Geschlossene Schulen – ein Bild, das sich in Mecklenburg-Vorpommern in die Seele vieler Kinder und Eltern eingebrannt ha
Geschlossene Schulen – ein Bild, das sich in Mecklenburg-Vorpommern in die Seele vieler Kinder und Eltern eingebrannt hat. Wie geht es jetzt weiter? Foto: Jens Büttner
Corona an Schulen

Politik diskutiert über Aufhebung der Präsenzpflicht für Schüler

Für manche Eltern wäre es ein Albtraum, für andere ein Hoffnungsschimmer: Sollen in MV künftig die Eltern entscheiden, ob ihre Kinder zur Schule gehen oder nicht?
Schwerin

Trotz der winterlichen Temperaturen im Nordosten – am kommenden Donnerstag dürfte es in der Landtagssitzung hitzig zugehen. Kaum ein Thema wird sowohl in der Politik als auch in Familie und Gesellschaft so emotional diskutiert wie der Schulbereich. Und in Corona-Zeiten, in denen die Schulen bereits monatelang geschlossen waren, nimmt die Heftigkeit von Schuldebatten eher noch zu.

Grüne fordern mehr Entscheidungsfreiheit für Eltern

Diesmal dürfte ein Antrag der Grünen-Fraktion politischen Zündstoff beinhalten. Die neue Oppositionsfraktion fordert, die Selbstbestimmung der Familien zu stärken, indem die Präsenzpflicht an Schulen vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen auch oder gerade unter Schülern temporär aufgehoben werde.

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Das bedeutet konkret: Wenn die Präsenzpflicht nicht mehr gilt, können die Eltern alleine entscheiden, ob sie ihr Kind morgens zur Schule schicken oder eben nicht. Und: Wenn die Präsenzpflicht aufgehoben wäre, würden Eltern, die ihre Kinder lieber zu Hausen lassen würden, keinen Ärger mit der Schulbehörde bekommen können.

„Im Rahmen der Abwägung zwischen dem Lernfortschritt, den Sozialkontakten und dem Risiko einer Erkrankung durch eine Infektion mit dem Corona-Virus muss den Eltern eine Wahlmöglichkeit beim Schulbesuch eingeräumt werden. Diese Entscheidung, die eine Entscheidung über die weitere Gesundheit der Kinder sein kann, kann nicht allein durch den Staat getroffen werden“, heißt es im Antrag der Grünen. Zugleich räumt die Fraktion ein, dass der Präsenzunterricht in der Regel die beste Form des Unterrichts sei.

Lolli-Tests für Schulen wären extrem teuer

Von letzterem ist auch Bildungsministerin Simon Oldenburg (Linke) fest überzeugt. Immer wieder hat sie in den vergangenen Wochen erklärt, dass der beste Ort für Schüler zum Lernen die Schule sei. Insofern dürften die Meinungen im Landtag aufeinanderprallen, und es dürfte spannend sein, welche der sechs Fraktionen sich auf welche Seite schlägt.

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Im Zusammenhang mit der Pandemie-Lage an den Schulen sickerte gestern im übrigen aus einer Expertenanhörung vom Vortag heraus, dass die Einführung von Lolli-Tests an Schulen und Kitas zum Testen von Jungen und Mädchen extrem kostenintensiv wäre. Allein in einem Monat würden die Lolli-Tests und deren Auswertung in Mecklenburg-Vorpommern 6,5 Millionen Euro verschlingen. Lolli-Tests gelten im Gegensatz zu Schnelltests zwar als präziser, allerdings würden Ergebnisse auch erst etliche Stunden nach einem Test vorliegen.

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