PANDEMIE

Patienten wirklich wegen Corona im Krankenhaus?

Nicht alle Menschen mit einer Corona-Infektion liegen auch deshalb im Krankenhaus. Auf der Intensivstation haben die meisten Corona-Patienten aber mit einer gefährlichen Folge des Virus zu kämpfen.
Woran Patienten auf Intensivstation am meisten leiden, wird für die Corona-Statistik nicht erhoben.
Woran Patienten auf Intensivstation am meisten leiden, wird für die Corona-Statistik nicht erhoben. Armando Franca
Neubrandenburg ·

Auch hierzulande könnten tatsächlich weniger Menschen an schweren Corona-Verläufen leiden, als es statistische Zahlen über Krankenhausaufenthalte nahelegen. Laut Rückmeldungen aus Kliniken der Region wird in Corona-Meldungen zumindest nicht differenziert, in wie vielen Fällen wirklich eine Covid-19-Erkrankung der entscheidende Grund für eine stationäre Behandlung von infizierten Patienten ist.

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„Es ist richtig, dass Patienten mitunter mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert sind, aber eine andere akute Erkrankung ausschlaggebend dafür ist, dass sie krankenhausbehandlungsbedürftig sind. Zahlen dafür zu ermitteln, würde einen erheblichen Aufwand bedeuten, weil diese Daten nicht statistisch erfasst werden“, so Anke Brauns, Sprecherin des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg.

Alle aufgenommenen Patienten würden getestet und gemäß ihrer Beschwerden behandelt. Corona-Infizierte würden die Mediziner je nach Zustand entweder in häusliche Quarantäne schicken oder in einen Isolierbereich mit strengen Schutzvorkehrungen. Alle im Labor bestätigten Fälle würden an das Gesundheitsamt gemeldet werden.

Lungenversagen durch Covid-19

Auf der Corona-Intensivstation liegen den Angaben zufolge mitunter ebenso infizierte Patienten, bei denen eine andere akute Erkrankung für den kritischen Zustand verantwortlich ist. „Viele dieser Patienten haben ein höheres Lebensalter, kommen aus Pflegeeinrichtungen und haben Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Adipositas, Diabetes mellitus oder leiden an einer koronaren Herzerkrankung“, so die Sprecherin.

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Allerdings seien diese Fälle die Ausnahme: „Die Mehrheit der Patienten auf der Corona-Intensivstation muss jedoch wegen Lungenversagens durch die Viruserkrankung intensivmedizinisch behandelt werden. Die meisten Patienten haben Luftnot, einen sehr niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut, oft auch weitere andere Organfunktionsstörungen und zum Teil hohes Fieber, wenn die durch die Viruserkrankung geschädigte Lunge zusätzlich durch eine bakterielle Superinfektion belastet wird.“ Corona-Intensivpatienten melde das Krankenhauspersonal an das Register der DIVI. Eine entsprechende Differenzierung werde auch dort nicht erfasst.

Datenschutzrechtliche Fragen

Der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Demmin, Kai Firneisen, kann ebenfalls keine derart aufgeschlüsselten Prozentzahlen mitteilen. Dafür brauche es eine zeitintensive Studie. Unter anderem müssten datenschutzrechtliche Fragen geklärt werden. „Es sollten nur absolut nachprüfbare Aussagen getroffen werden und keine Vermutungen angestellt werden. Wir vom Kreiskrankenhaus Demmin möchten uns nicht an Spekulationen beteiligen und nur valide Aussagen machen“, so Firneisen. Zumindest kann Firneisen eine Momentaufnahme abbilden. So befanden sich den Angaben zufolge am Montag drei Menschen im Kreiskrankenhaus, bei denen das Labor eine Covid-19-Infektion nachgewiesen hatte – und keiner auf Intensivstation. Dazu kämen 13 Verdachtsfälle, bei denen eine Labor-Untersuchung noch ausstand. Von Ihnen wurden Fünf wegen eines anderen Behandlungsgrundes eingewiesen.

Im Robert-Koch-Institut, wo die Zahlen regelmäßig aufgearbeitet werden, wird eine solche Aufschlüsselung gar nicht für nötig gehalten. „Nie hat einer behauptet, dass alle Infizierten im Krankenhaus einen schweren Verlauf haben – ganz im Gegenteil“, so RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher auf Anfrage des Nordkurier. Letztlich sei eine weitere Aufschlüsselung aber irrelevant. Es gehe darum, Schutzvorkehrungen zu treffen, zu isolieren und weitere Ansteckungen zu verhindern.

Zuvor hatte die „Die Zeit“ berichtet, dass bei schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Corona-Patienten ein ganz anderen Leiden im Vordergrund behandelt werde.

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Kommentare (11)

„Nie hat einer behauptet, dass alle Infizierten im Krankenhaus einen schweren Verlauf haben – ganz im Gegenteil“, so RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher

Die täglichen Horrormeldungen in der Presse, aus der Politik und von ihren RKI-Kollegen Wieler und Drosten sprechen da eine ganz andere Sprache.

Natürlich hat das vielleicht nie jemand behauptet, aber was reinhaut sind Bilder von überfüllten Kh und von Menschen an Beatmung und Monitoring. Je mehr Schläuche und Kabel desto intensiver die Schockwirkung.
Genau das suggeriert aber viele schwere Verläufe. Wer sollte auch mit kratzen im Hals ins Krankenhaus kommen?

Jetzt ist vermeintlich der Punkt erreicht, an dem man gefahrlos mit offenen Karten spielen kann und trotzdem genug einfache Menschen mit Angst in Schach hält.

Für die meisten wird der Artikel eh nur eine "rechte Verschwörungstheorie" sein.
Die linke Beschreibung für "die Wahrheit wollen wir nicht hören".

... Ober sticht Unter!

🥳

Das ein Kommentare schreibender Kommentarleser nichts mit kommentarverstehendem Kommentarleser zu tun hat.
Der übermäßige Einsatz von Smileys sagt alles aus.
Sie stechen sich mal lieber alleine.

eine Überraschung ? Die Sterbefälle werden doch auch so gezählt (mit oder an Corona). Schade das man nicht die richtigen Zahlen heranzieht für unseren Dauerlockdown. So werden die Zahlen nie Richtung 0 gehen. Wenn ein syptomloser Patient ins KH kommt - z.B. nach einem Autounfall - und dann aufgrund pos. Test als Corona-Patient gezählt wird......nicht zu fassen was hier passiert

Letztlich ist es egal, warum ein Patient auf der ITS liegt. Fakt ist nur, dass eine gute Belastung - warum auch immer - bereits vorhanden ist und wenn jetzt noch etliche Corona-Fälle hinzu kommen sollten, weil wir unvorsichtig werden, kann es eben auch schnell zu einer Überlastung kommen, was dazu führt, das Notfälle, wie z. B. Herzinfarkte o. Ä. eben nicht mehr behandelt werden können.

Das ist doch wohl nicht so schwer zu verstehen.

Stellen Sie sich einfach folgendes Szenario vor: Eine Ihnen wichtige Person kommt nach einem schweren Verkehrsunfall lebensgefährlich verletzt in die Klinik und müsste intensivmedizinsch behandelt werden. Geht aber nicht, weil ITS voll. Ihr geliebte Person stirbt! Und dann? Wer ist dann Schuld?

Er will und kann es, wie man an dem links-rechtsgedrehe vernimmt nicht weiter differenzieren.
Wer entgegen, ober- oder unterhalb der einzig wahren Wahrheit argumentiert und diese nicht hören will ist eben linksdrehend. Mehr Abstufungen gibt es eben nicht. Ist zwar genauso mindergenial wie jeden Esoteriker wegen einer Klangsteintherapie in die braune Ecke zu stellen aber wayne.

Wir stellen uns vor, wir vermuten, wir schätzen, wir glauben.
Das einzige was wir nicht tun ist wissen.

Sie und Ihre Kommentarkollegen geben mir vollkommen Recht mit meiner These das genug Leute verängstigt wurden.
Ist aber nicht so schlimm.
Sie werden den wahren Grund der Panikmache nie verstehen.
Nicht mal wenn sie ihren neuen Führern fröhlich mit ihrem digitalen Impfpass zuwinken.

ich sitze zitternd zu Hause und bin völlig verängstigt... 🤦🏼‍♀️

Die „Querdenker“ möchten nicht als „querdenkend“ klassifiziert werden, bezeichnen aber selbst jeden anders denkenden als „links“, „manipuliert“ oder wie hier als „verängstigt“!

Ihr Kommentar enthält nicht eine stichhaltige, konstruktive Aussage. Schade!

Sie hingegen auch nicht. Ich kann es Ihnen aber gerne verraten.
Es bedurfte keiner Pandemie, um die Leute mit Angst in Schach zu halten.
Selbiges wird seit Jahrzehnten angewandt. Der Grund ist ganz einfach. Konsum, Konsum, Konsum.
Verängstigte Menschen geben statistisch mehr Geld für unbenötigte Güter aus, weil sie sich dadurch (materielle) Sicherheit erhoffen.

Diejenigen (Chicago-Boys, Keynesianismus etc pp) die sich das Prinzip ausgedacht haben, einen natürlichen Herdentrieb mit indivudualistischer Isolation zu brechen, um die Leute zum Konsum zu bewegen, waren einfach Genies. Muss man einfach mal neidlos eingestehen. Wozu noch eine Diktatur der Staatsgewalt. Der Rubel rollt in Moskau und Peking auch besser, seit man seine Experten im Ausland studieren lassen hat.

ich hatte eine sehr entspannte, konsumlose und vor allem
Intensive Zeit mit meiner Familie im letzten Jahr. Vor allem fernab von Hektik und Stress des Alltags. Und ja, ich bin mir sehr wohl bewusst, das ich damit zu einer geringen Gruppe gehöre, die dem Ganzen nicht nur negatives abgewinnen konnte.

Jedoch frage ich mich, wie es dem Handel so schlecht gehen kann, wenn wir doch quasi alle gezwungen werden, unser Geld auf den Kopf zu hauen.

Aber es wäre auch weniger genialistisch, wenn wir zwei bemerken würden, warum wir uns privatversichern und unsere Kinder auf Privatschulen schicken.

Man hat halt immer die Angst, dass die Kinder vllt. Ach. Mist. Hab ich doch Sorgen hinsichtlich IHRER Rentenlücke. Wir müssen den Gürtel dann wohl doch ein Knopfloch enger schnallen.

Aber mal im Ernst.
Was den letzten Punkt betrifft, sind es mMn zwei Punkte die zutreffen.

Einerseits wurde sich auf den Onlinehandel verlagert und zweitens wird es im Einzelhandel einen Blowbackeffekt geben, das gesparte Geld der Privathaushalte ausgeben zu wollen, um wenigstens dem Einzelhandel zu helfen. Das Problem der Inflation durch die ganze Geldsparerei wird ja ohnehin in jedem Finanzblatt aufgegriffen. Das Geld muss raus, sonst gibts die nächste Angst. Den großen Crash.