beobachtet hat. So kann sich ein zunächst vielleicht teurerer Reifen mit einem geringeren Rollwiderstand über die Nutzungsdauer finanziell rechnen.

Tipp 9: Zur richtigen Zeit tanken

Am günstigsten ist es an Tankstellen meist zwischen 18.00 und 19.00 Uhr sowie von 20.00 bis 22.00 Uhr, nennt der ADAC als Faustregel. Auch zwischen den Anbietern gebe es immer wieder erhebliche Preisunterschiede. Morgens seien die Spritpreise dagegen oft recht hoch. Tank-Apps wie sie zum Beispiel der ACE oder der ADAC anbieten, ermöglichen hier einen Preisvergleich in Echtzeit.

Kleinere Umwege zu einer günstigeren Tankstelle seien legitim, so der ACE, größere Schlenker lohnen aber weniger: Fünf Kilometern Umweg rentierten sich bei einem leeren Tank erst bei mindestens zwei Cent Preisunterschied je Liter, nennt der Automobilclub eine Faustregel.

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