Ab 2025 soll eine neue Grundsteuer-Berechnung gelten. Dafür müssen fast 36 Millionen Grundstücke in Deutschland
Ab 2025 soll eine neue Grundsteuer-Berechnung gelten. Dafür müssen fast 36 Millionen Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden. Michael Reichel
Grundsteuerreform

Nur 12 Prozent der MV-Eigentümer haben Grundsteuer-Erklärung abgegeben

Die Eigentümer verspüren wenig Lust auf Bürokratiemonster. Die Erklärung zur Grundsteuer haben bisher nur wenige Bürger abgegeben. Der Finanzminister aber bleibt optimistisch.
Schwerin

Seit dem 1. Juli 2022 sind alle Grundstücksbesitzer aufgerufen, eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwertes beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Letzter Abgabetermin ist bundeseinheitlich der 31. Oktober 2022. Mit anderen Worten: Halbzeit – und Gelegenheit eine Zwischenbilanz zu ziehen.

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Aktuell liegen den Finanzämtern in Mecklenburg-Vorpommern nach Auskunft aus dem zuständigen Finanzministerium rund 105.000 Erklärungen digital und in Papierform vor. „Das sind knapp 12 Prozent der bislang in den Finanzämtern erfassten, neu zu bewertenden Einheiten”, teilte das Ministerium von Heiko Geue am Donnerstag mit. 90 Prozent der bisher eingegangenen Erklärungen seien in elektronischer Form eingereicht worden.

12 Prozent zur Hälfte der viermonatigen Frist – das klingt eher sehr mau, was die Resonanz betrifft. Im Ministerium aber ist man nicht unzufrieden mit dem bisherigen Rücklauf. „Der aktuelle Stand der Erklärungsabgabe ist für mich durchaus erwartbar. Erfahrungsgemäß nimmt die Anzahl der abgegebenen Erklärung zu, je näher die Abgabefrist rückt”, versucht Finanzminister Geue den politisch durchaus brisanten Ball noch flach zu halten.

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Hintergrund der Grundsteuerreform: Ab 2025 soll eine neue Grundsteuer-Berechnung gelten. Dafür müssen fast 36 Millionen Grundstücke in Deutschland neu bewertet werden – in Mecklenburg-Vorpommern wird insgesamt von bis zu 1,2 Millionen wirtschaftlichen Eigentümer-Einheiten ausgegangen. Die Bewertung geschieht auf Grundlage von Angaben, die Eigentümer einreichen müssen.

Aufgrund des bisher geringen Mitmachens der Eigentümer und vorübergehenden technischen Problemen beim Online-Portal „Elster“ haben mittlerweile die Bundessteuerberaterkammer und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sowie einige Landespolitiker eine Verlängerung der Abgabefrist gefordert, die regulär am 31. Oktober endet. Auch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat eine Fristverlängerung nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Der Respekt der Bürger vor dem enormen bürokratischen Aufwand bei der Grundsteuererklärung und die daraus offenbar resultierende bisher geringe Lust zum Ausfüllen der mehrseitigen Unterlagen sieht das Ministerium aus einem anderen Blickwinkel. „Gegenwärtig wenden sich sehr viele Eigentümer von Grundbesitz an unsere Finanzämter mit Fragen zur Grundsteuerreform. Das zeigt, dass viele Bürger aktuell die Erklärungsabgabe vorbereiten”, so Finanzminister Geue.

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