CORONA-KONTROLLEN

Polizei stößt auf Reichsbürger und soziale Netzwerke

Die Polizei hat Autofahrer zurückgewiesen, die sich hier wegen des Coronavirus nicht mehr aufhalten dürfen. Zwei Fahrzeuge durchbrachen Kontrollstellen und auch ein Reichsbürger sorgte für Ärger.
Die Polizei in MV setzt die Kontrollen zur Eindämmung des Coronavirus fort.
Die Polizei in MV setzt die Kontrollen zur Eindämmung des Coronavirus fort. Kai Horstmann
Dierhagen.

Die Kontrollmaßnahmen der Polizei in Mecklenburg-Vorpommern zur Überprüfung des Einreiseverkehrs wurden auch am Samstag durchgeführt. Allein im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg wurden 988 Fahrzeuge kontrolliert.

Davon mussten 168 Fahrzeuge mit 290 Personen abgewiesen werden. Wer aus einem anderen Bundesland oder dem Ausland kommt und keinen triftigen Grund für einen Aufenthalt in MV hat, muss seit Sonntag zudem mit einer Strafanzeige rechnen. Zwei Fahrzeuge durchbrachen jedoch die Kontrollstellen und entkamen danach. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Rostock wurden am Samstag insgesamt 783 Fahrzeuge kontrolliert. 189 Fahrzeuge mit 330 Personen wurden abgewiesen.

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Lautsprecherdurchsagen zeigen Wirkung

"Achtung, hier spricht Ihre Polizei" - so beginnen die Lautsprecherdurchsagen, mit denen die Polizei auch am Sonntag in verschiedenen touristischen Zentren des Landes unterwegs war, um die Maßnahmen der Landesregierung zur Entschleunigung der Ausbreitung des Coronavirus umzusetzen. Ziel ist es, alle Touristen, die sich zurzeit noch in Mecklenburg-Vorpommern aufhalten, zur Abreise zu bewegen.

Bei den Ansagen wird insbesondere auf das gemeinsame Interesse hingewiesen, gesund zu bleiben, denn nur wenn jeder sich an die Anordnungen hält, besteht eine Chance, dass sich das Coronavirus möglichst langsam ausbreitet. Dabei begegnete den Polizeibeamten viel Verständnis seitens der Angesprochenen.

Polizeieinsatz in Dierhagen

Die Gemeinde Dierhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) hatte eine Ausreiseaufforderung gegen einen 73-jährigen Deutschen gestellt. Als die Polizei dessen Identität feststellen wollte, leistete der Mann jedoch erheblichen Widerstand.

Er gehört laut Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit der sogenannten Reichsbürgerszene an. Letztlich stellte sich heraus, dass er sich berechtigt in seinem Haus aufhielt. Dies hätte mit einer einfachen Herausgabe seiner Dokumente schnell hätte geklärt werden können.

Polizei hat soziale Netzwerke im Blick

Um soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, gilt es gleichermaßen, Menschenansammlungen zu unterbinden. Die Polizei spricht mit den jeweiligen Personen, wenn sie welche antrifft. Außerdem behält die Polizei auch die sozialen Netzwerke im Auge, um Verabredungen zu größeren Treffen festzustellen und zu verhindern.

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Dringender Appell der Polizei

Die Polizei weißt darauf hin, dass die derzeitigen Freiheitsbeschränkungen nur ein Ziel haben: „Es dem Coronavirus schwer zu machen und unsere Lieben sowie uns selbst zu schützen. Diese Aufgabe können wir nur gemeinsam bewältigen. Wenn es uns zusammen gelingt, die Ausbreitung einzudämmen, können alle den Sommer in unserem wunderschönen Urlaubsland an der Ostsee, oder den vielen Seen verbringen. In diesem Sinne: Wir bleiben für Sie da – bleiben Sie bitte für uns zu Hause!”

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