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Neustrelitzer hilft als Joker bei Jauch

Helmut Schmidt war in dieser Woche ein Publikumsjoker bei der Quiz-Show „Wer wird Millionär?“
Helmut Schmidt war in dieser Woche ein Publikumsjoker bei der Quiz-Show „Wer wird Millionär?“
Stefan Gregorowius

Einen ganz besonderen Auftritt hatte Helmut Schmidt in der RTL-Show „Wer wird Millionär?“. Dabei kam nicht nur die Kandidatin, sondern auch der Mann von der Seenplatte ziemlich ins Schwitzen.

Helmut Schmidt ist seit Montag ein Stück bekannter geworden. Nicht nur, dass der Neustrelitzer ein Namensvetter des bekannten Altbundeskanzlers ist. In dieser Woche hat der 54-Jährige in der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?“ für Aufsehen gesorgt. Und er ist von über fünf Millionen Menschen  gesehen worden. Denn mit 5,1 Millionen gab der Fernsehsender die Einschaltquote an.

Helmut Schmidt war ein Publikumsjoker. Die Kölnerin Katharina Wikarek, die als Kandidatin  Moderator Günther Jauch gegenübersaß, wusste bei  Frage elf nicht mehr weiter:  Was transportieren sogenannte Tief- oder Schulterdecker: Busreisende, Schiffspassagiere, Bahnfahrer oder Flugpassagiere? Ratlosigkeit machte sich breit.

Als die Frage ins Publikum gegeben wurde, glaubte Helmut Schmidt die Antwort zu wissen. „Zu 80 Prozent“, wie er vorsichtshalber bekannte. Dabei war es zu 100 Prozent richtig, was Schmidt sagte: Flugpassagiere werden durch die Tief- oder Schulterdecker transportiert. Kandidatin Wikarek blieb im Rennen und ein Neustrelitzer hatte einer Kölnerin geholfen, wie der Joker-Mann in aller Bescheidenheit bekennt. 500 Euro bekam er für seine Antwort, genau ein Zubrot, das seine Tochter gut für ihren Umzug gebrauchen konnte.

Die Karten für die Quizshow hatte Helmut Schmidt 2012 zu  Weihnachten von seinen Kindern bekommen. Als seine in Köln lebende Tochter jetzt umzog, nutzte er die Gunst der Stunde, das Geschenk einzulösen. Und fiel schon vor Beginn der Sendung auf. Helmut Schmidt und seine Frau, die ebenfalls mit im Publikum saß, hatten den weitesten Anreiseweg – rund 660 Kilometer.

Dass er aufgesprungen ist, überraschte ihn selbst

Die Jokerfrage an das Publikum kam dem Neustrelitzer  entgegen. Schmidt ist technisch interessiert und liebt Science-Fiction-Literatur. Bei Tief- und Schulterdeckern handelt es sich um Flugzeuge verschiedener Bauart. Entscheidend für den Unterschied sei, an welcher Stelle am Flugzeug-Rumpf die Tragflächen angeordnet sind. Das hat er irgendwann einmal gelesen, sagt der Mann, der im Bundespolizeiaus- und Fortbildungszentrum Neustrelitz beschäftigt ist.

Die Vehemenz, mit der er im Fernsehstudio von seinem Platz aufsprang, als es um den Zusatzjoker ging, hat ihn übrigens selbst überrascht. Sonst gilt er eher als ein ruhiger Typ.

Helmut Schmidt saß übrigens bei der Quiz-Show früher regelmäßig vor der Mattscheibe, jetzt guckt er nicht mehr so oft. Seit der Live-Erfahrung bei „Wer wird Millionär?“ weiß er, dass es ein Unterschied ist, ob man im heimischen Fernsehsessel sagt, „das weiß doch jeder“ oder ob man sich vor laufender Kamera für eine Antwort entscheiden muss.

Die Sendung mit dem Neustrelitzer im Publikum wurde Ende August aufgezeichnet. Zum Weihnachtsgeschenk gehörte übrigens auch eine Führung durch die Studios des in Köln ansässigen Fernsehsenders RTL. Der spontane Auftritt im Fernsehen ist eine neue Erfahrung für Helmut Schmidt. Bisher trat er höchstens auf Listen von Veranstaltungen, wie dem Rennsteiglauf in Erscheinung. Schmidt ist ein  ambitionierter Freizeitläufer.