STUDIE

Ost-Bundesländer sind für Asylbewerber zehnmal gefährlicher

In westdeutschen Städten leben Menschen verschiedener Herkunft seit Jahrzehnten zusammen. Dass diese Erfahrungen im Osten fehlen, hat Folgen, meinen Forscher einer Studie.
dpa
Nach einem Streit war in der Innenstadt von Chemnitz ein Mann erstochen worden. Die Tat war Anlass für spontane Demonstrationen, bei denen es zu Gewaltausbrüchen kam.
Nach einem Streit war in der Innenstadt von Chemnitz ein Mann erstochen worden. Die Tat war Anlass für spontane Demonstrationen, bei denen es zu Gewaltausbrüchen kam. Jan Woitas
Berlin.

Das Risiko, Opfer eines Hassverbrechens zu werden, ist für Asylsuchende in Ostdeutschland einer Studie zufolge zehnmal so hoch wie in den westlichen Bundesländern.

Die Autoren vom Leibnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim haben herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit nicht etwa da besonders hoch ist, wo eine besonders hohe Zahl von Zuwanderern angesiedelt wird. Ein wichtiger Einflussfaktor ist vielmehr, wie viel Erfahrungen die Einheimischen in der Vergangenheit mit Zuwanderern gesammelt haben.

Uckermark schneidet besonders schlecht ab

Die Zahl der Angriffe sei „in Regionen mit einem zuvor geringen Ausländeranteil höher als in Regionen mit einem bereits hohen Ausländeranteil“, stellen Horst Entorf und Martin Lange fest.

Für ihre Untersuchung hatten die Mannheimer Forscher 1155 Vorfälle aus den Jahren 2013 bis 2015 betrachtet. In der Uckermark gibt es demnach überdurchschnittlich viele Hassverbrechen. Die Zahl der Übergriffe pro 100.000 Einwohner lag mit 8,24 dort bundesweit am zweithöchsten hinter der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit einem Wert von 9,76. Der Saalekreis in Sachsen-Anhalt liegt gleichauf mit der Uckermark.

Laut Studie gab es in diesem Zeitraum bundesweit 118 Kreise, in denen kein einziger Übergriff auf Asylsuchende gemeldet wurde. Von diesen 118 Kreisen liegen nur 4 in den östlichen Bundesländern.

In Brandenburg fielen 13 Kreise oder Städte in die Kategorie zwei bis elf Fälle mit Hassangriffen in den Jahren 2013 bis 2015 pro 100.000 Einwohner: Uckermark, Barnim, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Havelland, Teltow-Fläming, Dahme-Spreewald, Märkisch-Oderland, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz sowie die Städte Potsdam und Cottbus. Im Kreis Oberhavel, Oder-Spree und in der Stadt Brandenburg an der Havel gab es ein bis zwei Fälle, im Kreis Potsdam-Mittelmark und dem Kreis Elbe-Elster keine oder sehr wenige.

Mitgefühl der Einheimischen stärken

Die wirtschaftlichen Bedingungen vor Ort spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. „Hassverbrechen gegen Ausländer haben in erster Linie keine wirtschaftlichen Motive“, erklärt Lange. Politiker, die meinen, fremdenfeindliche Tendenzen ließen sich vor allem mit lokaler Wirtschaftsförderung, mehr Lohn und Wohnungsbau-Offensiven erfolgreich bekämpfen, können demnach nicht mit Erfolg rechnen. Wichtiger sei es, in Regionen mit begrenzter Migrationserfahrung das Bewusstsein und das Mitgefühl der Einheimischen zu stärken, sagt Lange.

Ein Aspekt, der das Problem in den neuen Bundesländern womöglich noch verschärft, ist die Zusammensetzung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund auf dem Gebiet der früheren DDR. Da nach dem Fall der Mauer nur wenige Ausländer als Arbeitsmigranten in den Osten kamen, hat sich in vielen Köpfen dort der Gedanke „Ausländer gleich Hilfe-Empfänger“ festgesetzt. Der Kontakt zwischen Einheimischen und Arbeitskräften aus sogenannten sozialistischen Bruderstaaten war zu DDR-Zeiten nicht gefördert worden.

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte

Unter Hasskriminalität im Sinne der Studie werden politisch motivierte Taten wie Volksverhetzung, Hakenkreuz-Schmierereien, körperliche Angriffe und Brandanschläge verstanden. Bei einem Ausländeranteil von drei Prozent und einer Ansiedlung von 1000 Asylsuchenden pro 100.000 Einwohnern kam es in den Jahren 2013 bis 2015 in einem ostdeutschen Kreis durchschnittlich zu zwei bis drei Übergriffen im Jahr. Für einen vergleichbar großen Kreis in Westdeutschland wurden statistisch 0,4 bis 0,6 Übergriffe ermittelt.

Seit 2016 ist die damals sehr hohe Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte zurückgegangen. Im dritten Quartal 2018 zählten die Sicherheitsbehörden 37 solcher Attacken, bei denen die Täter ausnahmslos dem rechten Spektrum zuzurechnen waren. Im gleichen Zeitraum zählte die Polizei zudem 323 Übergriffe auf Flüchtlinge und Asylbewerber außerhalb von Unterkünften.

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Kommentare (7)

Ja genau wir Ossis sind doof und kennen auch keine Menschen aus anderen Ländern, das wissen die Forscher aus dem Westen. Helfen kann man uns auch nicht, wir müssen einfach lernen die lieben Menschen aus aller Welt lieb zu haben, dann wird das schon

...sei Dank haben wir die Westspezialisten , die genau wissen wie wir Ossis drauf sind, wie wir zu DDR Zeiten gelebt haben . Noch Mal im Klartext , keiner hat was gegen Migranten mit ehrlichen Absichten . Nur Betrüger, Messerstecher , Drogendealer, Kindesentführer , ausländische Familiengroßclans wollen wir hier nicht!!!
Nun bin ich wieder ein Nazi, der sich wieder als hitlerhirke beschimpfen lassen muß.

wir haben;s in der Schule gelernt - Asylbewerber - kommen mit legalen Papieren und integrieren sich so schnell als möglich in der Gesellschaft - sie kommen ohne Waffen Drogen mit sauberer Weste (Vergangenheit) und ehrenhaften Zielen - und unterstützen die Behörden bei ihrer Arbeit

Die Wirtschaftsflüchtlinge, kennen keine Baustellen, und 8 Stunden, und länger durcharbeiten, schon garnicht

Gestern waren 6 Artikel drin . oder ist mein PC kaputt. Sie reisen schon mit Küchenmesser an, und gehen auf das Wachpersonal los. Die wollen hier ein Clan aufbauen, dann brauchen wir kein Bürgermeister mehr.

Da wird uns doch mal wieder erklärt, natürlich von Westdeutschen....wie wir Ostdeutsche tatsächlich vor 1989 gelebt haben. :-):-)
Nun könnte man das Ganze ja auch mal umdrehen......und die Aussage treffen "die Ostdeutschen leben dadurch sicherer."

Im Osten musste, man aufpassen, auf jedes Wort, was man sagte, wenn man nicht, die Person 100% kannte