Am Mittwoch wehte der Wind schon kräftig. Das könnte aber nur ein Vorgeschmack auf den drohenden Orkan sein.
Am Mittwoch wehte der Wind schon kräftig. Das könnte aber nur ein Vorgeschmack auf den drohenden Orkan sein. Stefan Sauer
Erste Einsätze

Nordosten rüstet sich für Sturm und Unwetter

Gut zwei Wochen nach Orkan Nadia wird es im Nordosten wieder stürmisch. Züge fallen aus, Stromanbieter wappnen sich für Zerstörung und die ersten Einsätze gab es schon am Mittwoch.
dpa
Neubrandenburg

Die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vorhergesagten schweren Sturmböen haben am Mittwoch zunächst nur wenig Schaden angerichtet. Den Meteorologen zufolge könnte es jedoch noch die nächsten Tage so weitergehen. Wie die Leitstelle der Polizei in Rostock am Mittwochabend mitteilte, seien sie vereinzelt zu Einsätzen wie umgestürzten Bäumen ausgerückt. Die Schäden hielten sich den Angaben zufolge jedoch in Grenzen. In Neubrandenburg meldete die Polizei dagegen noch keinen einzigen Einsatz wegen Wetterschäden.

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Vorhersage sei noch unsicher

Der DWD hatte für die Nacht zum Donnerstag kräftige Schauer sowie vereinzelt schwere Gewitter mit Graupel und orkanartigen Böen von bis zu 110 Kilometern pro Stunde vorhergesagt. Das stürmische Wetter soll sich bis zum Wochenende fortsetzen. Dem aktuellen Orkantief „Ylenia“ werde am Freitag das nächste Orkantief namens „Zeynep“ folgen. „Es bringt erst teils kräftigen Regen, später dann auch wieder stürmischen Wind“, sagte der Meteorologe Adrian Leyser. Die Vorhersage sei zwar noch recht unsicher, allerdings sei spätestens in der Nacht zum Samstag in einigen Regionen Deutschlands wieder mit orkanartigen Böen und Orkanböen zu rechnen, erneut auch mit Folgen für Bahn-, Straßen- und Luftverkehr.

Warnung an Autofahrer

Obwohl Polizei und Rettungsdienste bis zum Mittag noch wenig Schäden gemeldet hatten, wurden Kraftfahrer bereits zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgefordert. Ende Januar, als Sturmtief „Nadia“ über Norddeutschland hinweggefegt war, verletzte sich in der Mecklenburgischen Seenplatte ein 16-jähriger Motorradfahrer schwer, als er mit seinem Fahrzeug gegen einen umgestürzten Baum fuhr.

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Bahn fährt seltener und langsamer

Die Deutsche Bahn AG reagierte auf die Unwetterwarnung und kündigte für Donnerstagfrüh aus Sicherheitsgründen Fahrplanänderungen an. So werde auf den Strecken Lübeck – Bad Kleinen – Neubrandenburg – Pasewalk – Szczecin sowie Neubrandenburg – Altentreptow und Wismar – Bad Doberan der Bahnverkehr frühestens um 6.30 Uhr aufgenommen, frühere Verbindungen fielen aus. Die Züge würden mit verminderter Geschwindigkeit fahren, so dass es zu Verspätungen kommen könne. Reisenden im Fernverkehr bot die Bahn an, die für den Zeitraum vom 17. bis 18. Februar gekauften Tickets sieben Tage lang flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren zu können.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen verlegte wegen der Wettervorhersage Corona-Impfangebote in Stralsund aus einem Zelt nahe dem Einkaufszentrum Strelapark in den Impfstützpunkt mit festem Gebäude in der Rostocker Chaussee. Die Stadt verschob zudem bis auf Weiteres zuvor angekündigte Baumfällarbeiten.

Gefahr für Fußgänger

In Neubrandenburg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte entschied sich die Verwaltung die Friedhöfe vorsorglich zu schließen. Dies gelte vorerst bis Freitagfrüh. Beisetzungen könnten wie geplant stattfinden. „Sollte sich die Wetterlage jedoch am Donnerstag weiter zuspitzen, behält sich die Friedhofsverwaltung vor, Beisetzungen abzusagen“, hieß es.

Der in Mecklenburg und Nordbrandenburg agierende Energieversorger Wemag (Schwerin) verstärkte nach eigenen Angaben angesichts drohender Leitungsschäden die Bereitschaftsdienste. Zudem stünden zusätzliche Vertragsfirmen bereit. „Wir bemühen uns um eine möglichst schnelle Beseitigung von Störungen. Bei den voraussichtlich schwierigen Witterungsverhältnissen und je nach Schadenslage kann das jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen“, heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten Mitteilung.

Bei dem Sturm Ende Januar hatte die Wemag in ihrem Versorgungsgebiet eine Reihe von Stromausfällen zu verzeichnen. Besonders betroffen waren die Regionen Crivitz, Güstrow, Plau am See und Dömitz. Auch die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei waren damals stark gefordert. Allein im Landkreis Vorpommern-Rügen zählte die Rettungsleitstelle etwa 800 Einsätze. In anderen Kreisen waren es kaum weniger.

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