Einsatz

Polizei findet Waffe samt Munition bei Rostocker Anti-Corona-Demo

Die Polizei machte 50 gewaltbereite Fußballfans bei der Demo aus.

Rund 3000 Menschen sind nach Polizeiangaben in Rostock gegen die Coronamaßnahmen auf die Straße gegangen. Die Demo stoppte, ehe sie begann – der Auftakt für zahlreiche Eskalationen.

Bei der Demonstration gegen die Corona-Politik ist es am Montag in Rostock zu zahlreichen Angriffen gegen die Polizei gekommen. Zudem hätten die Beamten bei erneut zahlreichen gewaltbereiten Teilnehmern unter anderem einen sogenannten Schießkugelschreiber und Munition sowie selbst gebaute Pyrotechnik gefunden, wie die Polizei in einer Zusammenfassung des Demogeschehens in der Nacht auf Dienstag mitteilte.

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50 gewaltbereite Fußballfans

„Erneut mussten wir feststellen, dass sich gewaltbereite Personen unter die Demonstrationsteilnehmer gemischt und die direkte Konfrontation mit der Polizei gesucht haben. Auch das Vorhandensein einer schussbereiten Waffe sowie Munition ist eine äußerst gefährliche und besorgniserregende Entwicklung”, so Achim Segebarth, Polizeiführer und Leiter der Polizeiinspektion Rostock. Wie auch in der Vorwoche konnten um die 50 Personen der gewaltbereiten Fußballszene zugeordnet werden.

Mehrere Versammlungen gegen die Maßnahmen und Politik rund um die Coronapandemie fanden am Montag landesweit statt – in Vorpommern wie auch in der Seenplatte. In Rostock kamen nach Polizeischätzungen rund 3000 Personen zusammen. Startpunkt war wie bei anderen Demos die August-Bebel-Straße in der Rostocker Innenstadt. Bevor sich der Demonstrationszug überhaupt in Bewegung setzen konnte, beendete die Versammlungsleiterin die Demo, weil die Teilnehmer sich laut Polizei nicht an die Auflagen hielten, so etwa das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Flaschen- und Böllerwürfe

Als ein Teil der Demonstranten sich in entgegengesetzte Richtung bewegen wollte, stellten sich ihnen Polizeikräfte entgegen. Es kam zu Flaschen- und Böllerwürfen Richtung Polizei sowie zum Einsatz von Pfefferspray seitens der Einsatzkräfte. Die Beamten nahmen elf Personen in Gewahrsam und nahmen Anzeigen wegen schweren Landfriedensbruchs auf.

Zudem überprüfte die Polizei bei mehreren hundert Personen wegen Auflagenverstößen deren Identität. Diese Maßnahmen zog sich über einige Stunden hin. Dabei fanden die Beamten besagten Schießkugelschreiber samt Munition sowie Pyrotechnik.

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500 Teilnehmer bei vier Gegendemos

Im Verlauf des Abends versammelten sich immer wieder Personen für kleinere Aufzüge, die die Polizei auflöste. Die Beamten nahmen weitere Anzeigen unter anderem wegen Beleidigung, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Waffengesetz auf. Zudem wurden 257 Verstöße gegen die Corona-Landesverordnung festgestellt.

Rund 500 weitere Teilnehmer veranstalteten vier Gegenproteste, die laut Polizei störungsfrei verliefen. Die Rostocker Polizei begleitete das gesamte Demonstrationsgeschehen mit 1000 Einsatzkräften und wurde durch Kräfte der Bundespolizei und aus Schleswig-Holstein unterstützt.

Nordkurier

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