„ZU KURZFRISTIG“

Nur wenige Schulen in MV bekommen Luftfilter

Die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern werden nur wenige Luftfilteranlagen bekommen, um die Luft coronavirenfrei zu halten. Dazu sei das Programm zu spät angelaufen, heißt es vielerorts.
dpa
Ziemlich groß und womöglich auch zu laut_ Luftfilteranlage an einer Schule (Symbolbild)
Ziemlich groß und womöglich auch zu laut_ Luftfilteranlage an einer Schule (Symbolbild) Julian Stratenschulte
Schwerin ·

In Mecklenburg-Vorpommerns Schulen wird die Bekämpfung der Corona-Pandemie weitgehend ohne Luftfiltergeräte vonstatten gehen. Landkreise und kreisfreie Städte wollen mit Hilfe eines Förderprogramms vom Land mehrheitlich lieber CO2-Messgeräte anschaffen, die signalisieren, wenn die Luft im Raum allgemein zu schlecht wird und gelüftet werden sollte. Die Kosten dafür gehen örtlich in die Hunderttausende, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Das Land übernimmt bis zu 60 Prozent der Kosten.

Allein der Landkreis Nordwestmecklenburg rechnet für seine Schulen mit 110.000 Euro Kosten für die CO2-Ampeln. Mobile Lüftungsgeräte sollen zusätzlich in Räumen aufgestellt werden, in denen aus baulichen Gründen kein Stoß- oder Querlüften möglich ist. „Hierzu wurde eine Abfrage bei den Schulen in Trägerschaft des Landkreises gestartet“, sagte Kreissprecher Christoph Wohlleben.

Ob die zwei Millionen Euro Förderung des Landes ausreichen, ist offen. Nachforderungen der Kommunen erscheinen nicht ausgeschlossen. Nordwestmecklenburgs Landrat Tino Schomann (CDU) meinte: „Ob die vom Land dafür vorgesehenen Mittel auskömmlich sind, wird sich anhand der gemeldeten Bedarfe zeigen.“

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Schuldezernentin: Programm kommt zu spät

Die Schuldezernentin des Landkreises Rostock, Anja Kerl, kritisierte, dass das Programm des Landes zu kurzfristig gekommen sei. So etwas sei grundsätzlich schwer umzusetzen, da es einer kreislichen Kofinanzierung in Höhe von mindestens 40 Prozent bedürfe, was im laufenden Haushalt des Landkreises natürlich nicht eingeplant sei. Der Landkreis prüfe derzeit den Einsatz von CO2-Ampeln. „Eine flächendeckende Ausstattung aller Schulen in kreislicher Trägerschaft mit mobilen Luftfilteranlagen erscheint dagegen weder sinnvoll noch finanzier- und kurzfristig realisierbar. Die Gesamtkosten lägen überschlägig bei acht Millionen Euro.“ Außerdem seien die Geräte laut, was zu Lern- und Konzentrationsstörungen führen könne.

Auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat mit der Finanzierbarkeit des Landesprogramms seine Probleme. Die Entscheidung, ob der Kreis einen Förderantrag stellen werde, stehe noch aus, erklärte eine Sprecherin. Sie verwies auf haushaltsrechtliche Gesichtspunkte, da lediglich eine Förderquote von 60 Prozent gewährt werden soll. „Damit muss der Landkreis einen Eigenanteil aufbringen und gegebenenfalls Folgekosten tragen.“

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Schwerin setzt weiter auf manuelles Lüften

Die Stadt Schwerin will nach Worten einer Sprecherin das Förderprogramm des Landes ebenfalls dazu nutzen, um CO2-Messgerräte für die Schulen zu beschaffen. Die Anschaffung mobiler Lüftungsgeräte sei nicht geplant. Richtiges Lüften sei das A und O, betonte Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD). „Hierbei können die Lüftungsampeln helfen. Sie messen den Co2-Gehalt der Luft im Klassenraum und zeigen mit rot an, wann wieder gelüftet werden muss.“ Bei Schulneubauten würden bereits standardmäßig Lüftungsampeln eingebaut.

Auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald setzt auf die CO2-Ampeln. „Wir sind derzeit dabei, einen Antrag für alle unsere Klassenräume zu stellen. Es werden rund 650 Klassenräume an unseren Förderschulen, Gymnasien und Regionalen Beruflichen Bildungszentren ausgestattet“, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim. „Wir gehen davon aus, dass unter Berücksichtigung der erforderlichen Antrags- sowie Ausschreibungs- und Vergabeverfahren spätestens ab September mit der Ausstattung unserer kreislichen Schulen begonnen werden kann.“

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Kommentare (5)

Abgesehen davon, dass es zynisch wäre, der Generation Klimawandel ausgerechnet die Klimaanlage aufs Dach zu knallen, obwohl Sie nach mehrheitlicher Meinung keine exponierte Risikogruppe darstellen, ist die Nummer ist schon durchgerechnet worden bevor das Thema zur Tagespolitik gemacht wurde.

Erstens ist selbst die Milchmädchenrechnung, ohne Ausschreibungsverfahren etc. kostengünstiger als die Lufthansa-Rettung, zweitens hatte der Bund fast ein Jahr Vorlaufzeit, um die Installationen zu projektieren. Wenn ihr mir schon die Taschen vollhaut, dann bitte mit Verstand. Die vermeintliche Gefahr ist euch das Geld nicht wert. Punkt.

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Warum wundert mich das nicht mehr in diesem Land?
Wieder mal zu spät angelaufen.
Der nächste Herbst kommt ja auch wie jedes Jahr völlig überraschend über uns.

Klar, die Lautstärke der Anlagen stört die Konzentration, kann ich voll verstehen.
Da ist Querlüften im Winter wesentlich förderlicher und angenehmer.
So in der eisigen Zugluft bei
10-12 Grad im Klassenzimmer sitzend kommt das Hirn auf Volltouren.
Die Finger sind zwar steif gefroren, aber das ist vernachlässigbar.

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Kalte Klassenräume: Merkel rät frierenden Schülern zu Kniebeugen und Klatschen ...

ich vergaß. ;o)
Sportliche Betätigung während des Unterrichts ist das Ziel für die faul rumsitzenden Kinder.
Sport ist immer gut.
Da Schulsport in Turnhallen nicht erlaubt ist, sorgt man auf diese Weise für ausreichend Bewegung.
Frau Merkel hat gut geschlußfolgert, wie man die verhängten Sportverbote umgehen kann.

Warum impft man in der ersten Woche nach den Ferien nicht alle Schüler direkt in der ersten Schulstunde im Klassenraum?! Da wird nicht diskutiert, gefragt oder sonst was. Bei max 30 Kids wären das nur ca 15 Minuten von der Unterrichtszeit.

Eltern regen sich dann irgendwann auf, ok. Aber - um dem zu begegnen, haben wir Verwaltungsgerichte.

Los jetzt.