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Neues Studienjahr, alte Probleme

Zwar wird an den Hochschulen in Gebäude investiert, aber dennoch bleiben viele Baustellen.
Jens Büttner

Viele Tausend Studenten kehren nach der Sommerpause wieder an ihre Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern zurück oder sie beginnen dort ein Studium. Die Studienbedingungen haben sich vielfach verbessert, doch längst nicht alle Probleme sind gelöst.

Dauerklagen über unzureichende Investitionsmittel vom Land, Fehlplanungen, Kostenexplosionen, Bauverzögerungen. In den vergangenen Jahren warfen solche Schlagzeilen immer wieder Schlaglichter auf zum Teil gravierende Defizite an Universitäten und Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch wenn zahlreiche, zum Teil millionenschwere Vorhaben inzwischen abgeschlossen sind, müssen Studenten im Land teilweise noch immer mit Erschwernissen im Studienalltag leben, wie eine Umfrage zu Beginn des neuen Studienjahres ergab.

So konstatiert der Rostocker Studenten-Sprecher Florian Fröhlich zwar Fortschritte in der Hansestadt. Es gebe neue Hörsäle mit verbessertem Platzangebot. "Im naturwissenschaftlichen Bereich läuft es nach den hohen Investitionen vergleichsweise gut", sagt Fröhlich.Problemfälle blieben aber die Philosophische Fakultät sowie die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultäten im sogenannten Bebeltower.

Spitzenforschung trotz 60er-Jahre-Infrastruktur

Auch von anderen Hochschulen kommen weiter Klagen über zu wenig Geld. Dem hält Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) entgegen, dass die Mittel für den Neubau mit 80 Millionen Euro im Jahr weiterhin hoch seien und die Zuwendungen für Sanierungsmaßnahmen um 2,5 Millionen Euro aufgestockt worden seien.

Wie ein Sprecher der Universität in Greifswald sagte, stehen dort für den Zeitraum von 2012 bis 2020 insgesamt 195 Millionen Euro für Bauinvestitionen zur Verfügung. Ein neues Laborgebäude sei bereits entstanden, ein Hörsaalgebäude und eine Bibliothek neu gebaut worden. Für einen Campus der Geistes- und Rechtswissenschaften würden alte Klinikgebäude saniert. Andere Projekte müssten weiter aufgeschoben werden, wie der Umbau eines Gebäudekomplexes, in dem Spitzenforschung betrieben werde, obwohl die Infrastruktur wie Strom, Wasser, Heizung noch immer "Original-60er-Jahre" sei. Rund 11 000 Studenten zählt die Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald.

An der Hochschule Neubrandenburg stehen zu Beginn des neuen Studienjahres nach abgeschlossener Grundinstandsetzung Foyer und Hörsäle im Hauptgebäude wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Dafür seien fünf Millionen Euro eingesetzt worden. Die Arbeiten dort würden aber noch weitergehen, sagte ein Sprecher. Dafür würden Mittel in ähnlicher Höhe bereitstehen. Geplant sei zudem eine Erweiterung der Hochschulbibliothek für die rund 2000 Studenten, und zwar "sobald wie möglich".