CORONAVIRUS

Politik drängt Bürger in MV zu Grippe-Impfungen

Etwa jeder Vierte in MV ließ sich in den Vorjahren gegen Grippe impfen. Mit Blick auf Corona appelliert auch Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) an die Bürger, sich zu schützen. Wären Ärzte einem Ansturm überhaupt gewachsen?
dpa
Minister Harry Glawe musste die eigenen Prognosen zu einem Corona-Impfstoff inzwischen korrigieren. Frühestens zum Sommer
Minister Harry Glawe musste die eigenen Prognosen zu einem Corona-Impfstoff inzwischen korrigieren. Frühestens zum Sommer 2021 rechne er mit einem Wirkstoff in entsprechenden Mengen. Jens Büttner
Mecklenburg-Vorpommens Gesundheitsminister hat zum Herbstbeginn für eine breite Nutzung der Grippeschutzimpfung geworben.
Mecklenburg-Vorpommens Gesundheitsminister hat zum Herbstbeginn für eine breite Nutzung der Grippeschutzimpfung geworben. Stephan Jansen
Schwerin.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hat zum Herbstbeginn für eine breite Nutzung der Grippeschutzimpfung geworben. Nach seinen Angaben wurden für das Land mehr als 400 000 Impfdosen geordert, die in den kommenden Wochen vor allem durch Hausärzte verabreicht werden könnten. Das sei etwa ein Drittel mehr als im Vorjahr. Mit 25 000 Impfdosen hätten sich auch die Gesundheitsämter der Kreise besser eingedeckt als vor der Grippesaison 2019/2020. Die Monate Oktober und November seien die beste Zeit für eine Schutzimpfung.

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Impfung soll bei der Corona-Diagnose helfen

Ein hoher Impfschutz ist nach Angaben Glawes in diesem Jahr angesichts der erneut aufflammenden Corona-Pandemie von besonderer Bedeutung. Je weniger Menschen mit schweren Grippeerkrankungen in den Kliniken des Landes behandelt werden müssten, desto besser seien die Krankenhäuser für die Aufnahme von Corona-Patienten gewappnet.

Impfbereitschaft der Älteren ist hoch

Glawe hob die hohe Impfbereitschaft vor allem älterer Menschen im Nordosten hervor. Mehr als 50 Prozent der über 60-Jährigen in Mecklenburg-Vorpommern würden sich nach Erhebungen des Robert Koch-Institutes gegen Influenza impfen lassen. Die Quoten liege damit doppelt so hoch wie etwa in Baden-Württemberg.

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Bei Jüngeren liege die Impfbereitschaft meist deutlich niedriger. Laut Ministerium ließ sich in den beiden Vorjahren jeweils gut ein Viertel der knapp 1,5 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Mecklenburg-Vorpommern gegen Grippe impfen. „Impfungen bieten Schutz für den Einzelnen und führen zugleich zu einem Kollektivschutz in der Bevölkerung“, sagte Glawe und macht damit die Bedeutung der Immunisierung deutlich.

Glawe dämpft Erwartungen an Pharma-Industrie

Der Minister dämpfte die Erwartungen auf einen baldigen Impfschutz auch gegen das neuartige Corona-Virus. Der Covid-19-Impfstoff stehe wohl erst im zweiten Quartal 2021 in größerem Maßstab zur Verfügung. „Dann hätten wir gute Chancen, dieses Thema durch Impfung von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung ad acta zu legen“, sagte Glawe. Im Sommer hatte er noch die Hoffnung geäußert, den Impfstoff schon in diesem Jahr einsetzen zu können.

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Kommentare (3)

Diese angeblichen Schutzimpfungen sind speziell für ältere Leute nicht ungefährlich. Aber man muß ja die unbelegten Krankenhäuser wieder irgendwie füllen. Mal wieder wird ein Konjunkturprogramm für wenige skrupellose Abkassierer aufgelegt zu Lasten der Allgemeinheit und der Volksgesundheit.

Dazu hätte ich gerne mal eine seriöse Quelle über belegte signifikant gefährdende Auswirkungen der Grippeschutzimpfung über 50 Jahre.
Es ist letztlich die eigene Entscheidung- ein Apell ist keine Pflicht - was das mit Drängen zu tun hat erschließt sich mir nicht.
Die skrupellosen Abkassierer standen nicht mit Drohgebärden vor meiner Tür, nur weil ich die Möglichkeit einer Grippeschutzimpfung nicht wahr genommen habe.

...Mitte September. Mache ich grundsätzlich jedes Jahr, bereits seit 12 Jahren, nachdem ich eine echte Grippe ausstehen musste, mit allerei Nebenerscheinungen und zusätzlicher Lungenentzündung. Nicht impfen, nein Danke!