NOTFALLVERSORGUNG

Neuer Rettungshubschrauber kreist über dem Nordosten

Mit dem Einsatz eines moderneren Rettungshubschrauber verbessert sich die Notfallversorgung im Nordosten Deutschlands. Das neue Gerät war nicht billig.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Der alte Rettungshubschrauber BK 117 am Klinikum Greifswald hat ausgedient
Der alte Rettungshubschrauber BK 117 am Klinikum Greifswald hat ausgedient. Stefan Sauer
Greifswald.

Tausende Rettungseinsätze hat er absolviert, nun geht „Christoph 47“ in den Ruhestand. Der alte Rettungshubschrauber BK 117 am Klinikum Greifswald hat ausgedient, fortan wird statt seiner ein moderneres Nachfolgegerät zu Notfällen über dem Nordosten Deutschland kreisen.

Die DRF Luftrettung hat am Freitag den topmodernen Rettungs-Helikopter EC 145 in Dienst gestellt. Gegenüber seinem Vorgänger verfüge er über einen größeren Tank und somit eine höhere Reichweite. Ohne Tankstopp kann der neue Hubschrauber 700 Kilometer weit fliegen. Zum Vergleich: Der alte Hubschrauber schaffte es nur auf 500 Kilometer Reichweite. Damit seien mehr Einsätze ohne Tank-Pause möglich, sagt DRF-Sprecherin Stefanie Kapp. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liege bei 254 Kilometer je Stunde, etwas höher als beim Vorgänger.

Im Kabinen-Inneren zeichnet sich EC 145 vor allem durch topmoderne medizinische Ausrüstungen aus. Verfügung sind zum Beispiel Spezialtechnik zur direkten Sauerstoffversorgung von Patienten und automatische Reanimationsysteme, die auch während des Transportfluges zum Krankenhaus eingesetzt werden können.

Helikopter durch Krankenkassen refinanziert

Zudem biete die Kabine mehr Platz für Pilot, Arzt, Rettungsassistent und Patient. Der Pilot sitzt in einem großzügigen gläsernen Glascockpit mit mehreren Computerbildschirmen. Neu ist auch ein modernes Wetterradar, das es ihm erlaubt, Gewitterfronten besser zu erkennen und zu umfliegen.

Die Kosten belaufen sich auf etwa acht Millionen Euro und werden von der DRF Luftrettung als gemeinnützig tätiger Organisation vorfinanziert und durch die Krankenkassen über einen Zeitraum von mehreren Jahren refinanziert. Zum Einsatzgebiet gehören die Landkreise Mecklenburgische Seenplatte sowie Vorpommern-Greifswald mit der Insel Usedom und Vorpommern-Rügen mit den Inseln Rügen und Hiddensee sowie der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern seien Rettungshubschrauber unverzichtbar, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Sie seien Garant dafür, dass Notärzte schnell vor Ort seien und die Patienten zügig in ein geeignetes Krankenhaus überführt werden könnten. Neben dem Klinikum Greifswald sei auch am Klinikum Güstrow sowie im Luftrettungszentrum Neustrelitz jeweils ein Rettungshubschrauber stationiert. Allein von Greifswald aus war der bisherige Heli im vergangenen Jahr zu 1460 Einsätzen gestartet.

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