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Neuer Prozessbeginn gegen ehemaligen SS-Sanitäter steht fest

Bernd Wüstneck

Bereits zwei angesetzte Verhandlungstermine sind geplatzt. Nun soll Hubert Z. im Mai vor Gericht stehen. Doch auch dann kann der Prozess noch kippen.

Der Prozess gegen einen ehemaligen SS-Sanitäter aus dem KZ Auschwitz soll am 17. Mai am Landgericht Neubrandenburg neu beginnen. Darauf haben sich alle Seiten geeinigt, wie eine Sprecherin des Landgerichts am Donnerstag erklärte. Bis dahin soll auch die gerichtlich angeordnete Untersuchung des 95-Jährigen aus einem Dorf bei Neubrandenburg abgeschlossen sein. Dem Beschuldigten wird Beihilfe zum Mord in Auschwitz in mehr als 3000 Fällen im Jahr 1944 vorgeworfen. Im Februar und im März waren zwei Versuche gescheitert, den Prozess zu starten, weil der Beschuldigte wegen gesundheitlicher Probleme nicht verhandlungsfähig war.

Von dem Ergebnis der umfassenden internistischen und kardiologischen Untersuchung hängt laut Gericht auch der weitere Prozessverlauf ab. Gegen den ehemaligen Landarbeiter ermittelt die Staatsanwaltschaft Schwerin seit Anfang 2014. Laut Anklage war er 1944 einen Monat im Lager Auschwitz-Birkenau stationiert gewesen, als dort 14 Deportationszüge mit Häftlingen ankamen. Von diesen seien mindestens 3681 Menschen in Gaskammern umgebracht worden.

Verteidiger Peter-Michael Diestel bestreitet eine Schuld seines Mandanten. Dieser habe im KZ Soldaten und SS-Männer betreut. Zudem sei er nach Kriegsende in Polen wegen der SS-Tätigkeit zu vier Jahren Haft verurteilt worden, die er auch verbüßt habe.

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