SCHWERINER LANDTAG

NSU-Sonderausschuss befasst sich mit Mord an Mehmet Turgut

2004 wurde Mehmet Turgut in Rostock erschossen, der Mord wird dem NSU zugerechnet. Vor allem die Linkspartei hat einige Fragen zu dem Fall.
dpa
Plakat "In Gedenken an Mehmet Turgut" im Jahr 2014 in Rostock.
Plakat "In Gedenken an Mehmet Turgut" im Jahr 2014 in Rostock. Axel Heimken
Schwerin.

Der im März vom Landtag eingesetzte Unterausschuss zur Aufklärung der NSU-Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern setzt am Donnerstag seine Arbeit fort. Die Abgeordneten erwarten dabei Auskunft des Innenministeriums zu den Ermittlungen im Fall Mehmet Turgut.

Der Verkäufer an einem Dönerstand im Rostocker Stadtteil Toitenwinkel war im Februar 2004 mit mehreren Schüssen getötet worden. Die Behörden rechnen den Gewaltakt den bundesweit zehn zumeist rassistisch motivierten Morden zu, die auf das Konto der Rechtsterroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gehen sollen. Zusammen mit Beate Zschäpe bildete das Duo den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU).

Schon Anfang Mai sollte der Fall Turgut im Ausschuss behandelt werden, wurde aber vertagt. Oppositionspolitiker von Linke und AfD hatten beklagt, dass Innenstaatssekretär Thomas Lenz (CDU) nicht vorbereitet gewesen sei. Der in der Türkei geborene Turgut wohnte eigentlich in Hamburg und hatte bei einem Besuch in Rostock am Dönerstand nur ausgeholfen, als ihn die tödlichen Schüsse trafen.

Die Linkspartei will Antworten

Linken-Innenexperte Peter Ritter kündigte für die nicht öffentliche Sitzung umfangreiche Fragen an. Damit solle unter anderem geklärt werden, warum auch beim Mord an Turgut anfänglich nur in Richtung organisierte Kriminalität ermittelt worden sei und nicht auch in Richtung rechtsextremistischer Täter. Neben dem Mord werden dem NSU im Nordosten zwei Banküberfälle in Stralsund in den Jahren 2006 und 2007 zugeschrieben.

Die Linksfraktion will im NSU-Unterausschuss auch mögliche Verbindungen zum internationalen Neonazi-Netzwerk Blood & Honour (B&H, deutsch: Blut & Ehre) untersuchen. Ermittler und unabhängige Experten gehen davon aus, dass sich das Unterstützerumfeld des NSU maßgeblich aus B&H-Strukturen rekrutierte. Auf Antrag der AfD soll im Ausschuss auch über die Rolle von V-Leuten gesprochen werden.

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