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Neuer Verdachtsfall auf Betrug mit angeblichem Bio-Fleisch in MV

Der Schweinezüchter hat seine Abnehmer wohl an der Nase herumgeführt. Davon geht im Moment zumindest das Landwirtschaftsminiterium aus.

dpa/Archiv Das Geschäft mit dem Bio-Fleisch boomt. Aber es gibt auch immer mehr Betrugsfälle.

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein weiterer Fall von Betrug mit angeblichem Bio-Schweinefleisch aufgedeckt worden. Das teilte das Landwirtschaftsministerium in Schwerin am Dienstag mit. Der Fall sei der zuständigen Öko-Kontrollbehörde aufgefallen. Ein Betrieb im Landkreis Ludwigslust-Parchim habe "offensichtlich sein bio-Zertifikat missbraucht, um Schweine als "bio" zu vermarkten, die jedoch anscheinend vorsätzlich mit konventionellem Futter gemästet wurden", heißt es in der Mitteilung. Eine Betriebsstätte sei zudem nicht im Öko-Kontrollverfahren erfasst gewesen.

"Das bedeutet, dass nach unseren Einschätzungen die Abnehmer dieser Schweine vorsätzlich getäuscht wurden. Das ist ein weiterer Schlag für die Bio-Branche und ich finde dies unerträglich", stellte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) fest. Kriminelle Machenschaften, die auf das schnelle Geld aus seien, würden einen dunklen Schatten auf die ehrlichen Landwirte werfen. Am 4. Juni sei die Bio-Vermarktung der Schweine durch den Betrieb behördlich gestoppt worden. Weitere Ermittlungen führe die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft in Schwerin ermittelt bereits gegen zwei Landwirte aus Vorpommern wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug und Verstoß gegen das Ökolandbaugesetz. Die 66 und 33 Jahre alten Männer sollen konventionell aufgezogene Mastschweine gekauft und als vermeintliche Bio-Schweine an Schlachthöfe geliefert haben. Bioschweine sind mehr als doppelt so teuer wie konventionell aufgezogene Tiere.