Auch der Wald in der Region verträgt die Trockenheit auf Dauer nicht gut.
Auch der Wald in der Region verträgt die Trockenheit auf Dauer nicht gut. Patrick Pleul
Klimakrise

November in MV extrem trocken, der Herbst sehr warm

An vielen Orten in MV war es in den vergangenen Wochen viel zu warm und zu trocken für diese Jahreszeit. Der meteorologische Winter hat jetzt begonnen.
Schwerin

Der diesjährige Herbst ist in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Durchschnittstemperatur von 10,7 Grad außerdem ungewöhnlich warm gewesen. Er war 1,7 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1961 bis 1990, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch mitteilte. An diesem Donnerstag beginnt der meteorologische Winter.

Der Herbst war weiterhin zu trocken. Laut DWD fielen 102 Liter Regen je Quadratmeter. Im Mittel der Jahre 1961 bis 1990 waren es 145 Liter. Die Sonne strahlte 370 Stunden vom Himmel – im langjährigen Schnitt waren es 312 Stunden.

MV am trockensten in ganz Deutschland

Die Trockenheit in Deutschland war dabei in Mecklenburg-Vorpommern besonders zu spüren. Unter den 100 trockensten Orten in Deutschland im November lagen mehr als die Hälfte in MV, allein sieben Meßstationen im Nordosten rangierten in den Top Ten. Ganz vorne dabei: Neetzow (bei Anklam, 7 Liter Niederschlag), Cölpin (bei Neubrandenburg, 7,5 Liter) sowie Kirchdorf (auf Poel), Schönbeck (bei Neubrandenburg) und Satow (bei Rostock) mit jeweils 8 Litern Niederschlag pro Quadratmeter im November. An vielen Messstationen fiel nicht einmal ein Viertel der Niederschläge, die üblicherweise dort zu dieser Jahreszeit registriert werden.

Verantwortlich für die hohe Durchschnittstemperatur im Herbst war den Meteorologen zufolge vor allem der Oktober, der im Nordosten zusammen mit dem Oktober 2006 als der bislang wärmste seit Beginn der Messungen gilt. Zwischen dem 19. und 21. November gab es dann einen Kaltlufteinbruch mit Frost. „Teilweise wurden die bislang tiefsten Temperaturen in diesem Jahr beobachtet“, hieß es vom DWD.

Noch nie so warm wie 2022

In Deutschland insgesamt war der Herbst 2022 der drittwärmste seit Beginn der Messungen. Aber auch eine zweite Bilanz – für einen meteorologisch unüblichen Zeitraum – ist möglich: „Noch nie seit 1881 war der Zeitraum Januar bis November in Deutschland so warm wie 2022“, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche in Offenbach. Der Mittelwert liege bei 11,3 Grad. Den bisherigen Höchststand gab es 2020 mit 11,1 Grad für diesen Zeitraum.

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