Politik
Parteimitglieder in MV - die Großen verlieren, die Kleinen gewinnen

Während die drei großen Landesverbände Mitglieder in Mecklenburg-Vorpommern verlieren, legen Grüne und AfD zu (Symbolbild).
Während die drei großen Landesverbände Mitglieder in Mecklenburg-Vorpommern verlieren, legen Grüne und AfD zu (Symbolbild).
Julian Stratenschulte

Der wiederkehrende Streit der großen Koalition in Berlin hat auch Auswirkungen auf die Parteien im Nordosten. Während die drei großen Landesverbände Mitglieder verlieren, legen Grüne und AfD zu.

Die zahlreichen Querelen der Partner in der großen Koalition auf Bundesebene wirken sich auch auf die Mitgliederzahlen der Parteien im Nordosten aus. Während CDU und SPD eher Mitglieder verlieren, legen Grüne und AfD zu, wie eine Umfrage unter den Landesverbänden ergab.

Den größten Landesverband besitzt mit 5135 Mitgliedern weiterhin mit Abstand die CDU. Im Saldo aus Ein- und Austritten, Zu- und Wegzügen und Todesfällen verlor die Partei seit Jahresbeginn 65 Mitglieder, wie ein Sprecher sagte. Das liege aber vor allem an demografischen Gründen, viele Mitglieder seien bereits älter. In diesem Jahr verzeichnete der Verband den Angaben zufolge aber auch 120 Eintritte. „Das sind jetzt schon mehr als im ganzen Jahr 2016.”

Die Linken, trotz stetig sinkender Mitgliederzahl noch immer zweitgrößter Parteiverband im Land, verzeichneten Ende September 3607 Mitglieder, was einen leichten Rückgang im Vergleich zum Juni mit 3646 darstelle, sagte Landesgeschäftsführer Sandro Smolka. Im selben Zeitraum konnten aber auch 19 neue Mitglieder begrüßt werden. „Der leichte Rückgang der Mitgliedschaft ist auf Todesfälle oder Austritt aus Altersgründen zurückzuführen”, sagte Smolka.

Bundespolitik als Austrittsgrund

Das bundesweite Sorgenkind SPD verzeichnete nach eigenen Angaben seit dem Höchststand im Februar einen Verlust von 70 Mitgliedern und hat nun 3093 Mitstreiter, wie Landesgeschäftsführer Steffen Wehner sagte. In den vergangenen, bundespolitisch konfliktreichen Monaten seien seit dem Juni 34 Menschen ein-, aber auch 47 ausgetreten. „Bei denjenigen, die begründet austreten, sind die Beweggründe überwiegend in der Bundespolitik verortet”, räumt Wehner ein.

Den größten Anstieg seit Juni verzeichnete nach eigenen Angaben die AfD. Deren Mitgliederzahl sei binnen vier Monaten von 684 auf 761 gestiegen, teilte die Landesgeschäftsstelle mit.

Damit überholte die Partei die Grünen, die 2016 knapp am Wiedereinzug in den Schweriner Landtag gescheitert waren, nun aber wohl vom bundesweiten Höhenflug der Partei profitieren. Seit Ende Juni verzeichneten sie nach eigenen Angaben einen Zuwachs um 24 Mitglieder und kommen auf insgesamt 720. Gründe sieht Parteichefin Claudia Schulz in einer großen Unzufriedenheit mit der Bundesregierung, etwa beim Dieselskandal oder dem Streit um den Hambacher Forst.