Der Landtag von MV im Schweriner Schloss: In der jüngsten Fraktion sitzen die meisten Männer.
Der Landtag von MV im Schweriner Schloss: In der jüngsten Fraktion sitzen die meisten Männer. Bernd Wüstneck
Mecklenburg-Vorpommern

Neuer Landtag ist jünger und weiblicher

Nach der Landtagswahl 2021 ist der Frauenanteil im Parlament von MV deutlich gestiegen. Auch das Durchschnittsalter sank, wenn auch nur leicht.
dpa
Schwerin

Der neue Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat sich leicht verjüngt und der Frauenanteil unter den Abgeordneten ist gestiegen. Lag das Durchschnittsalter 2016 bei 48,8 Jahren, sind es jetzt 48,5 Jahre, wie die Landeswahlleitung in Schwerin am Dienstag bekannt gab. Dabei sind die Frauen mit 50,2 Jahren im Schnitt etwas älter als die Männer mit einem Durchschnittsalter von 47,5 Jahren.

Jüngster im Parlament ist den Angaben zufolge der SPD-Abgeordnete Michel-Friedrich Schiefler (Jahrgang 1995), der Älteste Horst Förster von der AfD mit 79 Jahren. Förster gehört wiederum der vom Alter ihrer Mitglieder her jüngsten Fraktion an: Für die AfD-Fraktion errechnete das Statistikamt ein Durchschnittsalter von 45,4 Jahren.

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Frauenanteil deutlich gestiegen

Von den 79 Abgeordneten, die am Sonntag gewählt wurden, sind 29 Frauen, was einem Anteil von 36,7 Prozent entspricht. Im bisherigen Landtag hatte der Frauenanteil nur bei 23,9 Prozent gelegen.

Mehr Frauen als Männer sitzen nach Angaben der Landeswahlleitung in den kleinen Fraktionen der Linken (fünf Frauen, vier Männer) sowie der Grünen und der FDP (jeweils drei Frauen, zwei Männer). Beim Wahlsieger SPD gibt es demnach 22 Männer und zwölf Frauen (Anteil: 35,3 Prozent), bei der CDU acht Männer und vier Frauen (Anteil: 33,3 Prozent). Den geringsten Frauenanteil hat die AfD-Fraktion mit 14,3 Prozent.

Gleichstellung soll bei Sondierungen eine Rolle spielen

Claudia Kajatin vom Landesfrauenrat lobte am Dienstag die gewachsene Zahl weiblicher Abgeordneter im Parlament. „Besonders gefällt mir, dass mit Elke-Annette Schmidt eine ausgewiesene Gleichstellungsexpertin in den Landtag gewählt worden ist“, sagte Kajatin der Deutschen Presse-Agentur. Die Linken-Politikerin aus Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) war bisher Fachreferentin beim Landesfrauenrat.

Kajatin hofft, dass die Gleichstellungspolitik in den anstehenden Sondierungsgesprächen und Koalitionsverhandlungen eine Rolle spielen wird und das Thema eine Aufwertung erfährt. „Besonders wichtig ist uns, dass eine Gleichstellungsstrategie für Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet wird“, sagte sie. „Im Wahlprogramm der SPD steht das, also stehen die Chancen gut, dass das Ziel verfolgt wird, eine Gleichstellungsstrategie aufzusetzen.“

Die SPD hatte die Landtagswahl am Sonntag mit 39,6 Prozent gewonnen.

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