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Neuer Zeuge entlastet Backhaus

Backhaus wird beschuldigt, einen Senioren nach einem Beinahe-Unfall mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben.
Backhaus wird beschuldigt, einen Senioren nach einem Beinahe-Unfall mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben.
Jens Büttner

Ein Jugendlicher soll gesehen haben, was sich bei der Auseinandersetzung zwischen dem Agrarminister und einem Cabrio-Fahrer tatsächlich abgespielt hat.

Im Fall der angeblichen Prügel-Attacke von Agrarminister Till Backhaus (SPD) gegen einen 69-jährigen Autofahrer kann der Anwalt des Ressortchefs jetzt offenbar einen Entlastungszeugen präsentieren: Wie Heiko Granzin dem Nordkurier sagte, habe ein Jugendlicher das Geschehen beobachtet. „Er hat gesehen, dass am Unfallort mit den Armen gefuchtelt wurde, einen Faustschlag hat er aber nicht gesehen.“ Der Anwalt geht davon aus, dass das Verfahren gegen Backhaus in Kürze eingestellt wird. Die Staatsanwaltschaft Rostock bestätigte das allerdings noch nicht. „Die Ermittlungen dauern weiterhin an“, so Sprecher Holger Schütt.

Wie berichtet, streitet sich der Landwirtschaftsminister mit einem Rentner, der ihn wegen Körperverletzung angezeigt hat. Backhaus wird beschuldigt, den Senioren nach einem Beinahe-Unfall oder Unfall mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Backhaus war mit seiner Familie auf dem Rad unterwegs, als es zu der Auseinandersetzung kam. Dabei ging es um den Abstand zwischen Auto und Fahrrad. Unter anderem soll der Cabrio-Fahrer Backhaus dann mutwillig angefahren haben – was die Gegenseite bestreitet.

Außergerichtliche Einigung unwahrscheinlich

In der Sache ermittelte auch der Staatsschutz. Anwalt Granzin kündigte an, dass er in Kürze seine abschließende Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft senden werde. Darin sei auch ein Gutachten der Dekra enthalten. „Die Experten kommen zu dem Schluss, dass die Spuren an der Stoßstange kompatibel mit den Verletzungen am Unterschenkel des Ministers sind“, so Granzin. Die Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung stuft der Jurist als eher unwahrscheinlich ein.

Sein Gegenpart, Peter-Michael Diestel, der den Senioren vertritt, hatte eine solche Einigung nicht ausgeschlossen. Voraussetzung sei allerdings eine Entschuldigung Till Backhaus’. „Herr Diestel redet von einer außergerichtlichen Einigung, tut aber alles dafür, dass sie nicht zustande kommt“, sagte Granzin.

Die Staatsanwaltschaft Rostock prüft unterdessen eine weitere Anzeige gegen Backhaus, so Sprecher Schütt. Darin wird der Minister beschuldigt, einen Traktor entwendet zu haben, den er seinerzeit seiner damaligen Freundin zur Verfügung gestellt hatte.