OSTSEE-PIPELINE

Russland zieht Schiff für Nord Stream 2-Bau offenbar wieder ab

Noch in diesem Jahr sollte der Weiterbau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 fortgesetzt werden. Das verzögert sich erneut, denn das russische Verlegeschiff wird offenbar abgezogen.
Das russische Rohrverlegeschiff „Akademik Cherskiy”, das im August im Hafen Mukran für den Weiterbau der Osts
Das russische Rohrverlegeschiff „Akademik Cherskiy”, das im August im Hafen Mukran für den Weiterbau der Ostseepipeline Nord Stream 2 ausgerüstet worden war, ist inzwischen wieder unterwegs nach Kaliningrad. Stefan Sauer
Rügen ·

Am Wochenende hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Ostsee (WSA) in Stralsund angekündigt, dass die Rohrverlegungsarbeiten für die deutsch-russische Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 noch in diesem Jahr fortgeführt würden. Und im Seegebiet zwischen der dänischen Insel Bornholm sowie der Insel Rügen hatten Beobachter in den vergangenen Tagen verstärkte Schiffsbewegungen zu dem zu 94 Prozent fertiggestellten Trassenkorridor ausgemacht.

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Doch das zuletzt 60 Kilometer östlich der Baustelle, unweit der polnischen Grenze ankernde Verlegeschiff „Akademik Cherskij“ wird inzwischen offenbar wieder abgezogen. Laut Schiffsdaten-Anbieter MarineTraffic hat sich das russische Spezialschiff am Dienstag wieder vom Trassenabschnitt entfernt und Kurs auf Kaliningrad (Russland) genommen. Seine Ankunft in Kaliningrad wird für den frühen Mittwochmorgen erwartet.

Zweites Verlegeschiff verlässt Wismarer Hafen

Ein zweites russisches Verlegeschiff, die „Fortuna“, die in der südlichen Ostsee eingesetzt werden soll, hatte inzwischen den Hafen Wismar verlassen und ankert derzeit in der Mecklenburger Bucht, nördlich der Insel Poel.

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Die Hintergründe für den neuerlichen Abzug des Ersatz-Rohrverlegers sind unklar. Ein Sprecher der Gazprom-Tochter Nord Stream 2 wollte dem Nordkurier gegenüber den Fortschritt der Vorbereitungsarbeiten nicht kommentieren, um daran beteiligte Unternehmen vor eventuellen Sanktionen zu schützen.

USA drohen mit weiteren Sanktionen

Der US-Kongress hatte zwar angekündigt, auf Sanktionen gegen Regierungen und Behörden europäischer Partnerstaaten wie Deutschland nun doch zu verzichten. Allerdings sollen die angedrohten Strafmaßnahmen gegen Unternehmen, die an dem Pipeline-Projekt beteiligt sind, ausgeweitet werden. Russland bezeichnet die US-Drohungen als "Aggression".

Das Bundesamt für Seeschifffahrt (BSH) hat den Weiterbau nur bis zum Jahresende genehmigt. Bauarbeiten danach dürfen in dem EU-Vogelschutzgebiet, in dem im Winter viele Seevögel rasten, voraussichtlich nicht stattfinden. Nord Stream 2 hat inzwischen eine Verlängerung des Baufensters für 2021 beantragt. Sollte die Verlegung im Januar fortgesetzt werden, wollen Umweltverbände den Weiterbau der Trasse gerichtlich stoppen.

 

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Kommentare (1)

und die ganze Übermacht der USA zeigt sich exemplarisch bei dieser Pipeline. Sie haben uns in der Hand: militärisch sowieso. Aber auch wegen des Dollars als Leitwährung. Wir selbst füttern Facebook, Google & Co. mit Informationen. Sie wissen praktisch alles über uns.