NEUE KARTE

Nirgends so viele Funklöcher wie in Mecklenburg-Vorpommern

Die Bundesnetzagentur hat eine Karte mit Funklöchern veröffentlicht. Mit bloßem Auge ist zu sehen, dass Mecklenburg-Vorpommern ganz hinten liegt.
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Je heller, desto Funkloch: Die Karte der Bundesnetzagentur beweist: Nirgends gibt es so viele Funklöcher wie im Norodsten
Je heller, desto Funkloch: Die Karte der Bundesnetzagentur beweist: Nirgends gibt es so viele Funklöcher wie im Norodsten. Bundesnetzagentur
Detail der Seenplatte-Region: Links Waren (Müritz), unten mittig Neustrelitz, zentral Neubrandenburg -  bereits die hellblauen Flecken bedeuten: Funkloch! Für die weißen Regionen liegen gar keine Daten vor.
Detail der Seenplatte-Region: Links Waren (Müritz), unten mittig Neustrelitz, zentral Neubrandenburg - bereits die hellblauen Flecken bedeuten: Funkloch! Für die weißen Regionen liegen gar keine Daten vor. Bundesnetzagentur
Wustrows Bürgermeister Heiko Kruse (CDU) und CDU-Landeschef Vincent Kokert an einen Funkloch-Messwagen in Seewalde am 3.
Wustrows Bürgermeister Heiko Kruse (CDU) und CDU-Landeschef Vincent Kokert an einen Funkloch-Messwagen in Seewalde am 3. Mai 2019. In dem Ort bei Wesenberg gibt es überhaupt kein Netz. Gabriel Kords
Neubrandenburg.

Schon aus der Distanz wird klar, wo es die meisten Funklöcher gibt: Im östlichen Mecklenburg-Vorpommern. Eine neue Karte der Bundesnetzagentur, die jetzt veröffentlicht wurde, verheißt nichts gutes fürs den Nordosten: Funkloch reiht sich an Funkloch. Erst diese Woche war ein Fall bekannt geworden, dass Funklöcher sogar lebensgefährlich sein können.

Funkloch-Gebiet zieht sich wie ein Band durch Nordosten

Wer in der Karte, die unter diesem Link im Original angesehen werden kann, hineinzoomt und genauer hinschaut, erkennt schnell, dass vor allem die östlichen Regionen fern der Ostsee-Küste betroffen sind: Die Seenplatte und das Uecker-Randow-Gebiet sind quasi das deutsche Digi-Tal der Ahnungslosen – gefolgt von der Uckermark und dem Oderbruch. Die digitale Entwicklungszone zieht sich wie ein Band durch den Nordosten.

Die Bundesnetzagentur schränkt zur Aussagekräftigkeit der Karte zwar ein: "Die Messpunkte sind nicht gleichmäßig über das Bundesgebiet und auch nicht gleichmäßig innerhalb einer Wabe verteilt. Ergebnisse sind aussagekräftiger, je mehr Messpunkte von unterschiedlichen Nutzern hinterlegt sind." Außerdem heißt es: "Die Kartendarstellung gibt daher unter Umständen keine abschließende Auskunft über die vor Ort verfügbaren Netztechnologien eines Netzbetreibers."

MV-CDU will mehr Tempo beim Stopfen von Funklöchern

Die Karte bestätigt aber wohl in jedem Fall, wie bitter nötig die verschiedenen Anti-Funkloch-Programme sind, die Bundes- und Landesregierung in letzter Zeit versprochen haben. Den Anfang hatte in Mecklenburg-Vorpommern die CDU gemacht, die angesichts der Tatenlosigkeit der Bundesregierung und des SPD-geführten Landes-Infrastrukturministeriums, das für die digitalen Netze zuständig ist, eine Funklochmelder-App initiiert hatte. Dort konnten Bürger Funklöcher melden. Ein ähnliches Programm hatte die CDU Brandenbug ein Jahr zuvor an den Start gebracht.

Auch mit der CDU-App waren bereits zahlreiche Funklöcher offengelegt worden. Auf Druck der Union beschloss die MV-Landesregierung im April ein Anti-Funkloch-Programm, bei dem für 50 Millionen Euro der Bau neuer Antennen vorangetrieben werden soll.

An manchen Orten nicht mal Standards der 90er Jahre

Anlässlich der jetzt bekannt gewordenen bundesweiten Funkloch-Karte erklärte CDU-MV-Generalsekretär Wolfgang Waldmüller: „Die heute vorgestellten Ergebnisse bestätigen viele Erkenntnisse der CDU-Fraktion. Es gibt weite Teile in Mecklenburg-Vorpommern, in denen man von LTE nur träumen kann. Schlimmer noch: Wir können nach unserer dreitägigen Funklochtour aus dem Mai sogar fast ein Dutzend Orte in unserem Land benennen, in denen nicht einmal der Mobilfunkstandard der 1990er Jahre funktioniert. Dort können sie das Mobiltelefon nur als sehr teure Taschenuhr verwenden.” Für die kommende Landtagssitzung verspricht Waldmüller einen neuen Antrag zum Funkloch-Thema, mit dem das Anti-Funkloch-Programm des Landes beschleunigt werden soll.

Auch die Bundesregierung versprach jüngst zum wiederholten Mal ein solches Programm. Ein internationaler Vergleich zeige, dass die Mobilfunkversorgung in Deutschland den „Ansprüchen einer hochentwickelten Wirtschaftsnation“ bislang nicht ausreichend gerecht werde, hieß es in einem Regierungs-Papier. Es seien „dringend Verbesserungen“ nötig. Das dürfte die neue Karte der Bundesnetzagentur erneut beweisen.

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Kommentare (1)

Bundesländergrenzen sind auf der Karte gar nicht einzeln aufgemalt. Unsere Lage wäre aber rechts oben und nicht hinten.
Die Mitarbeiter der Post haben schon vor Jahren Telefonleitungen in ländlichen Gebieten verlegt.
Wo andere Menschen sind kann man ja mal versuchen diese im Fall des Falles anzufragen. In der Zeitung und im Radio kann man auch mitbekommen wie das Wetter wahrscheinlich werden soll.
Natürlich kleben Einige sehr gerne am Handy.

Brauchen die Leute in den Häusern im Hintergrund als absolut Wichtigstes Mobilfunkempfang?