Sein Herz schlägt für die Linken: Peter Ritter kehrt zurück auf die landespolitische Bühne.
Sein Herz schlägt für die Linken: Peter Ritter kehrt zurück auf die landespolitische Bühne. Eckhard Kruse
Linke MV

Peter Ritter hat keine Lust auf den politischen Friedhof

27 Jahre Landespolitik sind doch nicht genug – Peter Ritter hat es im politischen Ruhestand nicht lange ausgehalten und betritt mit jungen 62 Jahren erneut die größere politische Bühne.
Schwerin

Der Abschied im vergangenen Jahr beim Landesparteitag ließ schon Raum für Interpretationen. „Machts gut. Das wars. Noch lange nicht!” Mit diesen drei kurzen Sätzen verließ der mit allen politischen Wassern gewaschene Peter Ritter seinerzeit die Landespolitik.

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27 Jahre saß der leidenschaftliche Politiker aus Stavenhagen für die Linken im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns. Der manchmal knorrig wirkende aber stets mit einem spitzen Humor ausgestattete Ritter wollte den jüngeren Platz machen – und sich selbst auf seine ehrenamtlichen Aufgaben auf kleinerer Bühne konzentrieren.

Doch Ritter wäre nicht Ritter, wenn er der Landeshauptstadt Schwerin einfach den Rücken gekehrt hätte – bei den Koalitionsverhandlungen mit der SPD zur Bildung der rot-roten Landesregierung verhandelte der 62-Jährige in vorderster Front für seine Linken. Als die Regierung schließlich stand, blieb Ritter auch in den folgenden Wochen stets auf politischer Ballhöhe – tauchte fast täglich mit kritischer und aufmerksamer Stimme im Kurznachrichtendienst Twitter auf.

Und auch in der Partei blieb der Mann aus der Mecklenburgischen Seenplatte stets geachtet – Ritters Kommentare behielten stets ihr politisches Gewicht. Dies dürfte in der Zukunft noch größer werden, denn der Linkspolitiker hat jetzt offiziell seinen Hut in den Ring geworfen, wenn es am 14. März auf dem Landesparteitag um die Neuwahl der Landesspitze der Linken gehen wird.

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In einem Brief an die „Mitglieder und Sympathisanten” schreibt Ritter, dass er „gemeinsam mit Euch unseren Landesverband voranbringen und fit für die Zukunft machen” möchte. Gleichzeitig dankt Ritter den langjährigen Landesvorsitzenden Wenke Brügdam und Torsten Koplin, die sich nicht wieder zur Wahl stellen, für ihren tagtäglichen Einsatz.

Doch was treibt Ritter inhaltlich an, sich erneut in das Haufischbecken der Landespolitik zu begeben. „Den letzten Impuls hat eine Aussage des Rostocker Politikwissenschaftlers Wolfgang Muno ausgelöst. Der hatte analysiert, dass die Linken bei der Landtagswahl im September 2021 Wähler an die SPD und den Friedhof verloren habe”, schmunzelt Ritter.

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In der Tat: Erstens haben die Linke wirklich eine ältere Wählerklientel und zweitens haben sie bei der Landtagswahl einen historischen Absturz in den einstelligen Prozentbereich verdauen müssen – auch wenn dieser Absturz mit dem Aufstieg in die Landesregierung inklusive zweier Ministerposten versüßt worden war. „Den Negativtrend müssen wir stoppen”, will Ritter jetzt in die Zukunft schauen. Soziale Themen, Bildung, Arbeitsmarktpolitik – die Linken wollen sich wieder auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren.

„Wir sind bei der Landtagswahl in einen mächtigen SPD-Sog gezogen worden und haben auf bundespolitischer Ebene viele innerparteiliche Reibereien ausgefochten – das hat uns nicht gut getan”, betont Ritter. Jetzt müsse die Linke deutlich machen, dass die Regierungsbeteiligung im Land kein Selbstzweck sei und die Linke einen Gebrauchswert habe. Motto: „Volle Kraft voraus Richtung Kommunalwahl 2024!”

Dabei wird der alte Fahrensmann Peter Ritter von der jungen Vanessa Müller unterstützt – als Doppelspitze wollen die beiden die Linken führen. Möglichst weit weg vom politischen Friedhof.

 

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