LOCH VON TRIBSEES

Ökowahn brachte offenbar A20 zum Einsturz

Warum wurde beim Bau der A20 bei Tribsees ein Verfahren angewandt, das nicht tauglich für Autobahnen ist? Die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium lässt aufhorchen.
Ende einer Autobahn: Der Neubau der A20 zwischen den Anschlussstellen Bad Sülze und Tribsees kostet die Steuerzahler rund
Ende einer Autobahn: Der Neubau der A20 zwischen den Anschlussstellen Bad Sülze und Tribsees kostet die Steuerzahler rund 150 Millionen Euro. Bernd Wüstneck
Tribsees.

Die beim Bau der A20 zu Beginn dieses Jahrtausends gewählten pfahlartigen CSV-Säulen (Coplan-Stabilisierungs-Verfahren) kamen offenbar zum Einsatz, um den Umweltschutz im Moor des Trebeltales zu gewährleisten. Das geht aus einem Antwortschreiben von Enak Ferlemann (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsminsterium, auf eine Anfrage des aus Mecklenburg-Vorpommern stammenden Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm (AfD) hervor. „Im Trebeltal wurde aus Gründen des Umweltschutzes und wegen hydrodynamischer Aspekte für die Dämme und Ingenieurbauwerke eine Gründe aus pfahlartigen Tragelementen empfohlen“, räumt Ferlemann ein.

CSV-Säulen umwelttechnisch unbedenklich

Im Vorfeld der damaligen Ausschreibung seien „funktionale Randbedingungen für die Gründung definiert worden“. Darin hieß es laut Bundesverkehrsministerium unter anderem, dass das Moor vor aggressiven Baustoffen geschützt werden müsse und das bei der Wahl des Gründungsverfahrens und der dabei vorgesehenen Materialien zu berücksichtigen sei, dass der ph-Wert des Grundwassers im biologisch aktiven Moor auch nicht durch verwendete Baustoffe dauerhaft verändert werden dürfe. Und genau die aus Zementmörtel und Kies bestehenden CSV-Säulen seien umwelttechnisch unbedenklich, sagt Ferlemann. Allerdings offenbar nicht stabil genug.

Bauexperten kritisieren CSV-Verfahren

Kritiker aus der Baubranche hatten in den vergangenen zwei Jahren nach dem Absacken der Autobahn immer wieder bemängelt, dass das CSV-Verfahren zuvor in der Regel vor allem für die Errichtung von Gebäuden und im Ausnahmefall für Bahntrassen genutzt worden sei. Das CSV-Verfahren sei ein Bodenverbesserungs-, aber kein „klassisches“ Gründungsverfahren, heißt es von erfahrenen Bauingenieuren.

Das aber sieht das Bundesverkehrsministerium rückblickend entspannter: „Das CSV-Gründungsverfahren wurde nach erfolgreichen Probelastungen als geeignet bewertet“, heißt es ebenfalls in der Antwort aus Berlin zum Desaster von Tribsees.

Beim Neubau der Brücke, der über sechs Jahre dauern wird, werden jetzt traditionelle dicke Betonpfeiler benutzt.

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Kommentare (2)

Ökowahn? Es sind solche reißerischen, tendenziösen Aufmacher, die massiv zur Spaltung und Erosion unserer Gesellschaft beitragen. Es steht der einzigen Zeitung der Region nicht gut zu Gesicht, wenn sie jetzt auch mit rechten Schlagwörtern provoziert und letztlich dem Hass Vorschub leistet.

"Ökowahn" gibt offenbar eine private Meinung wider - neutraler Journalismus ist was anderes.
Zu behaupten dass die Brücke wegen Ökowahn eingestürzt ist, ist doch Wahnsinn.
Mangelnde Qualitätssicherung, wie wohl auch bei der Headline dieses Artikels.
Aber schönes Beispiel, wie mit Informationen, ins rechte Licht gerückt, Meinungsmache betrieben wird.