Der Co-Chef der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin (links), bekam als 19-Jähriger eine Urkunde vom ehemaligen NPD-Ausbildungsleiter Udo Voigt überreicht.
Der Co-Chef der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin (links), bekam als 19-Jähriger eine Urkunde vom ehemaligen NPD-Ausbildungsleiter Udo Voigt überreicht. Büttner/Deutsche Stimme/Murat/NK-Repro
Skandal in MV-AfD

AfD-Mann Augustin beschimpft Landeschef Holm

Nach den Nordkurier-Enthüllungen zu rechtsextremen Kontakten des Co-Chefs der AfD-MV, Dennis Augustin, hat sich der ehemalige NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt geäußert. Leif-Erik Holm forderte zudem Augustin zum Rücktritt auf, was auf wenig Gegenliebe stößt.
Neubrandenburg

Der ehemalige NPD-Ausbildungsleiter und spätere NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt hat sich in der Nacht auf Freitag zur Teilnahme des Co-Chefs der AfD-MV Dennis Augustin an einem Lehrgang in seinem Ausbildungszentrum geäußert. In einem Facebook-Eintrag schrieb Voigt, der Augustin damals eine Urkunde überreichte und ihm zum Bestehen eines Kurses als „Grundlehrgangsbester” gratulierte: „An einen Herrn Augustin kann ich mich nach 30 Jahren nicht mehr erinnern und daher auch darüber keine Auskunft erteilen”.

Er gedenke nicht, sich weiter zu der Personalie Augustin zu äußern, da die Recherchen lediglich das Ziel hätten, „Patrioten zu verfolgen und Unruhe in nationale Parteien oder Organisationen zu bringen”. Es habe aber Lehrgangsteilnehmer gegeben, die nicht NPD-Mitglieder waren. „So hatte auf einem Lehrgang sogar ein Redakteur von Spiegel-TV und ein Professor teilgenommen und danach eine Urkunde von mir als Leiter des Bildungszentrums entgegengenommen”.

Augustin beschimpft Co-Vorsitzenden Leif-Erik Holm

Der Nordkurier hatte am Mittwochabend Fotos veröffentlicht, die aus der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme” aus dem Jahr 1989 stammen. Die Fotos zeigen, dass der heutige AfD-Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, an einem Ausbildungslager der NPD in Oberitalien teilnahm. Die Zukunft Augustins in der AfD hängt nun wohl an der Frage, ob er Mitglied in der rechtsextremen NPD oder der Jugendorganisation Junge Nationalisten JN war.

Eine Mitgliedschaft in der NPD hat Augustin bereits bestritten, über eine Mitgliedschaft in der JN sagte Augustin dem Nordkurier am Freitag: „Ich habe dazu geschrieben, was nötig war. Ich werde mich zu dem Thema nicht mehr äußern”. Eine konkrete Antwort auf die Frage blieb Augustin bisher schuldig. Ein ehemaliges Mitglied der NPD in Schleswig-Holstein hatte gegenüber dem Nordkurier ausgesagt, Augustin als führendes Mitglied der JN in Schleswig-Holstein zu kennen.

Zum Rücktritt aufgefordert

Unterdessen ist eine Stellungnahme aufgetaucht, die Dennis Augustin zugeschrieben wird. In der Nacht auf Freitag veröffentlichte der AfD-Funktionär Dubravko Mandic aus Baden-Württemberg auf seiner Facebook-Seite einen Post, der mit dem Namen „Dennis Augustin” unterschrieben ist. Augustin betätigte gegenüber dem Nordkurier am Freitag die Echtheit des Eintrags und seine Urheberschaft.

In diesem Text weist Augustin die Rücktritts- und Austrittsforderungen, die der zweite AfD-MV-Landeschef Leif-Erik Holm an Augustin richtete, zurück. „Die Schmutzkampagnen der letzten Monate haben ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht”, so Augustin, „man versucht nun, mich aus der Partei zu drängen.”

Parteiausschlussverfahren droht

Desweiteren bezeichnet Augustin Holm als „abgehalfterten Radiomoderator”, der „nur seine erbärmliche wirtschaftliche Existenz auf der Agenda hat”. Zudem habe AfD-Bundeschef Alexander Gauland, der am Donnerstag gegenüber dem Nordkurier ein Parteiausschlussverfahren für Augustin forderte, „unserer Partei schon diverse Male mit politisch völlig sinnfreien Redebeiträgen (Vogelschiss, Wehrmacht etc.), schweren Schaden zugefügt”.

Einem Parteiausschlussverfahren oder möglichen anderen Konsequenzen durch die Vorstände der AfD im Bund und in Mecklenburg-Vorpommern sehe Augustin „mit höchster Gelassenheit entgegen”. Dies werde „vor allem die schäbige Kumpanei von Teilen unseres Führungspersonals mit dem Establishment offenlegen”. Laut Augustin richte sich die Nachricht an seine „Parteifreunde”.

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