Am Dienstagmorgen starteten nahe des Anlandepunkts Lubmin die Baggerarbeiten für den Unterwassergraben, in dem die Pipeline verlegt werden soll.
Am Dienstagmorgen starteten nahe des Anlandepunkts Lubmin die Baggerarbeiten für den Unterwassergraben, in dem die Pipeline verlegt werden soll. Stefan Sauer
Im Greifswalder Bodden

Nord Stream 2 startet Pipelinebau

Der Umweltverband Nabu hatte noch versucht, das zu verhindern: Am Dienstag haben nahe des Anlandepunkts Lubmin die Baggerarbeiten für die Ostsee-Pipeline begonnen.
dpa
Greifswald

Der Pipelinebauer Nord Stream 2 hat im Greifswalder Bodden mit den Bauarbeiten für die umstrittene Ostseepipeline begonnen. Wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage sagte, starteten die Arbeiten am Dienstagmorgen nahe des Anlandepunkts Lubmin mit Baggerarbeiten für den Unterwassergraben, in dem die Pipeline verlegt werden soll.

Laut Planfeststellungsbeschluss des Bergamts Stralsund sind die Arbeiten ab Dienstag möglich. Der Umweltverband Nabu hatte gegen die Genehmigung geklagt und wollte den Baustart mit einem Eilantrag und einer Zwischenverfügung verhindern. Das Gericht hatte dem Pipelinebauer bis Freitag eine Stellungnahmefrist eingeräumt. Der Nabu kritisierte den Baustart. "Das Beteiligungs- und Klagerecht der Naturschutzverbände wird von Nord Stream 2 mit Füßen getreten", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Nord Stream 2 wies die Kritik des Umweltverbands zurück. Entgegen den Behauptungen des Nabu beruhe der Planfeststellungsbeschluss auf einem fehlerfreien Verfahren. Dieser habe unter anderem auch nachgewiesen, dass die Pipeline "der wirtschaftlich und ökologisch effektivste Weg ist, Gas aus den weltweit größten Vorkommen zum Verbraucher in Deutschland und Mitteleuropa zu transportieren".

Auch US-Präsident Donald Trump hatte Deutschland wegen der Unterstützung von Nord Stream 2 scharf kritisiert. Die USA haben selbst wirtschaftliche Interessen in der Region. Das Land exportiert Flüssiggas per Schiff etwa nach Polen und Litauen.

Genehmigungen aus Dänemark, Russland und Schweden fehlen

Die 1200 Kilometer lange Erdgaspipeline mit einer Jahrestransportkapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland ist politisch umstritten. Bislang fehlen noch Genehmigungen aus Dänemark, Russland und Schweden. Die Pipeline soll nach Nord Stream-Angaben Ende 2019 fertiggestellt sein.

Wie bei der ersten Nord-Stream-Trasse soll das bei den Baggerarbeiten ausgehobene Sediment auf einem sogenannten marinen Zwischenlager vor der Insel Usedom abgelegt werden, wie ein Sprecher sagte. Das Sediment, das nicht zur Wiederverfüllung des Grabens benötigt werde, gehe nach Sassnitz-Mukran.

Dort werde das Material bei der Hafenerweiterung verbaut. Aufgrund der Bauarbeiten kann es zu Einschränkungen für Seefahrer kommen. Nord Stream 2 verwies auf die Bekanntmachungen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes sowie auf Infoflyers, die in den Marinas ausliegen.

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