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Ostseetunnel stößt bei Lesern auf geteiltes Echo

Ein knapp 100 Kilometer langer Tunnel zwischen Stralsund und Südschweden – das klingt für einige Leser des Nordkurier wie eine Utopie. Andere zeigen sich von den Plänen begeistert.
Die Grafik zeigt einen Absenktunnel wie er zwischen der Ostsee-Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland vorgesehen ist. Ähnliches wäre auch für den geplanten Mega-Tunnel denkbar.
Die Grafik zeigt einen Absenktunnel wie er zwischen der Ostsee-Insel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland vorgesehen ist. Ähnliches wäre auch für den geplanten Mega-Tunnel denkbar. Femern A/S
Stralsund.

Der Vorschlag eines norwegischen Konsortiums zum Bau eines 96 Kilometer langen Ostseetunnels von Stralsund nach Malmö (Schweden) stößt bei Nordkurier-Lesern auf ein geteiltes Echo. Im sozialen Netzwerk Facebook äußerten viele Sympathie für die Vision.

Das wäre doch eine echt coole Sache, schreibt beispielsweise Janet Schreier. So bräuchte man nicht mehr vier Stunden mit der Fähre nach Schweden rüberfahren. Knut Heinrich fordert, dass die Reise aber auch erschwinglich bleiben müsse. Und Jan Kuhnert verweist darauf, dass das Projekt für viele Berufspendler eine sinnvolle Investition sein könnte. „Ich fände es gut. Europa wächst immer mehr zusammen, wieso also nicht!“ An sich eine gute Sache, findet auch Bodo Pioch. „Mich würde dabei auch mal der Plan für Rettungseinsätze und Evakuierungen interessieren, und wie man das mit der Umwelt vereinbaren könnte.“

Andere Leser halten das Projekt, das nach Angaben der Initiatoren frühestens 2030 in Betrieb gehen könnte, jedoch für übertrieben. Harald Klingel zum Beispiel vergleicht es mit dem biblischen Turmbau zu Babel. Und als Nächstes komme jemand auf die Idee, einen Tunnel durch den Atlantik zu bauen, nur damit man schneller sei, frotzelt Janto Böhme. „Muss man denn nur, weil man es kann, sämtliche Gewässer untertunneln“, fragt Lisa Justus. Und wer fahre schon mit dem Zug in den Urlaub, gibt Rico Grombkovski zu bedenken. „Langsam geht die Fähr-Nostalgie flöten.“

Umfrage fällt deutlich zu Gunsten des Tunnels aus

Dagegen hält Jörg Kaiser mit der Warnung, in Deutschland alles viel zu kleinkariert zu sehen. Die Fähren nach Schweden dienten nicht nur dem Personen- und Pkw-Transport, sondern beförderten auch Waren per Güterwaggons. Frankreich und England hätten es mit dem Ärmelkanaltunnel vorgemacht, sagt Frank Janovsky. Locker ironisch bewertet dagegen Marco Messner die Idee: Warum in Stralsund eintauchen, fragt er. „Dem Tollensesee fehlt die Anbindung, also sollten wir in Neubrandenburg mit dem ersten Bauabschnitt beginnen!“

Die Umfrage auf der Homepage des Nordkurier fiel dagegen sehr deutlich aus: 77 Prozent (317 Stimmen) der insgesamt 408 Teilnehmer halten einen solchen Tunnel für machbar, nur 21 Prozent (88 Stimmen) glauben nicht an eine Realisierbarkeit. Lediglich ein Prozent (sechs Stimmen) hat zu dem Thema keine Meinung.

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