SCHNELLES INTERNET

Pegel erwartet Tempo bei Breitbandausbau

Vom Bundesprogramm zum Breitbandausbau hat MV ein großes Stück abbekommen. Doch vom Geld bis zum Lichtleiterkabel an der Milchkanne ist es mitunter zeitlich ein längerer Weg.
dpa
Nach einem schleppenden Start erwartet Christian Pegel jetzt Tempo beim Breitbandausbau. (Archivbild)
Nach einem schleppenden Start erwartet Christian Pegel jetzt Tempo beim Breitbandausbau. (Archivbild) Jens Büttner
Schwerin ·

Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) erwartet für das neue Jahr deutliche Fortschritte beim Ausbau der Breitbandanschlüsse in Mecklenburg-Vorpommern. Die Planungen und die gesetzlich vorgeschriebenen Ausschreibungen hätten zunächst viel Zeit in Anspruch genommen. Doch nun komme die Umsetzung voran. „Wir hatten 93 Projekte in das Förderprogramm des Bundes bekommen. Inzwischen sind 65 davon vertraglich gebunden oder im Bau”, sagte Pegel. Durch Nachmeldungen der Kreise sei die Zahl der geförderten Projektgebiete auf 99 angewachsen.

Aus dem Bundesprogramm für den Breitbandausbau in unterversorgten ländlichen Regionen erhält Mecklenburg-Vorpommern rund 850 Millionen Euro. Das Land legt etwa eine halbe Milliarde drauf, so dass insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro für schnelleres Internet zur Verfügung stehen. Ziel sei, dass mindestens 95 Prozent aller Haushalte im ländlichen Raum einen Breitbandanschluss erhalten. Laut Pegel soll dies in der Regel über Glasfaser geschehen, mit dem auch Datenmengen von weit mehr als den zunächst angestrebten 50 Megabit pro Sekunde übertragen werden können.

Der Minister räumte ein, dass der Breitbandausbau nicht so schnell vorankomme, wie von Bürgern und Unternehmen erwartet und auch gefordert. „Es gibt eben auch nur eine überschaubare Zahl von Firmen, die so was können”, sagte Pegel. Dazu kämen Engpässe beim Tiefbau, der angesichts einer fortwährend guten Konjunktur und steigender Investitionen der öffentlichen Hand insgesamt sehr gut ausgelastet sei. Mitunter würden auch Konkurrentenklagen Projekte verzögern. „Es geht um lukrative Aufträge und eben auch um viel Geld”, erklärte der Minister.

Pegel freut sich über jede Großbaustelle

Bereits gut vorangekommen seien Kreise, die frühzeitig heimische Anbieter beauftragt hätten, wie etwa Vorpommern-Rügen oder Ludwiglust-Parchim. „Der Energieversorger Wemag, der im Westen des Landes aktiv ist, hat hoch gepokert und sich frühzeitig Tiefbaukapazitäten gesichert. Nachdem er die Zuschläge bekommen hat, zahlt sich das nun aus”, sagte Pegel. Zudem hob er das Engagement von Stadtwerken wie in Neubrandenburg oder Neustrelitz hervor, die als Internet-Dienstleister auch im Umland tätig seien. „Ich freue mich über jede Großbaustelle, auf der mit Hochdruck gearbeitet wird”, sagte Pegel.

Eine Entscheidung werde im neuen Jahr auch dazu fallen, wie das Land selbst zu einer flächendeckenden Mobilfunk-Abdeckung beitragen wird. Um alle Funklöcher zu stopfen, müssten etwa 230 weitere Funkmasten errichtet werden, sagte Pegel. Das Land habe bereits 50 Millionen Euro für ein landeseigenes Funkmastenprogramm eingeplant und der Landtag habe im Dezember der Gründung der Gesellschaft zugestimmt, die mit der Umsetzung beauftragt werden solle. Nun würden die Regularien dafür geprüft und festgelegt.

Gleichzeitig hat aber auch der Bund Investitionen angekündigt, um weiße Flecken auf der Mobilfunkkarte zu tilgen. „Wenn uns der Bund mit seinem Programm wirklich überholen sollte, will ich mich gern lächelnd zurücklehnen und freuen. Aber wer sagt uns denn, dass er bei uns im Nordosten anfängt, die noch fehlenden Masten aufzustellen? Funklöcher gibt es auch in Bayern oder Rheinland-Pfalz”, sagte Pegel. Die Landesregierung habe eine eindeutige Prämisse: „Unser Interesse ist, dass es bei uns läuft”, betonte Pegel.

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