Laut Peta werden in Deutschland jährlich rund 10.000 Rehe bei landwirtschaftlichen Arbeiten verletzt oder getötet.
Laut Peta werden in Deutschland jährlich rund 10.000 Rehe bei landwirtschaftlichen Arbeiten verletzt oder getötet. ZVG/NK-Grafik
Zeugen hatten die verstümmelten Tiere nach den Mäharbeiten fotografiert und den Fall Peta gemeldet.
Zeugen hatten die verstümmelten Tiere nach den Mäharbeiten fotografiert und den Fall Peta gemeldet. ZVG
Peta hat Anzeige wegen der Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund sowie wegen Jagdwilderei erstattet.
Peta hat Anzeige wegen der Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund sowie wegen Jagdwilderei erstattet. ZVG
Bei Mäharbeiten

Rehkitze überfahren und verstümmelt – Peta erstattet Anzeige

Nachdem das erste Tier tödlich verletzt war, soll der Arbeiter auf der nächsten Wiese weitergemäht und zwei weitere Rehe getötet haben.
Neubrandenburg

Die Tierrechtsorganisation Peta hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg wegen drei getöteter Rehkitze erstattet. Peta-Angaben zufolge wurden die drei Jungtiere am 7. Juni bei Mäharbeiten in der Nähe des Kummerower Sees überfahren und „von den scharfen Klingen einer Landwirtschaftsmaschine” tödlich verletzt.

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Die Organisation beruft sich auf Berichte von Zeugen, wonach zunächst eines der Tiere beim Mähen einer Wiese „ohne vorherige Vorsichtsmaßnahmen” ums Leben kam. Raubvögel hätten sich bereits an dem Kadaver zu schaffen gemacht, während die landwirtschaftliche Maschine auf dem Weg zur nächsten Wiese war. Dort seien dann zwei weitere Rehkitze durch die Mäharbeiten getötet worden, heißt es.

Nordkurier-Anfragen bei der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg zu dem Fall blieben zunächst unbeantwortet. Laut einer Peta-Sprecherin ist Anzeige wegen der Tötung von Wirbeltieren ohne vernünftigen Grund (Paragraf 17 Tierschutzgesetz) sowie wegen Jagdwilderei (Paragraf 292 Strafgesetzbuch) erstattet worden.

Bei einer Verurteilung droht eine Maximalstrafe von 3 Jahren Gefängnis. Verurteilte werden aber offenbar nicht selten mit Geldstrafen belegt. So wurde etwa gegen einen Landwirt in Niedersachsen 2018 wegen zwei getöteter Rehkitze eine Strafe von 30 Tagessätzen je 40 Euro und 30 Tagessätzen je 30 verhängt.

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Laut Peta werden in Deutschland jährlich rund 10.000 Rehe bei landwirtschaftlichen Arbeiten verletzt oder getötet. Einige Landwirtschaftsbetriebe in MV arbeiten deshalb mit Tierschützern zusammen oder werden selbst aktiv, um Rehe in Feldern vor einem solchen Schicksal zu bewahren. So fliegen etwa auf Rügen vor Mäh- und Erntearbeiten Drohnen mit Infrarot-Kameras manche Felder ab, um sich versteckende Jungtiere aufzuspüren.

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Kommentare (1)

Die Tarnung ist perfekt. Er hat sie nicht sehen können! Die ganze Wiese abzusuchen und das Gras runtertrampeln dauerte Stunden. Nicht verhältnismässig und nicht zumutbar. Jeder Richter müsste ihn freisprechen. Die Geldstrafen sind ein nur ein Zugeständnisan die PETA.