BAUARBEITEN

Neues Desaster am A20-Loch bei Tribsees

Das A20-Loch bei Tribsees hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt gibt es eine neue Hiobsbotschaft von der im Moor versunkenen Autobahn.
Eigentlich sollte der Neubau der A20 bei Tribsees bis 2023 abgeschlossen sein. Draus wird aber wohl nicht.
Eigentlich sollte der Neubau der A20 bei Tribsees bis 2023 abgeschlossen sein. Draus wird aber wohl nicht. Bernd Wüstneck
Tribsees.

Regelmäßig hatte sich MV-Verkehrsminister Christian Pegel in den vergangenen zwei Jahr vor Ort über den Stand der Bauarbeiten am A20-Loch informiert – jetzt hat der Sozialdemokrat eine Befürchtung geäußert, die Autofahrern, Touristikern und Urlaubern mächtig aufs Gemüt schlagen dürfte. Laut eines Berichtes der Ostsee-Zeitung schließt der Minister nicht aus, dass sich der notwendige Neubau der A20 zwischen den Anschlussstellen Tribsees und Bad Sülze noch mehrere Jahre hinziehen werde. Ursprünglich war geplant worden, dass das 150-Millionen-Euro-Projekt Ende 2023 abgeschlossen sein werde. Dieser Termin könnte jetzt mehr als fraglich sein.

Autobahnen bereiten „gewisse Sorge”

Der Grund für die erneute Verzögerung: Im Jahr 2021 gehen alle Autobahnen in die Verantwortung des Bundes über. In dem Zusammenhang äußerte Pegel „eine gewisse Sorge“, dass der Autobahnbau in MV dann eher stiefmütterlich behandelt werde, wenn Planungen zentral von Berlin aus erfolgten. Ab übernächstem Jahr übernimmt das neue Fernstraßen-Bundesamt die Koordination der Baustellen bundesweit.

Pegel will aufgrund der neuen neuen Verantwortlichkeiten nicht ausschließen, dass MV im Vergleich zu Bundesländern wie beispielsweise Nordrhein-Westfalen, wo wesentlich mehr Autoverkehr herrsche, hinten runterfalle. Es gebe bisher offenbar auch noch keine verlässliche Zusage, wer über die Verteilung der Finanzmittel entscheide, so Pegel gegenüber der Ostsee-Zeitung.

Opposition findet deftige Worte

Nach Bekanntgabe der neuerlichen Verzögerung reagierte die Opposition im Schweriner Landtag mit deftigen Worten. „Mobilität muss ein Landesthema sein. Die Regierung muss auf Bundesebene notfalls eben mal kräftig auf den Tisch hauen”, forderte beispielsweise der verkehrspolitische Sprecher der AfD, Stephan J. Reuken.

Die A20 war im Herbst 2017 aus bisher noch nicht geklärten Gründen auf einer Länge von rund 800 Meter im Moor versunken.

 

 

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Kommentare (3)

zwischen Pommern und Mecklenburg! Achthundert Meter, die unüberwindbar scheinen.

MV nekommt eine einmalige Sehenswürdigkeit. Jetzt noch ein Kleines Kaffee mit Bistro hinstellen und es ist perfekt. Denn wenn der Bund plant plant er für Bayern.

Nein, es zeigt einmal mehr, dass MV - wie viele andere Bundesländer auch- ÜBERFORDERT mit der Planung sind. Minister Pegel und seine Behörde sind da ganz oben in der Verantwortung. Stichwort Bundesverkehrswegeplan 2030, na wieviel Geld stellt der Bund bereit und wieviel % davon ruft MV dank mangelnder Planung ab? Eben! Es herrscht Überforderung - , siehe Ortsumgehungen in "Planung".. Es ist nur folgerichtig, dass wichtige Infrastrukturprojekte wie Autobahnen und "Bundes"straßen in die Verwantwortlichkeit des Bundes übergehen. Die A20 Planung und Durchführung zeigt doch erneut, dass es das Land aus eigener Kraft nicht gewuppt bekommt. Eine gute Erklärung, warum jedes Bundesland x Behörden für Straßenbau und -Planung unterhält, und dabei jede Behörde das Rad neu erfindet, gibt es auch nicht.

Wichtige nationale! Infrastruktur MUSS zwingend mit zentraler Lenkwirkung geplant und gebaut werden und gehört nicht in die Hände von Straßenbauämtern in der Provinz. Ein Land, ein Verkehrsnetz. Schau dir doch den Zustand der Straßen überall an, es muss doch einleuchten, dass der jetzige Weg katastrophal der Falsche ist. Minister Pegel ist mitverantwortlich für MV an dieser enormen Schieflage.