Dirk Meinhold-Heerlein (l.) vertritt das Land Mecklenburg-Vorpommern. Sabine Vorwerk (r.) kam für den Genting-Konzern zum
Dirk Meinhold-Heerlein (l.) vertritt das Land Mecklenburg-Vorpommern. Sabine Vorwerk (r.) kam für den Genting-Konzern zum Gericht. Jens Büttner
Gericht

Noch keine Entscheidung im Kreditstreit zwischen MV und Genting

Es geht um 78 Millionen Euro und die Frage, ob Mecklenburg-Vorpommern das Geld nach der Insolvenz der MV Werften noch an deren Mutterkonzern auszahlen muss. Entschieden wird kommende Woche.
dpa
Schwerin

Im Streit über einen Kredit von Mecklenburg-Vorpommern an den Mutterkonzern des insolventen Kreuzfahrtschiffbauers MV Werften will das zuständige Gericht am kommenden Montag seine Entscheidung verkünden. Bei einem mehrstündigen Termin am Dienstag stritten sich der Hongkonger Konzern Genting und das Land über eine sofortige Auszahlung des Darlehens von 88 Millionen Dollar (78 Millionen Euro) an Genting. Schwerin hatte den Kredit im Juni 2021 gewährt, um eine mögliche spätere Liquiditätslücke bei Genting zu schließen.

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Kredit hänge nicht mit MV Werften zusammen

Als der Konzern im Dezember die Auszahlung beantragte, weigerte sich das Land unter Hinweis darauf, dass Genting zuvor mit dem Bund über eine 600-Millionen-Euro-Finanzierung für die zu Genting gehörenden MV Werften einig werden müsse. Die Anwälte von Genting machten nun geltend, dass der Kredit mit den MV Werften nichts zu tun habe, sondern dem Genting-Konzern gewährt worden sei.

Wenige Stunden nach dem Insolvenzantrag für die MV Werften am Montag kündigte das Land das Darlehen. Dies hält Genting für ungültig, wie die Anwälte am Landgericht darlegten. Genting hatte die MV Werften 2016 übernommen. Wegen der Krise der Kreuzfahrtbranche infolge der Pandemie steckt der Konzern in Schwierigkeiten.

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