OSTSEEKÜSTE UND HAFF

Polizei schickt Tagestouristen in MV zurück

Die Polizei hat derzeit viel zu tun: Viele Menschen wollen unerlaubt zu beliebten Ausflugszielen in MV. Fast ein Drittel der kontrollierten Autos wurde zurückgeschickt. Die Kontrollen werden fortgesetzt.
Am Wochenende wurde unter anderem im Wolgaster Ortsteil Mahlzow auf der Insel Usedom (B 111) kontrolliert, ob Fahrzeugfüh
Am Wochenende wurde unter anderem im Wolgaster Ortsteil Mahlzow auf der Insel Usedom (B 111) kontrolliert, ob Fahrzeugführer verbotenerweise in den als Corona-Hochrisikogebiet eingestuften Landkreis einreisen wollen. Tilo Wallrodt
Am Wochenende wurde unter anderem im Wolgaster Ortsteil Mahlzow auf der Insel Usedom (B 111) kontrolliert, ob Fahrzeugfüh
Am Wochenende wurde unter anderem im Wolgaster Ortsteil Mahlzow auf der Insel Usedom (B 111) kontrolliert, ob Fahrzeugführer verbotenerweise in den als Corona-Hochrisikogebiet eingestuften Landkreis einreisen wollen. Tilo Wallrodt
Wolgast ·

Nach den kalten Tagen haben viele Menschen darauf gewartet: Sonne und frühlingshafte Temperaturen zauberten am Wochenende so manchem ein Lächeln ins Gesicht. Und offenbar verspürten da viele Ausflügler – auch aus anderen Bundesländern – den Drang, an die Küste Mecklenburg-Vorpommerns oder ans Stettiner Haff zu fahren.

Am Wochenende hatte die Polizei daher vor allem in den Regionen Boltenhagen (Nordwestmecklenburg), Kühlungsborn bei Rostock, an den Zufahrten zur Insel Usedom und auf der Bundesstraße 109 bei Pasewalk (Vorpommern-Greifswald) insgesamt knapp 1800 Fahrzeuge kontrolliert. Mehr als 550 Fahrzeuge – unter anderem aus Berlin, Brandenburg, Hamburg und Schleswig-Holstein – mussten umkehren. Einige erhielten zu dem Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten.

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Denn im Fokus der Kontrollen standen die geltenden Einreisebeschränkungen. So wurde besonders streng im Landkreis Vorpommern-Greifswald kontrolliert, zu dem auch die Insel Usedom gehört. Denn weil der Landkreis wegen hoher Infektionszahlen als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft wurde, ist die Einreise aus anderen Kreisen und Bundesländern ohne triftigen Grund untersagt.

Usedom-Zufahrten kontrolliert

So kontrollierten die Beamten bereits am Samstag vor allem an den Zufahrtsstraßen zur Insel Usedom in Wolgast, Pasewalk und Ueckermünde, wobei insgesamt 310 Fahrzeuge kontrolliert wurden, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. 53 von ihnen, darunter auch welche aus der Uckermark seien zurückgewiesen worden, da sie keine konkreten Gründe zur Einreise in den Landkreis Vorpommern-Greifswald vorlegen konnten.

Am Sonntag hatte die Polizei sogar mehr als ein Drittel aller in Vorpommern-Greifswald kontrollierten Fahrzeuge zurückgewiesen. Wie ein Polizeisprecher in Neubrandenburg erklärte, wurde erneut an den Zufahrten zur Insel Usedom sowie in der Region Pasewalk an der Bundesstraße 109 Autofahrer angehalten.

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Vor allem Fahrzeuge aus dem benachbarten Brandenburg, deren Passagiere bei Sonne offenbar an die Ostsee wollten, wurden dann zurückgewiesen. So wurden vor allem im Süden des Kreises 238 Fahrzeuge aus anderen Bundesländern kontrolliert, wovon 140 umkehren mussten. Von 212 kontrollierten Fahrzeuge aus Mecklenburg-Vorpommern mussten 32 Autos kehrtmachen, vor allem in Wolgast und an der Zecheriner Brücke bei Anklam.

Aufgrund dieser Erfahrungen hatte man das Vorgehen am Sonntag etwas angepasst, sagte ein Polizeisprecher des Präsidiums in Neubrandenburg am Wochenende. Die Maßnahmen hätten früher begonnen und seien weiter ins Landesinnere verlegt worden. So befanden sich die stationären Kontrollstellen seinen Angaben nach ab dem Sonntagvormittag in Linken, Züssow, Rollwitz und Boldekow. In den restlichen Teilen des Landkreises würden vermehrt mobile Einsatzkräfte die Einhaltung der Corona-Maßnahmen kontrollieren.

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Kontrollen in Boltenhagen

Die vielen Ausflügler sorgten auch für die Beamten aus verschiedensten Dienststellen im Polizeipräsidium Rostock für die eine oder andere Herausforderung.

Wie angekündigt, waren im Bereich des Ostseebades Boltenhagen am Sonntag wieder Kontrollstellen eingerichtet worden. In und um den Ort wurden mehr als 700 Fahrzeuge kontrolliert, von denen letztendlich über 300 abgewiesen werden mussten. 180 Anzeigen zu Ordnungswidrigkeiten in Bezug auf die Corona-Landesverordnung werden der Ordnungsbehörde übergeben.

Am Samstag habe man an den Zufahrten nach Boltenhagen insgesamt 352 Wagen kontrolliert und dabei 59 Ordnungswidrigkeiten geahndet. 28 Fahrzeuge seien abgewiesen und zur Rückreise in die jeweiligen Bundesländer aufgefordert worden.

Zur aktuellen Corona-Lage: Die Sorgen bei jenen, die die Grundschul- und Kita-Öffnungen in mehreren Ländern skeptisch sehen, wachsen. Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte können mit einer früheren Impfung rechnen.

400 Zuschauer beim Line Dance

Andernorts trafen sich mehr oder weniger spontan größere Gruppen. In Kühlungsborn versammelten sich etwa 50 Personen zum Line Dance auf dem Balticplatz, was eine erhebliche Anzahl von Zuschauern anzog. Etwa 400 Menschen hatten sich dort versammelt. Auf Abstand wurde nicht geachtet und Masken kaum getragen. Von daher wurde die Aktion von den Beamten unterbunden und Anzeigen gegen einige der Teilnehmer erstattet. Allerdings war auch so ein lebhafter Strom von Spaziergängern entlang der Kühlungsborner Strandpromenade zu verzeichnen.

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Anders verlief es in Rostock auf dem Neuen Markt. Hier wurden um die 50 Personen bei sportlicher Betätigung angetroffen. Allerdings wurde hier sowohl auf Abstand als auch auf Maske geachtet.

Kontrollen werden fortgesetzt

Nach dem starken Wochenendandrang setzt die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern die Corona-Kontrollen zu den Tourismusregionen an der Ostsee fort. „Wir werden das mit Streifen im Blick behalten und „anlassbezogen” auch stationäre Kontrollen einrichten”, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg am Montag.

Hintergrund sei das bestehende Einreiseverbot für Tagestouristen. Die Polizei bat eindringlich darum, sich an die entsprechende Allgemeinverfügung zu halten.

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Kommentare (3)

Hoffentlich hat sich keiner der Staatsdiener bei einem illegalen Besucher angeteckt. Möglich ist das schon wenn man den Ausnahmezustand ausruft.

Wird in der Unwortsammlung neu geführt....

nächster Zeit machen wird.
Vieles macht mich jetzt schon sprachlos: Kindergeburtstage auflösen, rodelnde Kinder schikanieren, Schneemänner kaputt machen, Jugendliche, die sich mal treffen jagen. Vor allem im Söderland sind Polizisten
besonders scharf, von der körperlichen Gewalt will ich gar nicht erst schreiben.
Deutschland verkommt mehr und mehr zum Polizeistaat und die Denunzianten fühlen sich jetzt wieder so richtig wohl.