SCHREIBEN AN ROSTOCKS OB

Peta fordert Angelverbot für pupsende Fische

Ein Verbot Taubenzucht, Eisbärenhaltung, Kutschfahrten und Angelunterricht, ein Denkmal für tote Sprotten – nun hat Peta eine neue Forderung in den Raum gestellt.
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Die Tierrechtsorganisation Peta will Ostsee-Heringe schützen.
Die Tierrechtsorganisation Peta will Ostsee-Heringe schützen. Stefan Sauer
Rostock.

Die Tierrechtsorganisation Peta mach immer wieder mit ungewöhnlichen Aktionen auf Tierschutzthemen aufmerksam – und macht sich damit nicht nur Freunde. Vor allem Angler und Taubenzüchter in Mecklenburg-Vorpommern dürften nicht besonders gut auf die Tierrechtler zu sprechen sein.

Und auf die Angler hat es Peta nun in einem Schreiben an Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling erneut abgesehen. Darin bittet die Organisation laut einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung darum, für die Gewässer in der Rostocker Innenstadt ein Angelverbot zu erlassen. Zudem solle der Oberbürgermeister die Angelegenheit der Bürgerschaft vorlegen und langfristig die Stadt Rostock zu einer angelfreien Zone für Heringe erklären.

In der Rostocker Innenstadt säumten besonders im Frühjahr die Ufer, um laichende Heringe zu fangen, so Peta. Die Fische, die in der westlichen Ostsee als gefährdet gelten, verdienten Respekt und Mitgefühl, erklärte Tanja Breining, Meeresbiologin bei der Tierrechtsorganisation. „Nur weil sie Schuppen statt Haare haben, heißt das nicht, dass sie nicht leiden, wenn man ihnen einen Angelhaken durch den empfindsamen Mund bohrt und sie langsam ersticken müssen.”

Heringe kommunizieren mit Pupsen

Zudem sei bei Kontrollen im vergangenen Mai festgestellt worden, dass die Rostocker Heringsangler es mit den Tierschutzbestimmungen nicht immer genau nähmen: Laut Landwirtschaftsministerium wurden die Hälfte von rund 40 überprüften Anglern im Bereich des Rostocker Stadthafens und des Fischereihafens beanstandet.

Doch Peta belässt es nicht bei der schlichten Forderung nach einem Angelverbot: Mit Details über die Kommunikation der Tiere versuchen die Tierrechtler, Heringe etwas liebenswerter erscheinen zu lassen. Die Fische seien sehr kommunikativ, teilt Peta mit. Diese pupsten, um sich mit ihren Artgenossen zu unterhalten. Oder wissenschaftlicher: „Kanadische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Heringe Laute von sich geben, indem sie Luft aus ihrer Schwimmblase in den Analtrakt pumpen und dadurch pulsierende Geräusche erzeugen.”

Die Stadt Rostock äußerte sich auf Nordkurier-Nachfrage übrigens zunächst nicht zu der Forderung nach einem Angelverbot.

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