NORD STREAM 2

Philipp Amthor – Wirbel um Russland und ein Interview

Auch der Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (CDU) sei offen für einen Stopp des Milliarden-Projekts Nord Stream 2, hieß es am Freitag. Doch Amthor sieht sich missverstanden.
Das eine tun, ohne das andere zu lassen – in der Russland-Politik wirbt Philipp Amthor (CDU) für einen Spagat.
Das eine tun, ohne das andere zu lassen – in der Russland-Politik wirbt Philipp Amthor (CDU) für einen Spagat. Kay Nietfeld
Neubrandenburg.

Zahlreiche Medien, darunter auch der Nordkurier, hatten mit Bezug auf die Deutsche Presse-Agentur berichtet, der Ueckermünder CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor sei nach der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny offen für einen Baustopp beim Pipeline-Projekt Nord Stream 2. Vorab veröffentlichte Zitate aus einem Interview Amthors mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatten zu den Meldungen geführt. Doch Amthor sieht sich missverstanden und reagierte am späten Freitagabend mit einer Klarstellung. Die wirft allerdings neue Fragen auf.

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„Wir dürfen nicht zulassen, dass eine Vollendung von Nord Stream 2 von russischer Seite als Bestätigung des menschenverachtenden und völkerrechtsunfreundlichen Kurses von Wladimir Putin verstanden wird”, sagte Amthor der FAZ. Dies habe er aber keineswegs als Aufforderung zu einem Baustopp gemeint, so der Ueckermünder Bundestagsabgeordnete auch mit Blick auf seinen eigenen Wahlkreis, durch den auch die Anschlusspipeline EUGAL verläuft. Auch deren Kapazitäten wurden zuletzt erweitert, um mehr Erdgas zu transportieren, wenn Nord Stream 2 fertiggestellt ist.

In der Abwägung dürfe nicht vergessen werden, dass hinter Nord Stream 2 auch berechtigte deutsche Interessen stünden, so Amthor. Die aktuellen Geschehnisse erforderten eine „klare Antwort Deutschlands und der Europäischen Union”, so Amthor. Die müsse auch dazu führen, dass eine Vollendung des Bauprojektes auf russischer Seite nicht als Bestätigung der aktuellen Politik verstanden werde. Wie dieser politische Spagat gelingen soll, ließ er allerdings offen.

In Mecklenburg-Vorpommern stehen sowohl die Landesregierung als auch die Opposition hinter dem Pipeline-Projekt. Die Gasleitung durch die Ostsee soll in Lubmin bei Greifswald das Festland erreichen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich für das Projekt ausgesprochen.

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Kommentare (5)

zu wollen ist schon sehr harter Toback. Befürworter dieser Linie sollte man aus den Ämtern jagen denn sie wissen nicht was Verantwortung bedeutet. Im eines Krieges steht so eine Entscheidung/Gedankenspiel auf anderer Grundlage!

Wir sind im Krieg, nicht vergessen ..

Dieser Amthor gehört in das Gefängnis....

... grundsätzlich für ein politisches Missverständnis. Immer wenn er Gegenwind bekommt, fühlt er sich plötzlich falsch verstanden.

sind gute Freunde und zugleich meine heimlichen Favoriten.