AUFRUHR WEGEN PETA

Angler sind kampfbereit

Seit die Tierrechtler im Internet ihre „Tipps“ zum Umgang mit Anglern gegeben haben, tobt die öffentliche Schlacht um den Peta-Verein, der immer wieder mit umstrittenen Aktionen auf sich aufmerksam macht. Schritt für Schritt organisiert sich die Gegenwehr.
Die Angelfreunde Dirk Damrath (links) und Andreas Lück fachsimpeln über die besten Köder.
Die Angelfreunde Dirk Damrath (links) und Andreas Lück fachsimpeln über die besten Köder. Jörg Spreermann
Gestörte Ruhe: Mit speziellen „Tipps“ hat Peta viele Angler gegen sich aufgebracht.
Gestörte Ruhe: Mit speziellen „Tipps“ hat Peta viele Angler gegen sich aufgebracht. Patrick Pleul
Neubrandenburg ·

Jörg Peters weiß was er will, denn er ist im Urlaub mit seiner Familie schon Stammgast am Stettiner Haff. „Wir sind schon das dritte Mal hier“, berichtet der Krefelder. „Uns zieht es gar nicht so sehr an den Strand auf Usedom, sondern mehr ins Hinterland“, erzählt er und nennt die Gegend „Kanada Deutschlands“. Bei Andreas Lück ist er im Angler-Treff am Ziel seiner Wünsche: Ein Touristenfischereischein und eine Angelerlaubnis für die Peene. „Dort gehe ich mit meinem siebenjährigen Sohn hin“, weiß er. Das Angeln sei etwas, wo der Siebenjährige auch mal richtig runterkommen könne.

Erstmals hört Peters im Laden von der neuen Attacke der Tierrechtsorganisation Peta auf die Angler. „Das gibt es doch gar nicht. Jagen und Fischen gehört doch zu den Ur-Instinkten der Menschen“, schüttelt er den Kopf als er von Angelfan Lück erfährt, worum es überhaupt geht und was viele der rund 44 000 Angler in Mecklenburg-Vorpommern und deren 83 000 Sportfreunde in Brandenburg seit gut einer Woche auf die Palme bringt (wir berichteten).

Noch immer geht die Hutschnur hoch

Unter der Überschrift „Angler in Sicht? Die besten Tipps, was Sie tun können“ warnt Peta unter anderem vor der Gefährlichkeit von Anglern, wenn diese in der Gruppe angetroffen werden und möglicherweise auch Bierflaschen dabei haben. Neben dem Vorschlag, mögliche Verfehlungen von Anglern per Notruf 110 der Polizei zu melden, gibt es den Hinweis, der die Angler besonders in Rage bringt – „in der Nähe des Anglers Kieselsteine ins Wasser zu werfen“, um zu verhindern, dass ein Fisch an den Haken geht.

Auch wenn dieser Aufruf einige Tage alt ist, geht Lück immer noch schnell die Hutschnur hoch: „Peta kann kommen, der Angler ist kampfbereit. Unsere Steine, die wir zurückschmeißen, sind größer!“ Für ihn sind die Aktivisten Leute, die sich das Geld zusammenschnorren. Sein Angelfreund Dirk Damrath ergänzt: „Mit angeblichem Tierschutz lässt sich eben viel Geld verdienen.“

„Die weitaus meisten Angler sind sich ihrer Verantwortung den Fischen gegenüber bewusst“, ist sich Damrath sicher, der gleichzeitig wachsende Auflagen gegenüber Anglern beklagt. „Wenn ich am See bin, sammle ich Flaschen, Plastiktüten und Müll anderer Leute auf und nehme ihn mit“, versichert er. Angler fühlten sich nun mal für die Gewässerpflege zuständig und setzten in ihren Aktionen Jungfische in Seen. „Daran könnte sich Peta beteiligen. Das wäre doch was Sinnvolles“, findet Damrath.

Doch das hat Peta nicht vor. Es gehe ganz klar ums provozieren, macht Edmund Haferbeck, Wissenschaft- und Rechtschef von Peta, Im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. „Das alles ist uns noch viel zu wenig Aufregung. Für uns kann es nur gut sein, wenn sich Hysterie entfaltet. Das ist unsere einzige Chance, Bewusstsein zu verändern“, gibt er sich unbeeindruckt. (siehe auch unten stehenden Beitrag). Den Vorschlag, Angler mit Steinen zu ärgern, nennt Haferbeck „bloß ein Gedankenspiel“.

Aus Sicht von Peta gehört Angeln komplett verboten, stellt er klar. Im 21. Jahrhundert hätten solche Rituale nichts zu suchen. „Die Gesellschaft entwickelt sich weiter.“ Man wisse doch inzwischen, dass Fische Schmerz empfinden. Das Argument mit den Traditionen sei lediglich ein vorgeschobener Grund, „um die Angelei ausleben zu können“.

„Darum geht es doch gar nicht“, weist Angelfreund Lück in Anklam diese Sichtweise zurück. Fische seien natürlich das I-Tüpfelchen beim Angeln. „Ich habe auch Spaß daran, wenn keiner beißt“, erzählt er. Auf oder am Wasser erlebe er Entspannung pur. „Ich schaffe es viel zu selten, Angeln zu gehen.“ Tierschutz an sich sei eine gute Sache: Deswegen müssten Angler zahlreiche Auflagen und Beschränkungen beachten.

Der Angler-Präsident bleibt gelassen

„Ich nehme deren Namen gar nicht in den Mund“, sagt Karl-Heinz Brillowski, Präsident des Landesanglerverbands Mecklenburg-Vorpommern. Seit drei, vier Jahren gebe es immer wieder Versuche der „Tierrechtsorganisation“, die Angler zu verunsichern, darunter mit Anzeigen wegen angeblichen Wettfischens. Brillowski bleibt gelassen: „Die tun uns doch den Gefallen, Angeln populär zu machen.“ Es ist selbst beim Angeln schon Opfer von Steinewerfern geworden – lange vor den Peta-Tipps. Brillowski rät dazu, bei Übergriffen jeglicher Art sofort Anzeige zu erstatten. „Selbst dann, wenn kein unmittelbarer Schaden entstanden ist“ ergänzt er.

Gehandelt hat unterdessen schon Manuel Tripp. Dem Angler und Rechtsanwalt aus Geithain in Sachsen ist der Kragen geplatzt. Er hat Verantwortliche von Peta Deutschland angezeigt (siehe Seite 1).

„Unsere Angler sind wütend und sauer“, betont Marcel Weichenhan, Sprecher das Landesanglerverbands Brandenburg. „Vor allem deshalb, weil wir unglaublich viel für den Naturschutz machen.“ Neben der Gewässerpflege werde vor allem mit dem Besatz von Jungtieren für den Fischreichtum gesorgt. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wurden im Frühjahr mehrere Millionen Aale eingesetzt.

Unterdessen schalten die Angler auf Gegenangriff: Der Deutsche Angelfischerverband hat ein Formular ins Internet gestellt, mit dem Mitglieder Anfeindungen und Übergriffe von Tierrechtsaktivisten melden können. Gleichzeitig unterstützen die Vereine in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die Online-Petition, die ein Ende der steuerbegünstigten Gemeinnützigkeit von Peta fordert. Bisher sind dafür bereits knapp 33  000 Unterschriften zusammen gekommen, insgesamt 50  000 werden benötigt.

Am Ende seiner schriftlichen Reaktion traut sich der Verband sogar noch eine Spitze Richtung Peta: „Im Übrigen sieht man wieder mal, was der Verzicht auf eine frische Portion Omega-3 so im Gehirn bewirkt.“ Die für die Ernährung günstigen Omega-3-Fette sind vor allem in Fischen enthalten.

Lesen Sie dazu den Nordkurier-Hintergrund: Wie Peta wirklich tickt.

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Kommentare (16)

Au ja liebe Grüne und Gutmenschen. Nachdem ihr ein paar Angler beim "Sonntags-Frühstück" gestört habt, empfehle ich gleich danach ein paar Jägern mit ähnlichen Aktionen zu beglücken.

Ich bin ein guter Mensch, finde viele Ideen der Grünen gut, und dazu noch bin ich leidenschaftlicher Angler.
Daher kann ich Ihren Zusammenhang zwischen PETA (um die es im Artikel geht) und Grünen/Gutmenschen nur als konstruiert bezeichnen.
Aber es ist ja nun nicht das erste Mal, dass es Ihnen nur um Provokation geht, was alleine durch Verwendung des Wortes "Gutmenschen" überdeutlich wird - Sie würde ich ganz sicher nicht in die Gruppe dieser Menschen einbeziehen.

Ach kommen Sie; konservative Angler, die Wiederstand leisten wollen, die den Fisch einfach gegen den Eimer hauen sind doch voll Nazis, Faschos und Rechtsextreme; ODER?

Hältern in Eimer/Reuse ist auch verboten.

Ein Angler ist ein Angler und ein Nazi ist ein Nazi.

und beim
Systematischen Morden möchte der eine nicht unbedingt mit dem anderen in denselben Topf geworfen werden

Habe meine Angelausrüstung um einen Axtstiel erweitert.
So , simbim kannst mit deinen Herzvorwürfen loslegen.

dümmer geht's nicht mehr, kommt von irgendwo ein Hihrke her...

Ja, so sind diese anonymos feige wie ein Köter.

Hechel

Ist billiger.

Ich könnte mich grade kringeln vor Lachen. Wolln wir uns nicht alle mal treffen und einen Schnaps trinken? Jeder bringt einen Knüppel mit. Das wird lustig.

Oh mann, Ich kringel mich ebenfalls vor Lachen!

Nbar... natürlich sollte mein Kommentar provozieren. Er war von oben bis unten durchsetzt mit Ironie. Der Infozettel von PETA gegen die Angler war aber ebenfalls die reinste Provokation. Was hier im Kommentarbereich rauskommt, hätte ich aber nicht gedacht.

HHirke.. Sie machen sich mit ihren Aussagen strafbar. Was sollen dieses leeren Gewaltandrohungen? Lassen sie sich doch nicht auf das Niveau hinab. Zumal "Hasspostings" mittlerweile härter als Körperverletzungen verfolgt werden. Fragen sie Turbohose1. Um ihn ist es ja ziemlich still geworden. Hr. Weber von der AFD hat mir übrigens mitgeteilt das er Strafanzeige erstattet hat.

https://www.nordkurier.de/anklam/afd-wirbt-mit-toter-landtagspraesidentin-bretschneider-0335991007.html

Zum Thema. Ich angel nicht! Ich habe es einmal ausprobiert, ist aber nix für mich. Die meißten Angler die ich kennen gelernt habe, waren sehr ruhige Zeitgenossen, den das Wohl am Tier am Herzen lag. Die gefangenen Fische, werden dabei schnell und fachgerecht geschlachtet. Ein übermässiges Leid wie in großen Aquakulturen oder durch Schleppnetze wird vermieden. Die Anglervereine sorgen selbst für die Erhaltung der Fischzahlen, da sie mit eignen Zuchtstationen neue Fische aufziehen und aussetzen. Auch die Pflege der Seen und der direkten Umwelt ist Aufgabe der Vereine.

PETA besteht größten Teils aus durchgeknallten Tierschutzextremisten, die auch schon mit ähnlichen Aktionen provoziert haben. Ob es Ihnen dabei wirklich um das Wohl der in freier Natur lebenden Fische geht ist fraglich. Den Tiere, die für die Lebensmittelproduktion gezüchtet werden, geht es definitiv schlechter.

Ich weiß ja nicht welche "Verschwürungstheorie" ich aufgestellt haben soll. Aber man kann ja mal provisorisch das Wort mit einbauen. Damit kann man so schön sein Gegenüber schmähen und muss nicht auf dessen Argumente eingehen. Ein einfacher Weg den sie und ihre Mitstreiter gerne gehen. Wollen sie nicht noch meine Rechtschreibung kritisieren? Inhaltlich haben sie eh nichts zu sagen.

Durch das erschwerende Kommentarprogramm, mit seinen Timeouts, Anmeldungen u.s.w. müssen wir uns alle kämpfen.

Sie lassen scheinbar die Kämpfe von großen Schlachtungsmaschienen ausführen. Es ist tausendmal humaner ein Tier aus der Natur zu entnehmen und es zu töten, um es zu essen. Als die Massentierhaltung aus der der Fisch im Supermarkt stammt. Ich hab ja gesagt, dass ich nicht angeln. Wir besitzen aber Hühner und Enten. Bei der ich auch regelmässig schlachten muss. Ich empfinde dabei keine Befriedigung in irgend einer Art. Ich tue das was gemacht werden muss. Dass andere diese Arbeit lieber anonym von Schlachtrobotern in irgendwelchen Fabriken ausführen lassen, ist ihre Sache. Aber kritisieren sie doch bitte nicht die Menschen, die sich ihr Fischfilet noch selbst angeln. Und natürlich gehört zum Angelausflug auch das Bier dazu. Sind halt Männer. Beim Fußball, Antifa-Demos und anderen Ansammlungen von Männern, gehört das Bier ja schließlich auch dazu.

Dachte es heißt Petri Heil und nicht Heil Petry!